Wirtschaft

Für die B&B Gruppe hat LSR Europe vor Kurzem in Landshut ein Hotel mit 84 Zimmern fertiggestellt. (Foto: Tommy Lösch)

07.12.2018

Kommunen und lokale Banken winken ab

Trotz Europazentrale in München: Sanktionen gegen Russland machen es einem russischen Bauunternehmen immer schwerer, in Deutschland tätig zu sein

Die Wohnungsnot im Großraum München ist riesig. Auch in anderen bayerischen Städten fehlt bezahlbarer Wohnraum. Doch wenn ein russisches Unternehmen für Abhilfe sorgen will, winken viele kommunale Verantwortungsträger und vor allem lokale Banken ab. „Schwarze Kassen“, Angst vor Konsequenzen aus den USA wegen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und andere Vorurteile machen sofort die Runde.

„Kleinere Kreditinstitute stufen uns gleich als toxisch ein“, sagt Dmitri Gontcharov, Geschäftsführer der LSR Europe GmbH, der Staatszeitung. Damit seien diese Banken überfordert, obwohl sie in ihrem Verbund Dachinstitute haben, die über das entsprechende Know-how verfügen. „Größere Kreditinstitute verweisen oft auf unvorhersehbare Risiken trotz zuvor erfolgter positiver Überprüfung.“ Hintergrund sind die umfangreichen Compliance-Regeln, die auch wegen der EU-Sanktionen eingehalten werden müssen.

Das alles zeigt, wie sich die Sanktionen gegen Russland unmittelbar im Freistaat auswirken. Dabei betonten sowohl die bayerische Staatsregierung als auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) stets, wie wichtig es trotz aller politischer Schwierigkeiten ist, im Dialog zu bleiben.

Neues Hotel in Landshut eröffnet


Jetzt sitzt aber ausgerechnet die Westeuropazentrale von Russlands größtem Baukonzern, der LSR Group aus Moskau und St. Petersburg, seit 15 Jahren mitten in München. Wegen der explodierenden Bodenpreise und der Zurückhaltung der Banken wird es für LSR Europe immer schwieriger, neue Projekte zu realisieren. Dennoch kann Geschäftsführer Gontcharov Erfolge vermelden: „Vor Kurzem haben wir in Landshut ein neues Hotel für die B&B Gruppe mit 84 Zimmern eröffnet und in Leipzig im Oktober Richtfest für unser bisher größtes Projekt gefeiert: den Neubau von zwei Hotels neben dem Leipziger Hauptbahnhof für die H-Hotels Gruppe aus dem hessischen Bad Arolsen mit 530 Zimmern. Den Bau realisieren wir gemeinsam mit der S&G Development GmbH aus Leipzig.“ Das Projekt hat ein Volumen von rund 87 Millionen Euro.

Als die Beziehung zu Moskau noch entspannter war, konnte die LSR Europe GmbH einige Projekte in der bayerischen Landeshauptstadt realisieren. So erbaute das Unternehmen gemeinsam mit der Investa Immobiliengruppe 2007 das „Wohngut Eichenpark“. Nach den Plänen des renommierten deutschen Architekturbüros KSP Engel & Zimmermann entstand am Isarhochufer eine futuristisch anmutende Kombination von Mehrfamilien- und Stadthäusern rund um einen grünen Innenhof. Auch auf dem Sonnen-Plateau in Starnberg war LSR Europe aktiv. Dort konnte in Kooperation mit der Starnberger VS GmbH 2009 in moderner Schmetterlingsarchitektur eine luxuriöse Siedlung im mediterranen Stil realisiert werden. Maxopolis heißt der kunstvolle Wohnkomplex in einer der schönsten Regionen Bayerns.

2012 ließ die LSR Europe in München-Obersendling gemeinsam mit der Münchner Grundkontor Projekt GmbH das Studentenwohnheim MUC Campus VIVA entstehen. Auf einer Gesamtfläche von 10.800 Quadratmetern befinden sich heute 346 Appartements.

Für die Accor-Hotelgruppe baute LSR Europe ebenfalls mit Grundkontor das erste Adagio Access Aparthotel in Deutschland sowie ein Ibis Budget Hotel in München. Beide Häuser wurden 2014 eröffnet und bieten moderne Unterkünfte zu günstigen Preisen.

2015 entwickelte und realisierte LSR Europe in München-Giesing ein Stadthaus im Altbaustil. Nach den Plänen des renommierten Münchner Architekturbüros Vogel und Partner entstand der „Altgiesinger Kutscherhof“.
Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen versucht Geschäftsführer Gontcharov, der an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert hat und seit 27 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt lebt, bestehende Kreditgeber bei der Stange zu halten beziehungsweise. weitere Kreditoren zu gewinnen. Bisher konnte sein siebenköpfiges Team pro Jahr zwischen 15 und 25 Millionen Euro Umsatz machen.
(Ralph Schweinfurth)

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