Wirtschaft

Der bayerische Flugtaxi-Hersteller Lilium soll nach langem Hin und Her nun Staatshilfen bekommen. Bereits im Jahr 2018 (hier im Bild) begeisterte sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Fluggeräte von Lilium. (Foto: dpa/Peter Kneffel)

10.09.2024

Machtwort von Söder

Flugtaxi-Hersteller Lilium soll Staatsbürgschaft für 100 Millionen Euro erhalten

Der bayerische Flugtaxi-Pionier Lilium soll mit Staatshilfen von 100 Millionen Euro gefördert werden. Das bayerische Kabinett habe beschlossen, dem Unternehmen aus Oberpfaffenhofen bei München eine Haftungsübernahme über einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro zu gewähren. Voraussetzung sei, dass sich die Bundesregierung in gleicher Weise beteilige, sagte Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Um die Förderung von Flugtaxi-Hersteller in Bayern gibt es seit Jahren Streit. Vor allem Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte sich immer wieder gegen staatliche Förderung des Unternehmens Volocopter und auch Lilium gesträubt. Im Falle Volocopter war die Diskussion um eine staatliche Förderung negativ verlaufen, die Entscheidung zu Lilium hing monatelang in der Luft.

Bei dem Votum für die staatliche Unterstützung für Lilium habe es sich nun um eine "industriepolitische Richtungsentscheidung des Ministerpräsidenten und des gesamten Kabinetts" gehandelt, sagte Herrmann. Lilium hatte zuletzt öffentlich mit einem Verkauf an ausländische Investoren und einer Verlagerung seines Standortes geliebäugelt, nachdem eine Entscheidung über Staatshilfen ausgeblieben war. Flugtaxis werden etwa in China bereits produziert. Dem Kabinett gehört auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger an.

Mit den senkrecht startenden Flugtaxis sollen künftig Flüge von bis zu wenigen Hundert Kilometern möglich werden. So könnten etwa künftig Geschäftsreisende vom Flughafen direkt zu ihrem Ziel gebracht werden. Auch eine Alternative zu ICE-Strecken ist im Gespräch. Der Prototyp des Lilium-Jets hat sieben Sitze und wird elektrisch angetrieben. Es gibt bereits Bestellungen aus diversen Ländern. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 1000 Mitarbeiter.
(Michael Donhauser, dpa)

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