Wirtschaft

Leerstehende Geschäfte auf einer innerstädtischen Einkaufsstraße. (Foto: dpa/Bodo Schackow)

21.09.2022

Mehr Shopping am Stadtrand wegen Corona

Hinzu kommt: Die Kaufkraft schmilzt in der Inflation dahi und der Online-Handel frisst an einst bewährten Konzepten

Die Umsätze im stationären Mode-Einzelhandel gehen nach unten, der Online-Handel gräbt an etablierten Geschäftsmodellen, Warenhäuser müssen schließen. Die Corona-Pandemie mit quälend langen Lockdown-Phasen ließ die Umsätze weiter absacken. Nun kommt der Kaufkraftverlust wegen hoher Energie- und Lebensmittelkosten hinzu, eine Rezession steht bevor. Prägten noch vor ein paar Jahrzehnten die Leuchtreklamen von Ketten wie Hertie, Horten oder Karstadt die Innenstädte in Deutschland, sind sie bis auf Galeria Karstadt Kaufhofalle verschwunden. Und dem letzten Warenhausdino, der dank einer Fusion und üppig geflossener Staatshilfe geblieben ist, geht es Berichten zufolge höchstens mittelgut. Unter anderem musste die vor zwei Jahren gerade noch gerettete Filiale am Münchner Stachus nun ihren Kunden Servus sagen. Der C&A verlor etwa zwischen 2011 und dem Vor-Corona-Jahr 2019 fast eine Milliarde Euro Jahresumsatz. Andere müssen ebenfalls kämpfen.

Hinzu kommt: Die Corona-Pandemie hat nach einer Analyse des Ifo-Instituts dem Einzelhandel in den Vororten genutzt. Die Geschäfte in den teuren Innenstadtlagen haben dagegen dauerhaft erhebliche Einbußen erlitten, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch mitteilte. Die Einzelhandelsumsätze in den Zentren fünf großer Städte waren demnach auch Ende Mai noch zehn Prozent niedriger als vor Beginn der Pandemie. In Wohngebieten in Vororten hingegen zeigte sich das umgekehrte Bild: ein Umsatzplus von 20 Prozent. Ursache ist nach Analyse der Ökonomen, dass nach wie vor viele Menschen im Heimbüro arbeiten.

Grundlage waren anonymisierte Umsatzzahlen aus Kartenzahlungen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Dresden sowie deren Umland, die das Unternehmen Mastercard zur Verfügung stellte. Die Forscher setzten das in Beziehung zu Daten über die Homeoffice-Nutzung in den jeweiligen Städten. Ausgewertet wurden ausschließlich Umsätze an Ladenkassen, keine Online-Käufe. "Die Leute gehen weiter einkaufen, aber eben dort, wo sie wohnen", sagte Carla Krolage, eine der Autorinnen. Dies passt zu Erkenntnissen des Immobilienverbands IVD Süd zum Fußgängerverkehr in der Münchner Innenstadt. Die Zahl der Passanten an mehreren Messpunkten im Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt ist nach wie vor niedriger als vor der Pandemie - wobei allerdings auch eine Rolle spielt, dass weniger Touristen aus Übersee kommen. Die Ifo-Forscher werfen deshalb die Frage auf, ob die Kommunen ihre Stadt- und Verkehrsplanung ändern sollten. Die Änderungen im Konsumverhalten könnte erhebliche Folgen für Einzelhandel, Bürokomplexe und Gastronomie haben, sagte Simon Krause, einer der Autoren. (dpa)

 

 

 

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