Wirtschaft

Berlin will testen, ob der Einsatz einer Magnetschwebebahn in der Stadt realistisch ist. Dafür soll zunächst eine Pilotstrecke gebaut werden - wann und wo ist noch offen. (Foto: Transport-System Bögl)

20.11.2023

Oberpfälzer Technik für Berlin

Berlin will Einsatz von Magnetschwebebahnen testen

Berlin will den Einsatz einer Magnetschwebebahn in der Hauptstadt auf einer gut fünf Kilometer lange Pilotstrecke testen. Das kündigte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dirk Stettner, an. Zum Einsatz kommen soll wohl das Transport-System TSB des Oberpfälzer Bauunternehmens Max Bögl.

Bögl aus Neumarkt in der Oberpfalz war auch an der ersten kommerziell betriebenen Magnetschwebebahn in Shanghai beteiligt. Das TSB erreichte im April 2021 auf der 3,5 km langen Demonstrationsstrecke in Chengdu eine Spitzengeschwindigkeit von 169 km/h. Die TSB-Fahrzeuge können zu einem mehrteiligen Zug zusammengekuppelt werden. Ein Fahrzeugteil kann bis zu 127 Personen transportieren.

Berlins CDU-Fraktionschef Stettner hat nichts gegen U-Bahnen. Aber Magnetschwebebahnstrecken könnten deutlich schneller und günstiger gebaut werden als neue U-Bahnlinien.

Fahrerlos unterwegs

Ein weiterer Vorteil, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), sei, dass die Magnetschwebebahn fahrerlos unterwegs sei. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien darüber berichtet. Es gibt demnach eine Verständigung mit dem Koalitionspartner SPD.

Als Kosten für die Teststrecke nannte Stettner die Summe von 80 bis 85 Millionen Euro. Im neuen Doppelhaushalt ist dafür kein Posten zu finden. Finanziert werden soll das Pilotprojekt aus dem Sondervermögen Klimaschutz, für das zunächst fünf Milliarden Euro vorgesehen sind und aus dem die schwarz-rote Regierungskoalition Klimaschutzmaßnahmen bezahlen will, die dazu beitragen, dass Berlin noch vor 2045 klimaneutral wird.

Verlauf der Pilotstrecke ist noch offen

Angaben dazu, wo die Pilotstrecke durch die Stadt führen könnte, machte Stettner nicht. Auch wann mit dem Bau begonnen werden soll, steht noch nicht fest.

Die Idee, eine Magnetschwebebahn durch Berlin schweben zu lassen, ist nicht neu. Die CDU hatte das Thema mehrfach ins Gespräch gebracht. In der Diskussion war auch eine Strecke vom Stadtrand bis zum Hauptstadtflughafen BER. Verkehrssenatorin Manja Schreiner hat sich im Juni allerdings zurückhaltend dazu geäußert und darauf hingewiesen, dass es aus ihrer Sicht bereits eine gute Anbindung des BER gebe, die sich etwa durch die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Dresdner Bahn noch verbessern werde.

Schon ab 1984 hatte es in Berlin eine M-Bahn (Magnetbahn) gegeben, zunächst im Test-, für kurze Zeit auch im regulären Betrieb, der nach der Wiedervereinigung 1991 allerdings beendet wurde.
(dpa, rs)

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