Wirtschaft

Der Paulaner Brauerei Gruppe gelang es, gegen den allgemeinen Markttrend zu wachsen. (Foto: Schörghuber Unternehmensgruppe)

14.09.2022

Spürbare Erholung im Getränkebereich

Schörghuber Unternehmensgruppe steigert Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2021 deutlich

Mit einer deutlichen Steigerung des Umsatzes und des Ergebnisses hat die Schörghuber Unternehmensgruppe (SUG) das Geschäftsjahr 2021 abgeschlossen. Der Umsatz ohne die at Equity bilanzierte Paulaner Brauerei Gruppe stieg von 553,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 607,5 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn (EBIT) der Unternehmensgruppe wuchs überproportional von 9,2 (2020) auf 279,4 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Wesentlich infolge der Wertzu-schreibung auf seinen Immobilienbestand erhöhte das Eigenkapital des Konzerns sich um 8,7 Prozent auf 2,1547 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,9829 Milliarden Euro) und die Bilanzsumme um 9 Prozent auf 4,6043 Milliarden Euro (2020: 4,224 Milliarden Euro).

Bei einer Bilanzsumme von 1005,1 Millionen Euro (Vorjahr: 1002,3 Millionen Euro) und einem Eigenkapital von 289 Millionen Euro (Vorjahr: 297,6 Millionen Euro) steigerte die Paulaner Brauerei Gruppe ihren Umsatz von 621,6 (2020) auf 669,4 Millionen Euro und ihr operatives Ergebnis auf 29,9 Millionen Euro (Vorjahr: 16,7 Millionen Euro). Das Konzernergebnis betrug nach 3,3 Millionen Euro im Vorjahr 16 Millionen Euro.

„Wir sind stolz, dass trotz eines weiterhin sehr herausfordernden Marktumfelds die bereits zu Beginn der Pandemie von uns umgesetzten Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. So können wir nun aus einer Position der Stärke heraus im Markt agieren und uns weiterentwickeln“, sagt Nico Nusmeier, Vorsitzender des Vorstands. Co-CEO Florian Schörghuber fügt hinzu: „Einmal mehr hat sich unsere diversifizierte Struktur mit den vier Säulen Bauen & Immobilien, Getränke, Hotel und Seafood als resilient auch in turbulenten Zeiten erwiesen. Mit unserer neuen, fokussierten Holdingstruktur, an deren Implementierung wir aktuell arbeiten, werden wir künftig noch schneller und flexibler auf die Erfordernisse eines sich immer rasanter wandelnden Marktumfelds reagieren können.“

Besonders erfreulich entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut der Unternehmensbereich Bauen & Immobilien, der bei allen relevanten Kennzahlen über Plan lag. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 23 auf 352,8 Millionen Euro zu, während das EBIT auf von 88 auf 323,7 Millionen Euro stieg.

Der Paulaner Brauerei Gruppe gelang es, gegen den allgemeinen Markttrend zu wachsen. Trotz anhaltender Einschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie, die sich vor allem in der Gastronomie und bei Veranstaltungen bemerkbar machten, stieg der Bierabsatz um 4,1 Prozent auf 5,9 Millionen Hektoliter (Vorjahr 5,7 Millionen Hektoliter).

Deutliche Anzeichen der Erholung gab es im Unternehmensbereich Hotel. Obgleich insbesondere die deutschen Hotelbetriebe der Arabella Hospitality weiter stark von der Pandemie betroffen waren, stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 53,6 Prozent auf 107,7 Millionen Euro (Vorjahr: 70,1 Millionen Euro).

Positive Nachrichten vermeldet die Gruppe schließlich für den Unternehmensbereich Seafood. Dessen operative Gesellschaft Productos del Mar Ventisqueros konnte ihr operatives Ergebnis von - 6 Millionen im Vorjahr auf 7,2 Millionen Euro im Berichtszeitraum verbessern. Sie profitierte dabei nicht zuletzt von der spürbaren Erholung der Verkaufspreise für Salar sowie Coho und konnte dadurch die negativen Auswirkungen einer Algenblüte und des dadurch reduzierten Verkaufsvolumens begrenzen.

Die Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG ist die Führungsgesellschaft für den Unternehmensbereich Bauen & Immobilien. Das Immobilienportfolio mit einem Wert von 3,5 Milliarden Euro konzentriert sich wesentlich auf München und erwirtschaftet aus den Mieterträgen einen stabilen Cash-Flow. Im Geschäftsjahr 2021 investierte die Bayerische Hausbau 41 Millionen Euro (Vorjahr: 77 Millionen Euro) in ihren Bestand, wesentlich in die Kardinal-Faulhaber-Straße 1, wo 2023 das Fünf-Sterne Ultra Luxury Hotel Rosewood Munich eröffnen wird, die Premium-Büro-Immobilie PRANNER, in den Welfengarten am Nockherberg und in die Revitalisierung der Schwanthalerstraße 111a-115.

Die Bayerische Hausbau entwickelt in ihrem Projekt auf dem ehemaligen Betriebsareal der Paulaner Brauerei auf dem Nockherberg in der Münchner Au ein Quartier mit rund 1500 Wohnungen für rund 3500 Bewohner*innen. Bis 2023 ist der Abschluss der aus den drei Teilprojekten Am Alten Eiswerk, Welfengarten und Nockherberg bestehenden Gesamtmaßnahme vorgesehen. Im Berichtsjahr wurden dort 110 Wohneinheiten (Vorjahr: 102 Wohneinheiten) mit einem Volumen von 137,7 Millionen Euro beurkundet.

Die Wachstumsstrategie des Unternehmens unterstützen darüber hinaus eine ganze Reihe von Quartiersentwicklungen in München und Hamburg, die im vergangenen Jahr in der Baurechtschaffung weiter konsequent vorangetrieben worden sind. In der Landeshauptstadt sind dies ein Gebiet an der Freisinger Landstraße in Schwabing-Freimann (12 Hektar), ein im Joint Venture entwickeltes Areal am Lerchenauer Feld (23 Hektar), der fünfte Bauabschnitt in der Messestadt (24 Hektar) und ein großes Gebiet am Dreilingsweg (14 Hektar), das in enger Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München als Grundstückseigentümerin entwickelt wird. Auf den vier Arealen sollen insgesamt rund 5800 attraktive Wohnungen den unverändert angespannten Wohnungsmarkt entlasten.

Die Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA ist im Biermarkt Markführerin in ihren Kerngebieten Bayern und Baden-Württemberg. Die im Joint Venture mit Heineken International B.V. (30 Prozent) geführte Gesellschaft, die wegen der gemeinschaftlich ausgeübten Kontrolle at Equity bilanziert wird, fungiert als Stammhauskonzern des Unternehmensbereichs Getränke. Sie hält eine 100-prozentige Beteiligung an der Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG, der Privatbrauerei Hoepfner GmbH und der Privat-Brauerei Schmucker GmbH sowie 63,8 Prozent an der börsennotierten Kulmbacher Brauerei AG.

Trotz der weiterhin negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hat die Paulaner Brauerei Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr Absatzvolumen (inklusive alkoholfreier Erfrischungsgetränke und Handelsware) auf 8,372 Millionen Hektoliter (Vorjahr: 7,885 Millionen Hektoliter) und ihren Bierabsatz auf 5,887 Millionen Hektoliter (2020: 5,676 Millionen Hektoliter) gesteigert. Dies war vor allem auf eine deutliche Erholung der Exportmärkte zurückzuführen. Während sich jedoch der Ausfuhrumsatz im deutschen Gesamtmarkt um lediglich 4 Prozent erholte, stieg der der Paulaner Brauerei Gruppe um 18,6 Prozent auf 1,3 Millionen Hektoliter (Vorjahr: 1,1 Millionen Hektoliter).

Neben der exportstarken Kernmarke Paulaner und den Marken Mönchshof sowie Hacker-Pschorr entwickelte sich vor allem die Hellbiermarke Chiemseer unverändert positiv: Mit einem Absatzplus von 23,3 Prozent konnte die in Rosenheim gebraute Spezialität von 225 000 Hektolitern im Vorjahr auf nunmehr 278 000 Hektoliter zulegen. Durch den großen Erfolg ihrer Hellbiere der Marken Auerbräu, Chiemseer, Fürstenberg, Hacker-Pschorr, Mönchshof und Paulaner konnte die Gruppe mit einem Absatzplus von 32,5 Prozent bundesweit ihre Position als Nummer Zwei im Markt deutlich ausbauen.

Sehr erfreulich entwickelte sich schließlich auch das Geschäft mit alkoholfreien Erfrischungsgetränken, das mit einem Plus von 20,6 Prozent auf 1,6 Millionen Hektoliter zulegte (Vorjahr: 1,3 Millionen). Größter Wachstumstreiber mit einem Absatzplus von 35,7 Prozent war hier das Kultgetränk Paulaner Spezi.

Aktuell führt die Schörghuber Unternehmensgruppe eine neue dezentrale Konzernstruktur ein, die den Unternehmensbereichen zukünftig mehr Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zuordnet. Dazu werden die bislang durch die Holding und dezidierte Servicegesellschaften erbrachten Dienstleistungen etwa in den Bereichen Finance, IT, Personal oder Steuern direkt den operativen Gesellschaften zugeordnet. Die Holding fungiert dabei künftig als strategisches Dach, unter dem die Geschäftsbereiche mehr Verantwortung erhalten, um sich optimal an den Gegebenheiten ihres jeweiligen Marktes und dessen individueller Dynamik auszurichten.
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Darüber hinaus plant das Unternehmen verstärkte Venture-Capital-Investments in Geschäftsfelder, die zu denen der SUG komplementär sind. Über ihr Family Office investiert die Familie Schörghuber bereits heute in junge, innovative und schnellwachsende Unternehmen in Branchen, in denen auch die SUG aktiv ist, oder in komplementäre Geschäftsfelder.
(Friedrich H. Hettler)
 

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