Wirtschaft

Bei Brose muss gespart werden. (Foto: dpa/Daniel Vogl)

07.04.2025

Brose unter Druck: Fränkischer Autozulieferer verteidigt Sparkurs

Die Autobranche leidet und mit ihr auch die Zulieferer wie Brose aus Coburg

Die Unternehmensführung des Autozulieferkonzern Brose hat ihren Sparkurs verteidigt. In der Branche würden im Moment keine Aufträge vergeben, die man mit den aktuellen Lohnkosten in Deutschland kostendeckend abwickeln könne, sagte Michael Stoschek, Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Dabei habe Brose auf seinen Feldern keinen in Deutschland produzierenden Wettbewerber. "Sie können sich also vorstellen, unter welchem Druck wir stehen", sagte er in Coburg. Brose sei aber ein weltweites Unternehmen und produziere auch in Ländern mit deutlich niedrigeren Lohnkosten.

Mit der Produktion in Deutschland verzichteten die Gesellschafter auf Profit, sagte Stefan Krug, Vorsitzender der Geschäftsführung.

"Zu unflexibel"

Wegen der großen Probleme in der Autobranche leiden etliche Zulieferer in Deutschland - darunter auch Brose mit Hauptsitz in Coburg. Die Automobilbranche stecke in ihrer größten Krise überhaupt, sagte Stoschek. Deutschlands Wirtschaft brauche eine Investitionsförderung. Sonst gehe der Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie unvermindert fort.

Brose habe 2024 Verluste geschrieben, sagte Krug, es gebe einen Jahresfehlbetrag von 100 Millionen Euro. Der Umsatz liegt bei 7,7 Milliarden Euro. Brose habe sich als "zu groß, zu unflexibel, zu langsam" erwiesen, man müsse effizienter und schlanker werden. Die Konsolidierung betreffe nicht nur das Inland, sondern alle Produktionsstätten. Nach eigenen Angaben hat Brose 32.000 Beschäftigte in 24 Ländern weltweit.

In Deutschland werden konkret derzeit die drei fränkischen Standorte Coburg, Bamberg/Hallstadt und Würzburg überprüft. Möglicherweise wird das Werk in Würzburg geschlossen. Eine Entscheidung wird für den Sommer erwartet. "Wir sind mitten in der Transformation", bekräftigte Krug.

Fehler in der Vergangenheit

In der Vergangenheit hätte Brose hohe Investitionen in die Anlagen gemacht, dies sei künftig eine Hauptbaustelle: "Es muss gelingen, weniger zu investieren." Es brauche in der Produktion flexiblere und kostengünstigere Lösungen. "Die Geschäftsführung hat die Kapazitäten falsch eingeschätzt", ergänzte Stoschek.

"Langfristig" sei das Unternehmen auch bereit, einen Investor zu suchen. Ziel sei es aber, weiterhin ein Familienunternehmen zu bleiben. Das Thema sei aktuell auch nicht relevant. Brose befindet sich komplett in Familienhand. Stoschek ist der Enkel des Firmengründers Max Brose.
(Kathrin Zeilmann, dpa)

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