Wissenschaft

Wer versteht, wie Ameisen denken, kann ihre Präferenzen manipulieren. (Foto: Julia Giehr)

03.09.2020

Ameisen austricksen: Kognitive Kontrolle invasiver Tiere

In einem interdisziplinären neuen Forschungsansatz werden vergleichende Psychologie und Verhaltensökonomie mit Aspekten des Naturschutzes kombiniert.

Mit dem zunehmenden globalen Austausch von Waren werden auch Pflanzen und Tiere über weite Strecken in Gebiete gebracht, in denen sie nicht heimisch sind: die sogenannten invasiven Arten. Oft konkurrieren Arten dann um Raum und Ressourcen, manchmal sind die invasiven Arten in ökologischer, ökonomischer und/oder gesundheitlicher Hinsicht auch bedenklich. Ein Beispiel dafür sind invasive Ameisen: Sie können ökologisch verheerend sein und wirtschaftlich schädlich, und es ist fast unmöglich, sie loszuwerden – nicht zuletzt, da sie in unterirdischen Nestern leben und ein besonderes Schutzverhalten entwickelt haben. Exakt hier setzt der Biologe Tomer Czaczkes von der Universität Regensburg an: „Die kognitiven Fähigkeiten von Ameisen, Tieren im Allgemeinen, werden immer noch oft ignoriert. Dabei bieten sie völlig neue Möglichkeiten, sich dieser invasiven Arten zu erwehren.“ Das Ignorieren dieser Erkenntnis hat eine kritische Wissenslücke bei der invasiven Artenkontrolle hinterlassen, die Tomer Czaczkes füllen will.

Personengebundene EU-Förderung


Für die Arbeit an seinem interdisziplinären Ansatz erhält er dafür ab April 2021 einen ERC Starting Grant. Diese EU-Förderung ist personengebunden, und Tomer Czaczkes plant, die fünfjährige Projektzeit an der Universität Regensburg zu forschen. Sein Projekt Cognitive Control - Revolutionizing invasive alien species control using behavioural economics and animal cognition will grundlegende Einblicke in das individuelle und kollektive Verhalten geben und diese hinsichtlich der zunehmend globalen Herausforderung der invasiven Tierkontrolle anwenden. Ziel des Biologen sind innovative Einblicke in die Entscheidungsfindung bei Insekten, im speziellen die der Argentinischen Ameise. Erkenntnisse, wie sich deren Präferenzen manipulieren lassen, könnten die invasive Artenkontrolle weltweit revolutionieren und Europa als Hauptakteur bei der invasiven Ameisenbekämpfung etablieren. (BSZ)

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