Wissenschaft

Mensch-Roboter-Kollaboration: Christophe Barlieb will kleine und mittlere Unternehmen im Bauwesen dabei unterstützen, neue, digital getriebene Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können. (Foto: Victor Nastas)

08.11.2022

Altes Handwerk trifft auf Digitalisierung

Projekt an der OTH Regensburg soll Firmen aus Bau und Architektur in der Region unterstützen

Mehr als acht Millionen Euro investiert der Freistaat in die Einrichtung von 13 interdisziplinären Digitalisierungskollegs an 17 Hochschulen in Bayern. Eines davon entsteht an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg: das Cyber Crafting Kolleg (CCK). „Damit wollen wir die digitale Bildung in den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen revolutionieren“, sagt Thomas Linner, Professor für Bauingnieurwesen an der OTH. Es gehe darum, kleine und mittlere Unternehmen im Bauwesen zu befähigen, „neue, digital getriebene Produkte und Dienstleistungen anzubieten“.

Über die neuen Digitalisierungskollegs sagt Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU): „Der digitale Wandel ist ein Schlüsselthema für unseren zukünftigen Wohlstand. Deshalb qualifizieren wir Studierende in ganz Bayern dafür, zentrale Fragen der Digitalisierung zu durchdringen und sich über Fächergrenzen hinweg mit ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinanderzusetzen. Mit der thematischen Bandbreite und der Qualität der neuen Digitalisierungskollegs präsentieren sich unsere Hochschulen einmal mehr als Schrittmacher gesellschaftlicher Innovation.“

Das CCK verbinde die langjährige Digitalisierungs-Expertise der OTH Regensburg gerade im Bereich des integrierten, digitalen Bauens mit den radikal neuen Denkweisen, die Christophe Barlieb (Fakultät für Architektur) in seinem Cybercraft-Paradigma niedergeschrieben hat und Thomas Linner (Fakultät Bauingenieurwesen) in seiner Buchreihe Handbooks in Construction Robotics zur Anwendung von Bauautomatisierungslösungen analysiert hat.

 

Kooperation mit Unternehmen aus der Bau- und der Technologiebranche


Zentral für das neue Digitalisierungskolleg ist der Ansatz, neueste wissenschaftliche und technologische Methoden und Erkenntnisse gemeinsam mit Unternehmen aus der Region in der Praxis zum Einsatz zu bringen. Linner bringt hier seine Erfahrung in der Auffassung vom sogenannten Bauen als ein menschzentriertes Produktionssystem ein. Barlieb wiederum ist ausgewiesener Experte im Bereich der digitalen Transformation von handwerklichen Aktivitäten und Prozessen. Das CCK will daher von Anfang an mit Verbänden sowie lokalen Unternehmen aus der Bau- und der Technologiebranche zusammenarbeiten.

Das Kolleg richtet sich dediziert interdisziplinär an Studierende aller Fachrichtungen, um deren Potenzial für das Bauen und das Handwerk zu erschließen. Energie- und Ressourceneffizienz in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Infrastruktur, Arbeiten und Gesundheit können dadurch verbessert werden, davon sind Barlieb und Linner überzeugt: „Das Bauwesen agiert als Innovationstreiber quer durch alle Gesellschaftsbereiche“, so die Professoren.

Das CCK will die Bau- und Handwerkskultur in der Region stärken. Mit der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei Integration und Anwendung neuer digitaler Technologien. Und vor allem mit der Ausbildung von jungen Menschen, die als die Fachkräfte von morgen nach Abschluss des Studiums fächerübergreifendes Know-how aus Architektur und Bauingenieurwesen, aber auch aus Maschinenbau, KI oder Elektrotechnik in die Betriebe mitbringen. Und nicht zuletzt verfolgt das CCK eine bewusste Veränderung des Innovationsprozesses: Statt von oben nach unten, von unten nach oben: Mikroinnovationen anhand konkreter Problemstellungen in Bau und Handwerk, von denen langfristig die gesamte Baubranche profitieren soll. (Michael Hitzek)

 

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