Bauen

Das neue 50-Meter-Schwimmbecken. (Foto: ESTW)

30.07.2010

Altes Bad in neuem Gewand

Das Röthelheimbad in Erlangen wurde für rund neun Millionen Euro generalsaniert

Die gelben Flaggen an den Bussen des Erlanger Stadtverkehrs, die Badehosen symbolisieren sollen, kündigten es seit Tagen an: Das Röthelheimbad wird wieder eröffnet. Am 18. Juni 2010 nahm das rundum sanierte Freibad offiziell wieder den Badebetrieb auf.
Die Wasser- und Filtertechnik war verbraucht und nicht mehr in ausreichendem Maße funktionsfähig, die Beckenhydraulik entsprach nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben, die Fliesenbeläge in den Schwimmbecken waren brüchig und locker. Die Sanitäranlagen waren in einem sehr schlechten Zustand. Jedes Jahr musste mit beträchtlichem finanziellen Aufwand repariert und ausgebessert werden. Als dann im Sommer 2008 die komplette Heizungsanlage defekt war und die Erlanger Stadtwerke (ESTW) kurzfristig eine provisorische, mobile Heizungsstation einsetzen mussten, war klar: Die Sanierung des Röthelheimbads ist dringend notwendig.

Durch den neuen Eingang an der Hartmannstraße kommt man jetzt in das Freibad und in die Sportschwimmhalle. Vor dem Eingangsbereich haben die ESTW eine neue Bushaltestelle „Röthelheimbad Ost“ eingerichtet, schräg gegenüber neben der Sportanlage liegt der Parkplatz. Neu ist auch der Multifunktionsbau entlang der Hartmannstraße. In ihm befinden sich die Gebäude- und Filtertechnik, Sozialräume und der großzügig angelegte Kraftraum für das Training der Leistungsschwimmer. Im dem dem Bad zugewandten Teil sind Sanitärräume, Umkleiden und Garderobenschränke untergebracht. Praktisch für Familien mit Kleinkindern ist der neben Planschbecken und Kinderspielplatz eingerichtete sanitäre Eltern- und Kindbereich mit Wickelraum.
Bei der Sanierung des Freibads wurden auch beträchtliche Teile der Umkleiden und der sanitären Anlagen der Hannah-Stockbauer-Halle sowie die Heizungs- und Lüftungstechnik erneuert. Die Außenfassade und das Dach mit der gesamten Entwässerungstechnik wurden saniert.
Auch die Gastronomie im Röthelheimbad ist neu. Im denkmalgeschützten Pavillon neben dem Eingangsbereich, in dem zuvor Gartengeräte standen, ist eine moderne Küche mit Ausgabe entstanden.
Die Tribüne, der so genannte Affenfelsen musste komplett neu aufgebaut werden. Der Pavillon im Westen der Tribüne ist zur Nutzung durch jugendliche Gäste vorgesehen. Die Erlanger Stadtwerke werden mit den Ideen der jungen Leute vom Jugendparlament diese Räume jugendgerecht ausstatten.
Durch den Abriss des alten Sanitärgebäudes konnte ein Laubengang entstehen, der an die Anordnung des alten Röthelheimbads aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erinnert. Die nördlich gelegene Sportwiese ist nun leichter einzusehen und zu erreichen. Das alte Eingangsgebäude an der Gebbertstraße wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutz erhalten sowie saniert und dient nun als Nebeneingang für Zeitkartenbesitzer in der Freibadsaison und als Lagerraum für den Betrieb und die Vereine.
Der Kinderspielplatz am vertrauten Ort neben den Planschbecken präsentiert sich mit neuen pfiffigen Spielgeräten einladend und bunt.
Jetzt gibt es ein 50-m-Schwimmerbecken mit acht Bahnen – zuvor nur fünf Bahnen und Startblöcken, über 1000 Quadratmeter Wasserfläche und über 1500 Kubikmeter Wasserinhalt. Die Wassertiefe beträgt 1,35 bis 1,80 Meter.
Ferner verfügt das Röthelheimbad über ein Nichtschwimmerbecken mit ebenfalls über 1000 Quadratmeter Wasserfläche (Wassertiefe von fünf Zentimeter im Strandbereich bis 1,30 Meter) mit einem Strömungskanal, dem Erlanger Wasserpilz, einer Breitrutsche, Massagedüsen, Breitspeiern, einer Schwalldusche, Bodenstrudlern und einer Luftsprudelwand. (BSZ)

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