Bauen

Das Unwetter zeigte die gravierenden Unterschiede bei der Widerstandsfähigkeit von Beschattungssystemen: Die Aluminium-Giebelrollläden überstanden den Hagelschlag völlig unversehrt, die Raffstores im Erdgeschoss erlitten einen Totalschaden. (Foto: Schanz)

26.10.2026

Aluminiumrollläden lassen Hagel einfach abprallen

Unwetter zeigt gravierende Unterschiede bei der Widerstandsfähigkeit von Beschattungssystemen

Ein Extremwetterereignis in Süddeutschland führt die gravierenden Materialunterschiede beim Sonnenschutz drastisch vor Augen: Während die Aluminium-Giebelrollläden des Einfamilienhauses den Hagelschlag völlig unversehrt überstanden, erlitten die Raffstores im Erdgeschoss einen Totalschaden.

Maßarbeit für die Schräge

Anders als im mit rechtwinkligen Standardfenstern und klassischen Raffstores ausgestatteten Erdgeschoss verlangten die schrägen Giebelfenster im Obergeschoss nach einer Sonderlösung. Diese gestalterische Herausforderung führte die Bauherren zu Schanz Rollladensysteme, einem Spezialisten für außergewöhnliche Fensterformen.

„Eine solche Mischlösung an einer Hausseite ist eigentlich ungewöhnlich“, erklärt Steffen Schanz. Was herkömmliche Modelle an ihre Grenzen bringt, löst das Unternehmen mit maßgefertigten Systemen, die aus einem dezenten, unten angebrachten Rollladenkasten nach oben laufen. Für die Hausbesitzer zahlt sich diese Investition nun handfest aus: Während die filigranen Raffstorelamellen im Erdgeschoss irreparabel einknickten und vollständig ausgetauscht werden müssen, findet sich an den oberen Aluminiumrollläden nicht die kleinste Delle.

Härte-Boost durch eloxierte Oberfläche

Für die hohe Widerstandsfähigkeit dieser Rollladensysteme sorgen drei Faktoren: Materialwahl, Verarbeitung und Oberflächenbehandlung. Stranggepresste Aluminiumprofile sind deutlich dickwandiger als rollgeformte Standardprofile, die oft mit Polyurethanschaum stabilisiert werden müssen. Bei der stranggepressten Variante gibt es keinen Kunststoff, der im Laufe der Jahre porös werden und an Stabilität verlieren würde. Den ultimativen Härte-Boost erhalten die Profile durch Eloxieren. Bei diesem elektrochemischen Verfahren wird die oberste Metallschicht in eine extrem harte Oxidschicht umgewandelt. Dies verhindert ein Abplatzen oder Abblättern der Oberfläche durch Hageleinschläge oder extreme Temperaturschwankungen.

Dass diese Konstruktionen extremen Wetterereignissen und sogar hühnereigroßem Hagelschlag standhalten, belegen offizielle Prüfungen: Einige Systeme des Herstellers wurden vom IBS - Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung in Linz getestet und mit offiziellen Hagelwiderstandsklassen zertifiziert. So bleiben die robusten Aluminium-Rollläden zum Schutz der Fenster gerade bei Sturm und Hagel geschlossen. Filigrane Jalousien dagegen müssen über Windsensoren oder Steuerungssysteme bei aufziehendem Unwetter hochgefahren werden, um Schäden zu vermeiden.

Hitze sorgt für Nachrüstungswelle auch im Neubau

Traditionell sind die nachrüstbaren Systeme vor allem im Altbau gefragt, verzeichnen jedoch inzwischen auch eine spürbare Umrüstwelle bei Häusern neueren Baujahrs. Den Anstieg sieht der Experte eindeutig im Klimawandel begründet: Neben extremen Unwettern treibt vor allem der Hitzeschutz immer mehr Hausbesitzer um. Auch hier sind Aluminium-Rollläden im Vorteil, da sie bis zu 92 Prozent der Sonnenstrahlen abfangen, bevor sie auf die Fensterscheibe treffen. Herkömmliche Kunststoffmodelle dagegen sollten bei extremer Hitze nie lückenlos geschlossen werden, da die stark aufgeheizte Luftsäule zwischen Glas und Rollladen auf Dauer zu Verformungen und Schäden führen kann. Um diese Probleme von vornherein auszuschließen, empfiehlt es sich, Aluminiumsysteme bereits bei der Planung von Neubauten zu berücksichtigen. Wer erst später umsteigen möchte, kann die Aluminiumvariante jederzeit und ohne aufwendige Bauarbeiten am Haus nachrüsten. (BSZ)

Informationen unter www.rollladen.de

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