Bauen

Peter Wegner. (Foto: William Veder)

05.11.2026

Bauen darf nicht noch teurer werden

Infrastrukturkostenumlage: Bauen darf nicht noch teurer werden

Der Verband Wohneigentum unterstützt das Ziel des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium, mehr Bauland auszuweisen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Die vorgeschlagene erweiterte Infrastrukturkostenumlage sowie einen Planungswertausgleich sieht der Verband dagegen kritisch. "Wer den Wohnungsmangel beheben will, darf Bauvorhaben nicht teurer machen", erklärt Verbandspräsident Peter Wegner.

Nach Einschätzung des Beirats bremst der Mangel an Wohnraum das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Hohe Wohnkosten belasteten die Haushalte und erschwerten den Wechsel in Regionen mit produktiveren Arbeitsplätzen. Die Ökonomen schlagen deshalb vor, Kommunen stärkere Anreize zur Ausweisung von Bauland zu geben.

Zugleich sollten Grundstückseigentümer und Bauherren über eine erweiterte Infrastrukturkostenumlage oder einen Planungswertausgleich stärker an den Kosten zusätzlicher Infrastruktur wie Schulen, Kitas und Verkehrswegen beteiligt werden. Darüber hinaus empfiehlt der Beirat, in älteren Bebauungsplänen grundsätzlich mehr Geschossfläche zuzulassen und maßvolle Erweiterungen innerhalb bestehender Siedlungen zu erleichtern.

Keine neuen Kostentreiber beim Bauen

„Mehr Bauland und einfachere Nachverdichtung sind die richtigen Ansätze, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Es ist sinnvoll, Wohnraum in Gebieten zu ermöglichen, die infrastrukturell bereits erschlossen sind“, sagt Verbandspräsident Wegner.

Weiteren Abgaben erteilt Wegner hingegen eine klare Absage. Jede zusätzliche Belastung schmälere das Kapital, das für die Schaffung von Wohnraum zur Verfügung stehe. „Eine erweiterte Infrastrukturkostenumlage oder ein Planungswertausgleich darf Bauvorhaben nicht zusätzlich verteuern. Die Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur darf nicht durch größere Belastungen für Bauherren die Schaffung von Wohnraum erschweren", erklärt Wegner.

Der Verband Wohneigentum fordert deshalb, die Gesamtbelastung für Bauherren im Blick zu behalten. Grunderwerbsteuer, Notarkosten und immer neue Auflagen verteuern den Weg ins Wohneigentum zusätzlich zu den ohnehin gestiegenen Baukosten.

Wie stark die Belastung bereits ist, zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind im August 2026 gegenüber August 2025 um 5,5 Prozent gestiegen. Dabei verteuerten sich sowohl Ausbau- als auch Rohbauarbeiten deutlich – um 5,7 beziehungsweise 5,4 Prozent. (BSZ)

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