Bauen

Die Zehn-Millionen-Euro-Investition ist ein Bekenntnis für die berufliche Bildung im ländlichen Raum. (Foto: Photographie Petra Kellner, Amberg)

03.11.2022

Bestens für die Zukunft gerüstet

Das Stammgebäude der BOS/FOS in Cham wurde generalsaniert

Der Landkreis Cham hat eine der modernsten Berufsschulen in Bayern und nun auch ein Berufliches Schulzentrum auf dem neusten Stand. Pünktlich zum Start des neuen Schuljahrs fanden die rund 500 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums Cham (BSZ), welches die drei Schulen Fachoberschule (FOS), Berufsoberschule (BOS) und Wirtschaftsschule (WS) unter einem Dach vereint, beste Lernbedingungen.

Träger und Bauherr der Maßnahme ist der Landkreis Cham. „Wir investieren seit Jahren massiv in unsere beruflichen Schulen. Der Rohstoff Geist ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung unserer Heimat“, ordnet Landrat Franz Löffler (CSU) die Bedeutung der gelungenen Generalsanierung ein. Die Zehn-Millionen-Euro-Investition sei ein klares Bekenntnis für die berufliche Bildung im ländlichen Raum. Die staatliche Förderung betrug dabei insgesamt rund 5,5 Millionen Euro. Der Landkreis brachte Eigenmittel von 4,5 Millionen Euro auf.

Die erfolgreiche Sanierung wurde am 30. September 2022 gefeiert. Dies umso mehr, als die Schule schon vor zwei Jahren ihr 50-jähriges Jubiläum würdig begehen wollte. Wegen der Pandemie wurde dieser „runde Geburtstag“ nun gleich mitgefeiert.

Die vom Kreistag beschlossene Generalsanierung fand in zwei Bauabschnitten statt. Im ersten Teil wurde die ehemalige Landwirtschaftliche Berufsschule erweitert und die ehemalige Kfz-Abteilung der Berufsschule umgebaut und saniert. Im größeren zweiten Bauabschnitt wurde das Hauptgebäude bis zum Rohbauzustand rückgebaut. Nur die Satteldachkonstruktion einschließlich Deckung blieb erhalten.
Der Bauabschnitt Ia beinhaltete die Aufstockung der ehemaligen landwirtschaftlichen Berufsschule, im 1. Obergeschoss befinden sich hier jetzt die Chemie-Fachräume. Im Bauabschnitt Ib erfolgten der Umbau und die Sanierung der ehemaligen Kfz-Abteilung. Das Erdgeschoss wird jetzt für den Lehrer*innenbereich sowie Kunst und Musik genutzt, das Untergeschoss als Klassenräume für den Fachbereich Wirtschaft. Der Bauabschnitt II umfasste den Umbau und die Generalsanierung des restlichen Schulgebäudes.

Im Untergeschoss sind jetzt die Bereiche Informatik, Moderne Medien, integrierte Fachräume, Übungsbüro, Pausenhalle und Nebenräume untergebracht. Das Erdgeschoss wird durch die Verwaltung, den Lehrer*innenbereich und für Unterrichtsräume genutzt. Im 1. Obergeschoss befinden sich die Fachräume für Physik, Chemie, Biologie und Technologie. Das 2. Obergeschoss sieht ausschließlich Unterrichtsräume vor. Der Mehrzweckraum im Dachgeschoss blieb erhalten.

Das Gebäude wurde komplett barrierefrei durch Rampen und einen Aufzug erschlossen. In allen Geschossen liegt in der Mitte eine Nebenraumzone, ein neuer Durchbruch verbindet die beiden Flure barrierefrei miteinander. Als erste Schule des Landkreises erhielten alle Klassen- und Fachräume eine dezentrale Lüftung.

„Den Architekten, den Fachplanern und allen am Bau beteiligten Firmen ist hinsichtlich der Kosten und des Zeitplans eine Punktlandung gelungen. Dies ist in dieser herausfordernden Zeit absolut keine Selbstverständlichkeit und sehr bemerkenswert“, freute sich Löffler über das erfolgreiche Projekt. Neben der 2009 neu gebauten Berufsoberschule mit Wirtschaftsschule verfügt nun auch die Fachoberschule über moderne Räume.

Völlig neu geschaffen wurde im Rahmen der Generalsanierung im Bereich „Informatik/Neue Medien“ der „Lernraum.Zukunft“, ein digitaler Interaktionsraum, der gleichermaßen kreativ wie experimentell genutzt werden kann. Beim Lernen selbst rückt weniger das reproduktive als das prozess- und ergebnisorientierte kreative und kritische Lernen in den Fokus. Im Lernraum.Zukunft gibt es kein Vorne und kein Hinten, keine Tafel und keinen Lehrerplatz, keine Kabel und keine Schalter. Der Raum ermöglicht Lehrer*innen einen Perspektivwechsel und ein Hineinversetzen in die Lernerfahrungen der Schülerinnen und Schüler. Im Lernraum kommen hochwertige Virtual Reality Brillen zum Einsatz. Mit einer Art „Röntgenblick“ wird zum Beispiel in 3D das Innere des menschlichen Körpers erkundet.

Cham hat sich längst erfolgreich als Hochschulstandort etabliert. Die am Technologie Campus Cham der Technischen Hochschule Deggendorf angebotenen Studiengänge erfreuen sich einer steigenden Nachfrage. Ein wichtiger „Lieferant“ ist auch die FOS/BOS. Sie zählt mit knapp 200 (Fach-)Abiturientinnen und Abiturienten pro Jahr fast ebenso viele Studienberechtigte wie die drei Gymnasien im Landkreis zusammen. Der prosperierende Chamer Technologiecampus ist dabei für die Absolventen der FOS/BOS eine attraktive Möglichkeit, um vor Ort zu studieren.

Vor Kurzem bezog der ständig wachsende Campus zudem einen Klassentrakt in der alten Berufsschule. Bis zur Fertigstellung seines eigenen Erweiterungsbaus wird der Campus direkter Nachbar der FOS/BOS sein. Durch diese Nähe ergeben sich Synergieeffekte und Ansatzpunkte für Kooperationen. Absolventen des technischen Zweiges der FOS/BOS können, wenn sie wollen, im gleichen Gebäude am TC Cham studieren.

„Der zweite Bildungsweg hat sich längst als ein bedeutender Standortfaktor für unsere Region etabliert“, fasst Landrat Franz Löffler die Bedeutung der Generalsanierung zusammen. „Mit den neuen Räumlichkeiten haben wir hier beste Lernumgebung geschaffen.“ (BSZ)

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