Bauen

Die Mittelschule bezieht in den Sommerferien einen Teil der Pilotyschule, damit der Altbau saniert werden kann. (Foto: Dirk Lauterbach, wbg Nürnberg)

01.10.2025

Bewahrung des Bestands

Generalsanierung der Nürnberger Ludwig-Uhland-Schule startet im Herbst

Am Schulstandort Uhlandstraße in Nürnberg startet im Herbst 2025 die umfassende Generalsanierung des denkmalgeschützten Altbaus der Ludwig-Uhland-Schule. Die WBG KOMMUNAL GmbH übernimmt die Maßnahme im Auftrag der Stadt Nürnberg. Den Auftakt machen zwei Umzüge: Bereits in den Sommerferien wechselt die Mittelschule in einen Teil der – ebenfalls durch die WBG KOMMUNAL sanierten – Pilotyschule. In den Herbstferien folgt die Grundschule, die mit etwas Verzögerung aufgrund eines Wasserschadens ihr neues Domizil im angrenzenden Neubau beziehen kann.

Ziel ist es, das historische Gebäude in seiner imposanten Erscheinung zu bewahren und gleichzeitig eine zeitgemäße, barrierefreie und energieeffiziente Lernumgebung zu schaffen. Die Maßnahme umfasst unter anderem die Erneuerung der gesamten Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen inklusive EDV, neue Fenster, eine neue Dacheindeckung sowie den Einbau einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
„Es ist eine besondere Herausforderung, ein denkmalgeschütztes Gebäude dieser Größe und Funktion zu sanieren. Gleichzeitig ist es eine große Chance, Alt und Neu in Einklang zu bringen“, so Ralf Schekira, Geschäftsführer der WBG KOMMUNAL GmbH. Eine Außendämmung wird – aus denkmalpflegerischen Gründen – nicht vorgenommen, dafür aber die ursprüngliche helle Fassadenfarbe wiederhergestellt. Diese neue Erkenntnis konnte bereits bei der Farbwahl des Neubaus berücksichtigt werden, sodass ein harmonisches Ensemble von Alt- und Neubau entsteht.

„Die Generalsanierung ist ein wichtiger Meilenstein für die Bildung in Nürnberg. Wir schaffen nicht nur moderne Lernbedingungen, sondern erhalten auch ein bedeutendes historisches Gebäude für die Zukunft. Die neue Mittelschule wird dem wachsenden Bedarf an Ganztagsangeboten gerecht und bietet Raum für vielfältige pädagogische Konzepte“, betont Cornelia Trinkl, Referentin für Schule und Sport der Stadt Nürnberg.

Auch aus planerischer Sicht ist das Projekt bemerkenswert: „Der sensible Umgang mit dem historischen Bestand verlangt viel Fingerspitzengefühl. Gleichzeitig gelingt es uns, die Schule energetisch und funktional auf den aktuellen Stand zu bringen – ein gutes Beispiel für die Verbindung von Stadtentwicklung, Denkmalschutz und Klimaschutz“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

Mit dem Neubau der Grundschule, der bereits als zweiter Bauabschnitt nach der Umnutzung der alten Turnhallen zur Mensa und Mittagsbetreuung realisiert wurde, entstehen am Standort künftig optimale Bedingungen für eine moderne, ganztägige Bildung. Der Neubau bietet Platz für bis zu 400 Kinder in 16 Klassen. Nach Abschluss der Generalsanierung wird auch die Mittelschule erheblich erweitert: Bis zu 625 Schülerinnen und Schüler finden dann in sechs Halbtags-, 19 Ganztags- und bis zu elf Mittlere-Reife-Klassen eine neue schulische Heimat.

„Wir investieren an der Uhlandstraße in die Zukunft unserer Stadt. Mit dem Neubau und der Sanierung schaffen wir einen leistungsfähigen und attraktiven Schulstandort im Nürnberger Norden – direkt im Herzen des Quartiers rund um den ehemaligen Nordbahnhof“, betont Oberbürgermeister Marcus König.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 48 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Altbaus ist für Herbst 2028 geplant. Die Finanzierung erfolgt über Mittel der Stadt Nürnberg sowie durch Fördergelder des Freistaats Bayern. (BSZ)

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