Bauen

Mehr Kommunikation und Wissenstransfer notwendig, damit Architekten, Baustoffindustrie und Bauherren Vorteile der Digitalisierung besser nutzen können. (Foto: Die Werkbank)

21.12.2018

Digitalisierung der Baubranche

BIM-Experte begrüßt geplante BIM-Kompetenzzentren und Bekenntnis der Bundesregierung zur Digitalisierung der Baubranche

Der von der Bundesregierung forcierte Bau neuer Kompetenzzentren für den Hoch- und Infrastrukturbau ist nach Worten von BIM-Experte Matthias Uhl ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit der Schaffung derartiger Zentren reagieren die Ministerien auf den dringend benötigten Aufbau von Know-how“, sagt Matthias Uhl, Gründer und Geschäftsführer von "Die Werkbank". Fraglich bleibe zum jetzigen Zeitpunkt allerdings, nach welchen Vorgaben und Lehrplänen hier Know-how auf- und ausgebaut werden soll.

Uhl verweist auf den Nachholbedarf im Umgang mit BIM (Building Information Modeling). Selbst mit der bestehenden Infrastruktur seien die vergangenen Jahre viele Hausaufgaben nicht gemacht worden. Konkret kritisiert er die oftmals fehlenden oder lückenhaften Lehrinhalte in Ausbildungseinrichtungen wie Universitäten oder Fachhochschulen. Der öffentliche Sektor erschwere es der Branche demnach mit seiner zögerlichen Vorgehensweise, in Sachen Digitalisierung auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Das soll sich laut Bundesregierung ändern, wie eine jetzt veröffentlichte Drucksache des Bundestags zeigt, in der sich die Regierung weiterhin zur Einführung von BIM bekennt: Mit BIM-Kompetenzzentren sollen unter anderem Fortbildungsformate für die Beschäftigten in der Verwaltung entwickelt werden, die dabei helfen, ein bundesbauspezifisches Netzwerk aufzubauen und ein Verständnis für BIM in der Baubranche zu schaffen. Building Information Modeling unterstützt die Baubranche laut Uhl dabei, die Kommunikation zwischen allen Projektbeteiligten zu verbessern. Im Augenblick fehle jedoch vor allem Kommunikation zu BIM. „Ein funktionierendes BIM ermöglicht es Planern, die optimale Lösung für ihr Bauvorhaben schnell und aufwandsoptimiert zu finden. Aktuell bleiben noch immer zu viele Systemvarianten der Industrie ungenutzt, weshalb heute oftmals nicht die Bauqualität erreicht wird, die eigentlich möglich wäre.“ Es gelte nun, sich der Versäumnisse der vergangenen Jahre im Bereich Digitalisierung bewusst zu werden, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Das neue nationale BIM-Kompetenzzentrum soll laut Regierung die Einführung digitaler Methoden koordinieren und damit die Digitalisierung des Baus weiter vorantreiben. Ziel sei es, das erarbeitete Wissen sowie aufgestellte Standards und Vorgaben im Anschluss öffentlich einsehbar zu machen, damit von Planern über Baustoffproduzenten bis hin zu Bauherren alle Beteiligten davon profitieren können. Bereits letztes Jahr gründete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen mit fünf regionalen Anlaufstellen für Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft. Besonderen Wert legen die Bundesministerien für Bau und für Verkehr und Infrastruktur auf den Wissenstransfer bezüglich Building Information Modeling. (BSZ)

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