Bauen

Die Kosten für die Seilbahn Nord belaufen sich auf 25,63 Millionen Euro, wobei 30 Prozent vom Freistaat gefördert werden (7,69 Millionen Euro). (Foto: Willi Zapf)

21.02.2024

Eingriffe in die Natur gering gehalten

Erneuerung der Seilbahnen am Ochsenkopf im Fichtelgebirge

Der Ochsenkopf mit seinen 1024 Metern über dem Meer ist der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges und auch Frankens. Zur Förderung des Tourismus und des Wintersports im Fichtelgebirge haben sich im Jahr 1968 der Landkreis Bayreuth, die Stadt Bad Berneck, die Gemeinden Bischofsgrün, Fichtelberg, Warmensteinach und die damals noch eigenständige Gemeinde Oberwarmensteinach zu einem Zweckverband zusammengeschlossen.

Durch den neugegründeten Zweckverband wurden im Jahr 1969 die beiden ersten Seilbahnen auf dem Gipfel des Ochsenkopfs errichtet. Die Nordbahn erschließt den Gipfel von Fröbershammer (Gemeinde Bischofsgrün) aus und die Südbahn von Fleckl (Gemeinde Warmensteinach).

1991 wurde auf der Nordseite die 1969 errichtete Seilbahn erneuert und durch eine neue kuppelbare Zweiersesselbahn ersetzt. Die Erneuerung der Südbahn erfolgte dann im Jahre 1997.

Einwände des Wasserwirtschaftsamts

Im Dezember 2018 hat die Verbandsversammlung des Zweckverbands der Errichtung von zwei 10er-Kabinenbahnen zugestimmt. Im Anschluss daran erfolgte die Planung und Ausschreibung der neuen Seilbahnen, mit dem Ziel, die Nordbahn Ende 2020 in Betrieb zu nehmen.

Aufgrund von Einwänden des Wasserwirtschaftsamts hinsichtlich des Wasserschutzes und dem Ziel des Zweckverbands, die Kosten der Maßnahme zu optimieren, hat die Verbandsversammlung im Juni 2021 beschlossen, die Planungs-, Genehmigung- und Ausschreibungsverfahren neu aufzurollen.

Bis Ende 2021 wurden die Planungen erneuert, der Baudurchführungsbeschluss gefasst, die Bau- und Betriebsgenehmigung der Nordbahn erteilt und durch die Regierung von Oberfranken die Förderbescheide sowohl für die Nord- als auch für die Südbahn übergeben. 

Im Laufe des Jahres 2022 erfolgte dann die Ausschreibung für die schlüsselfertige Errichtung der Seilbahnen inklusive der jeweiligen Stationsgebäude in zwei Losen. Ende Oktober 2022 konnten die entsprechenden Aufträge erteilt werden.

Auf der bisherigen Seilbahntrasse geblieben

Im März 2023 begannen die Arbeiten für die Erneuerung der Seilbahn Nord mit den Abbrucharbeiten. Innerhalb von nur neun Monaten wurde die alte Seilbahn inklusive der Gebäude abgerissen und die neue 10er-Kabinenbahn zusammen mit den Gebäuden an der Tal-, Zwischen- und Bergstation neu errichtet.

Nur durch das gute Zusammenspiel zwischen dem Zweckverband, den Mitarbeitern der Seilbahn und den beteiligten Firmen, hier vor allem die ARGE Züblin/Leitner, konnte diese große Baumaßnahme in dem enggesteckten Zeitrahmen überhaupt erst bewerkstelligt werden. Wichtig war auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten als Grundeigentümer.

Um die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten, wurde darauf geachtet, auf den bestehenden Wegen und der bisherigen Seilbahntrasse zu bleiben, dies wurde durch eine ökologische Baubegleitung überwacht.

Am Ochsenkopf sind unter anderem die Trinkwasserquellen für die Gemeinde Bischofsgrün und die Stadt Bayreuth. Um diese Quellen zu schützen, erfolgte eine engmaschige Überwachung der Baumaßnahme durch eine wasserrechtliche Baubegleitung.
 
Durch die neue Seilbahngeneration wird am Ochsenkopf auch die Barrierefreiheit sichergestellt. Nunmehr können sowohl Rollstuhlfahrer als auch mobil eingeschränkte Gäste auf den Ochsenkopf fahren. Ebenso ist der Transport von Kinderwagen und Buggys in den neuen geräumigen Kabinen möglich. Hierdurch erfährt die bisher schon auf die ganzjährige Nutzung ausgerichtete Seilbahn eine enorme Aufwertung und es wird der Veränderung der klimatischen Bedingungen Rechnung getragen.

Alle Gebäude wurden
mit Photovoltaikanlagen ausgestattet

Alle Gebäude der neuen Seilbahn wurden mit Photovoltaikanlagen ausgestatten, um einen Teil des benötigten Stromes selbst zu erzeugen. Weiterhin wird aktuell noch ein eigenes Mittelspannungsnetz aufgebaut, um alle Gebäude und Anlagen mit dem selbst erzeugten Strom versorgen zu können.

Die Kosten für die Seilbahn Nord belaufen sich auf 25,63 Millionen Euro, wobei 30 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert werden (7,69 Millionen Euro).

Die Gesamtförderung für die Erneuerung der beiden Ochsenkopf-Seilbahnen liegt bei 12,4 Millionen Euro.

Ohne die Förderung durch den Freistaat Bayern hätte sich der Zweckverband die Erneuerung der Seilbahnen finanziell nicht leisten können.

Im Frühjahr 2024 wird die Seilbahn Ochsenkopf Süd abgebaut und ebenfalls durch eine neue 10er-Kabinenbahn ersetzt, die Eröffnung ist für Dezember 2024 geplant.

Zusätzlich zu den beiden Seilbahnen betreibt der Zweckverband noch zwei Anfängerlifte, eine Downhill-Strecke sowie einen Alpin-Coaster. Weiterhin laufen die Planungen zur Erweiterung der Mountainbikestrecken am Ochsenkopf auf Hochtouren, ebenso wird die Errichtung des Natur-Sport-Zentrums an der Bleaml-Alm weiter vorangebracht. (BSZ)
 

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