Bauen

Das Polizeigebäude von der Westseite her gesehen. (Foto: StBA Freising, Konstantin Keller-May)

02.06.2026

Energetisch vorbildlich

Neubau der Polizeiinspektion Dachau fertiggestellt

Am 30. April 2026 übergab das Staatliche Bauamt Freising der Polizeiinspektion Dachau ihr neues Dienstgebäude – ein dreigeschossiger Neubau, der nach jahrelangem Platzmangel zeitgemäße Arbeitsbedingungen und ein zukunftsweisendes Energiekonzept vereint.

Jahrelang versahen die Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Dachau ihren Dienst unter beengten Verhältnissen. Am 30. April war es dann endlich so weit: Ein Neubau am John-F.-Kennedy-Platz wurde an die Polizei übergeben und bietet nun auf 1950 Quadratmetern Nutzfläche 132 Bediensteten zeitgemäße Arbeitsplätze.

Dass der Handlungsbedarf dringend war, erschloss sich jedem, der die alten Räumlichkeiten an der Dr.-Höfler-Straße kannte. Eine Sanierung und geringfügige Erweiterung des Bestands wäre zwar möglich gewesen, hätte das Kapazitätsproblem jedoch nicht dauerhaft lösen können. Die Polizei entschied sich daher bewusst gegen den Kompromiss und für eine nachhaltige Lösung: einen vollständigen Neubau an einem neuen Standort. Dies brachte einen weiteren Vorteil mit sich – der Dienstbetrieb an der alten Liegenschaft konnte bis zum Umzug ohne Baulärm und Einschränkungen in gewohnter Zuverlässigkeit weitergeführt werden.

Lage und Form des Neubaus waren von Beginn an durch besondere Rahmenbedingungen geprägt. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das ehemalige Konzentrationslager Dachau. Vom John-F.-Kennedy-Platz aus ist die ehemalige Kommandantur des SS-Ausbildungslagers als erstes Gebäude des Ensembles sichtbar – eine Sichtbeziehung, die bis heute weitgehend unverändert besteht und auch künftig erhalten bleibt. Zudem ist nahezu das gesamte Areal als Bodendenkmal ausgewiesen. Die Architektur ordnet sich dieser historischen Identität des Ortes bewusst unter.

Das Staatliche Bauamt Freising entwickelte die städtebauliche Konzeption sowie den Vorentwurf des Gebäudes. Die weitere Planung und Bauleitung übernahm das Regensburger Architekturbüro Greßmann & Söllner zusammen mit entsprechenden Fachplanern.

Dreigeschossiger Baukörper

Mit einer Länge von rund 65 Metern fügt sich der dreigeschossige Baukörper selbstbewusst, aber rücksichtsvoll in seine Umgebung ein. Daneben entstanden Parkplätze für Bedienstete und der Polizeihof mit Carports für die Dienstfahrzeuge. Eine Schallschutzwand schützt das angrenzende Wohngebiet vor Lärm. Der Besuchereingang ist vom John-F.-Kennedy-Platz aus öffentlich zugänglich.

Modernität bedeutet heute auch Verantwortung gegenüber der Umwelt. Das neue Dienstgebäude setzt auf ein zukunftsweisendes Energiekonzept: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt Strom, während die Stahlbetondecken über eine Grundwasser-Wärmepumpe im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden. Zusätzliche Synergieeffekte entstehen durch die unmittelbare Nachbarschaft zur Bereitschaftspolizei, mit der künftig auch der umgestaltete Zufahrtsbereich gemeinsam genutzt wird.

Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2021, das Richtfest fand am 14. April 2023 statt. Dem Baubeginn war ein längerer Genehmigungsprozess vorausgegangen: Die besondere Situation erforderte eine Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

Die verhältnismäßig lange Bauzeit resultiert aus den anspruchsvollen Randbedingungen des Baugrundstücks. Neben den Anforderungen des Denkmalschutzes bestanden Einschränkungen durch alten Baumbestand, durch im Baufeld verlaufende Versorgungsleitungen, die teils erst während der Bauarbeiten lokalisiert werden konnten, sowie durch den hohen Grundwasserstand. Erhebliche Verzögerungen entstanden bereits beim Baugrubenverbau. Pandemie und Lieferschwierigkeiten infolge der geopolitischen Lage verstärkten die Terminverschiebungen zusätzlich.

Investitionssumme:
18,2 Millionen Euro

Die Haushaltsunterlage-Bau war 2018 mit Kosten von 15 Millionen Euro genehmigt worden. Angesichts der allgemeinen Baupreissteigerungen der vergangenen Jahre wurden die Gesamtkosten 2024 über einen Haushaltsnachtrag auf 18,2 Millionen Euro angepasst – eine notwendige Investition in die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaats und in zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Beamtinnen und Beamten, die hier täglich für die Sicherheit der Bevölkerung einstehen. (BSZ)
 

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