Bauen

Der Roche-Neubau in Penzberg. (Foto: Roche)

02.03.2026

Geprägt von Hightech und Automatisierung

Roche eröffnet neues Hightech-Innovationszentrum in Penzberg

Es war ein Signal für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland: Im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundesminister des Innern Alexander Dobrindt (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär (CSU) sowie Thomas Schinecker, CEO der Roche-Gruppe, und der Geschäftsführung der deutschen Standorte wurde am 12. Februar 2026 das neue Diagnostik-Innovationszentrum von Roche in Penzberg feierlich eingeweiht.

„Das Innovationszentrum ist weit mehr als nur ein neues Gebäude; es ist ein Sprung in eine neue Ära der Diagnostik-Forschung. Mit einer Investition von rund 300 Millionen Euro schaffen wir hier ein hochmodernes Arbeitsumfeld für etwa 1000 Forscherinnen und Forscher“, bestätigte Paul Wiggermann, Werkleiter Roche Penzberg.

Der Neubau bündelt somit rund 60 Prozent der in der Diagnostik-Forschung tätigen Penzberger Belegschaft. Die naturwissenschaftlichen Schlüsselkompetenzen der Forscher könnten unterschiedlicher nicht sein – vertreten sind die Fachbereiche Biologie, Biochemie, Chemie, Physik, Biostatistik ebenso wie Data Science mit Fokus auf künstlicher Intelligenz und Machine Learning.

Der Hightech-Neubau reiht sich in die langfristige Investitionsagenda von Roche in Deutschland ein: Seit 2020 flossen mehr als 3,5 Milliarden Euro in die deutschen Roche-Standorte, davon rund die Hälfte nach Penzberg. Das Unternehmen setzt damit ein starkes Signal für den Innovationsstandort Deutschland, stärkt gezielt die Wettbewerbsfähigkeit Europas und leistet einen wichtigen Beitrag zur resilienten Gesundheitsversorgung in einem zunehmend volatilen globalen Umfeld.

Nachhaltigkeit
trifft Architektur

Roche geht damit in Vorleistung und erwartet, dass die Bundesregierung die richtigen Maßnahmen trifft, um das Ziel ihres Koalitionsvertrags zu erreichen, Deutschland zu einem führenden Pharma- und Biotechstandort zu machen.

Die Investitionen von Roche fließen in Innovationen für eine effizientere, patientenzentrierte und präventive Gesundheitsversorgung, in der die Diagnostik das Fundament der modernen Medizin ist. Denn etwa 70 Prozent aller medizinischen Entscheidungen basieren auf diagnostischen Ergebnissen. Aber nur etwa 3 Prozent der Gesundheitsausgaben fließen in diesen Bereich. Gerade angesichts des steigenden Druckes auf die Krankenkassen ist eine frühe Diagnose jedoch der entscheidende Hebel, um Heilungschancen zu verbessern und die Kosten für weitere medizinische Versorgung zu senken.

Das Diagnostik-Innovationszentrum soll die Grenzen der Diagnostik kontinuierlich erweitern. „Es stellt modernste Technologien und Lösungen bereit, die neue Maßstäbe für Genauigkeit, Effizienz und die Patientenversorgung setzen“, sagt Julia Riedlinger, Center Managerin Forschung und Entwicklung Diagnostik von Roche in Penzberg. „Dank intelligenter Vernetzung, vollautomatisierter Prozesse und hochmoderner Robotik lässt sich die Entwicklungszeit von zentralen Schritten der Testentwicklung künftig um bis zu 30 Prozent reduzieren.“

Forschungsideen können somit schneller in die Marktreife überführt werden. Insbesondere arbeitet Roche hier an hochinnovativen In-vitro-Diagnostika in den Bereichen Neurologie wie Alzheimer und Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Herzinsuffizienz und Infektionskrankheiten wie Hepatitis und Tuberkulose sowie an spezifischen Testverfahren für die personalisierte Medizin. Der Schwerpunkt liegt im Neubau auf der Entwicklung von Bluttests: Mit ihnen lassen sich komplexe Erkrankungen frühzeitig erkennen und somit besser therapieren.

Dabei definiert der Neubau Laborarbeit neu: Sowohl die Geräte für die Forschung und Entwicklung als auch die Arbeitsabläufe sind ganzheitlich digitalisiert – was neue Maßstäbe für Effizienz, Präzision und Entwicklungszeiten setzt.

Für Zeitgewinnn wird unter anderem ein vollautomatisiertes, zentrales Probenlager mit einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius, genannt „Cube“, sorgen. Mit künftig über 2,5 Millionen eingelagerten Proben ist er das technologische Herzstück des Neubaus. Ermöglicht er doch ein effizientes Probenmanagement, das die tägliche Arbeit unterstützt.

Nahezu unsichtbar im Hintergrund arbeitet ein vollautomatisches Logistik-Transportsystem: Es liefert Proben und Verbrauchsmaterial aus Cube und Warenlager auf alle Ebenen des Gebäudes. Zudem werden alle Logistik- und Servicekonzepte zentralisiert: Das Servicepersonal nimmt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Routineaufgaben ab, so liefert es beispielsweise Proben und Verbrauchsmaterialien, damit sie stets griffbereit sind.

15 Prozent
Bürofläche eingespart

Über das New-Work-Konzept werden zudem 15 Prozent Bürofläche eingespart, auch konnte der Gerätebestand in den Laboren durch eine hocheffiziente Auslastung reduziert werden.
Das hochmoderne Arbeitsumfeld beginnt bereits bei der Architektur: Das Design des Innovationszentrums folgt dem Leitgedanken, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Gestaltung ist gezielt darauf ausgelegt, Zusammenarbeit und Kreativität durch agile Arbeitsmodelle zu fördern, während das zentrale Atrium als Ort der Begegnung den direkten Austausch belebt.

Das 33 Meter hohe Gebäude besteht aus zwei Teilen: Der westliche Gebäudeteil in Holz-Hybridbauweise ist durch moderne Bürowelten geprägt, während sich im östlichen Gebäudeteil die hochmodernen Laborwelten befinden. Verbunden sind die Ebenen durch ein Atrium und belebte Brücken, was kurze Wege für Laborauswertungen und Begegnungen ermöglicht. Auch ist das Gebäude von der Planung über den Bau bis zum späteren Betrieb konsequent auf maximale Energieeffizienz ausgelegt.

Gegenüber vergleichbaren Laborgebäuden früherer Generationen am Standort wird der Energiebedarf so um rund 70 Prozent reduziert. Damit setzt es neue Maßstäbe für ökologische Verantwortung in der Spitzenforschung. „Das Diagnostik-Innovationszentrum in Penzberg ist ein Benchmark für nachhaltiges Bauen durch den Einsatz ressourcenschonender Materialien, die ebenso von Holz wie von Hightech geprägt sind“, erläutert Bauprojektleiter Hubert Mock. Zudem ist dies ein wichtiger Beitrag zum klimafreundlichen Forschungsbetrieb, stärkt den Standort Penzberg langfristig und unterstützt die globalen Roche-Nachhaltigkeitsziele, bis 2045 vollständig klimaneutral zu werden. (Johannes Ritter)
 

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