Bauen

Die Außenansicht des Entwurfs von OBERMEYER. (Visualisierung: OBERMEYER Gebäudeplanung GmbH & Co. KG)

18.02.2021

Hervorragende architektonische Qualität

Erfolg für OBERMEYER: 2. Preis beim Planungswettbewerb LMU Klinikum Großhadern

Seit Kurzem steht das Ergebnis des interdisziplinären Planungswettbewerbs für Bayerns größtes staatliches Bauprojekt seit rund 50 Jahren fest: Das Preisgericht kürte beim Wettbewerb um den Neubau des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München-Großhadern drei Siegerentwürfe, darunter das Planungskonzept der Architekten und Spezialisten von OBERMEYER.

Der Klinikkomplex in Großhadern ist eine der größten Universitätskliniken Europas und hinter der Charité in Berlin das zweitgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Das Gesamtgebäude soll im Laufe der nächsten rund 25 Jahre bei laufendem Betrieb komplett erneuert werden. Dabei handelt es sich um das größte staatliche Bauvorhaben Bayerns seit der Errichtung des Klinikums in den 1960er-/1970-er Jahren. Das Hauptgebäude, aufgrund seiner Aluminiumfassade bei den Münchnern auch als „Toaster“ bekannt, soll nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts sukzessive abgerissen und in weiteren Bauabschnitten durch Neubauten ersetzt werden.
Der hierzu vom Freistaat Bayern ausgelobte interdisziplinäre Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil sieht auf einem Areal von rund 70.000 Quadratmetern sechs neue Klinikzentren vor. Im aktuellen Wettbewerb geht es im Wesentlichen um den ersten Bauabschnitt, der in etwa 60 Prozent des Milliardenprojekts umfasst.

Schon vor knapp zwei Jahren wurde OBERMEYER zum zweiphasigen Realisierungswettbewerb zugelassen, bei dem es vorerst um die Gesamtkonzeption ging. Bereits in der ersten Phase legte OBERMEYER den Grundstein für den weiteren Wettbewerbserfolg: Dem Team gelang es, sich von insgesamt 18 ausgewählten Bewerbern bis unter die letzten acht vorzuarbeiten. Nun galt es, die Entwürfe raumscharf zu vertiefen und die Gebäudeplanung inklusive der technischen Grobkonzeption zu entwickeln.  

Das Preisgericht unter Vorsitz des Architekten Markus Hammes kürte beim Wettbewerb um den Neubau des Klinikums drei Siegerentwürfe. Die Arbeit des Architekten- und Planerteams von OBERMEYER wurde dabei mit dem zweiten Preis belohnt. Der erste Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft HENN | C.F. Møller, der dritte Preis an die Ludes Architekten-Ingenieure GmbH. Des Weiteren wurden zwei Anerkennungen ausgesprochen.
Wissenschaftsminister Bernd Sibler, ebenfalls Mitglied der Jury, lobte alle drei Sieger-Arbeiten als „vielversprechende und überzeugende Modelle eines exzellenten, hochmodernen Universitätsklinikums".
Nun wird sich vor der endgültigen Vergabe des Planungsauftrags der Bayerische Ministerrat mit den Siegerentwürfen befassen. Das Staatliche Bauamt München 2 wird die Vertragsverhandlungen führen.

„Gesundheitscampus Großhadern“ – das ist die Leitidee des Entwurfs von OBERMEYER, welcher laut Juryprotokoll „durch eine durchgehend hervorragende architektonische Qualität überzeugt“ und „eine hervorragende Lösung mit hoher Aufenthaltsqualität im gesamten Freiflächenbereich“ bietet.
Um die heilenden Aspekte einer naturnahen Umgebung zu nutzen, soll die umgebende Landschaft ein besonders wichtiger Teil des neuen Areals werden: Sie erstreckt sich als natürliche Waldstruktur spontan in den Campus hinein und verzahnt sich auf diese Weise mit der urbanen, geometrisch geordneten Stadtnatur des Parks und der urbanen Bebauung des Areals.

Damit die enorme Baumasse im Kontext der Landschaft nicht zu dominant erscheint, galt es, die Bebauung in geeigneter Weise zu gliedern. Dies erfolgte durch eine funktionale Zentrenbildung, die sich in den Obergeschossen als Einzelgebäude abbilden. Diese spannende, raumbildende Struktur der Spezialkliniken (im 1. Bauabschnitt das Herz-Lungen-Gefäßzentrum und das Onkologische Zentrum) wird durch einen sämtliche Nutzungseinheiten verbindenden Sockel zusammengefasst.

Um die Vernetzung von Parklandschaft und Bebauungsstruktur auch auf das Sockelgebäude zu übertragen, sieht der Entwurf unter anderem ein begehbares und parkähnlich begrüntes Dach vor. Mittels tiefgezogener Höfe und Patios werden Tageslicht und Landschaft auch in den Untergeschossen erlebbar.
Die L-förmige Bebauungsstruktur ist nach Süden hin geöffnet, mit fließendem Übergang von den Gebäuden über den Park hin zur umgebenden Landschaft. Am nördlichen Rand entsteht dagegen eine urbane, zweigeschossige Kante. Der derzeitige Hauptzugang an der U-Bahnhaltestelle Klinikum Großhadern bleibt erhalten. Durch einen gezielten Rücksprung an der Nordostecke entsteht ein markanter Stadtplatz. Der Zugang erfolgt über einen großzügigen, attraktiven Vorplatz.

Das strenge Achsraster der Bestandsanlage bildet, adaptiert auf die aktuellen Erfordernisse eines modernen Krankenhauses, das grundlegende Ordnungssystem des Neubaus. In diesem modular aufgebauten, „schachbrettartigen System“ kann flexibel auf die Anforderungen im derzeitigen und zukünftigen Raumprogramm reagiert werden. In den Entwurf fließt auch die Idee des nachhaltigen Bauens ein: Abgebrochene Materialien und Aushub sollen so weit wie möglich wiederverwendet und vor Ort für neue Nutzungen, zum Beispiel zur Modellierung der Landschaft, eingesetzt werden. (BSZ)

 

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