Bauen

Das neue Audi-Design-Center. (Foto: Audi AG)

22.12.2017

Hier werden Autos entworfen

Das neue Audi-Design-Center in Ingolstadt

Audi hat sein neues Design-Center am Stammsitz in Ingolstadt bezogen – ein lichtdurchflutetes, transparentes Gebäude, das die Audi-Design-Welt unter einem Dach vereint. Das Design-Headquarter bietet rund 600 Mitarbeitern Platz und fördert als eines der modernsten Design-Gebäude die vernetzte Zusammenarbeit mit neuen Technologien und integrativer Raumgestaltung.
Das neue Design-Center liegt an der Nordwestecke des Ingolstädter Werkgeländes und setzt mit seiner klassisch-ruhigen Glasfassade einen architektonischen Akzent. Seine Grundfläche von 107 x 71 Meter ist so groß wie ein Fußballfeld. Die fünf Etagen und das aufgrund der leichten Hanglage teilweise im Boden versenkte Untergeschoss kommen gemeinsam auf 37 180 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Die Bauzeit des Audi-Design-Centers hat drei Jahre betragen. In dem Gebäude arbeiten Mitarbeiter aus den Bereichen Design, Strack und Vorentwicklung. Bei der Gestaltung des neuen Design-Centers hat das Architektur-Büro GMP mit Experten der Audi AG eng zusammengearbeitet.

Drei Lichthöfe sorgen
für viel Helligkeit

Über alle Etagen hinweg ist der Bau der Länge nach in drei Bereiche aufgeteilt:
– Der Sektor A ist mit etwa 10 000 Quadratmetern Fläche der größte und beherbergt die Büroräume. Er erhält durch die umlaufende Außenverglasung und durch drei von Treppen durchzogene Lichthöfe besonders viel Helligkeit.
– In den Modellstudios in Sektor B entstehen die physischen Modelle an Mess- und Fräsplatten. Im Erdgeschoss und im 4. Obergeschoss – dort unter Tageslicht – befinden sich zwei großzügige Präsentationsbereiche mit insgesamt 1300 Quadratmetern Fläche.
– Der Sektor C ist nach außen mit Metallpaneelen verkleidet. Hier befinden sich die Werkstätten, Lager- und Bereitstellungsräume. Neben den Lichthöfen verbinden mehrere Treppenhäuser und Personenlifte sowie zwei Pkw-Aufzüge die Etagen.
– Der Eingangsbereich ist als Kunst- und Designausstellung mit wechselnden Themen gestaltet und für alle Audi-Mitarbeiter zugänglich.
Das neue Audi-Design-Center ermöglicht schnelle und integrative Design- und Arbeitsprozesse zwischen Designern, Modelleuren und Ingenieuren. Im neuen Design-Headquarter ergänzen sich damit die Gebäudekonzeption und die integrativen Designprozesse. LED-Leinwände und Modellier-Arbeitsflächen mit Fräsmaschinen liegen direkt nebeneinander und ermöglichen den direkten Abgleich zwischen 3D-Modell und dem Referenzmodell aus Clay.
– Neben den CAD-Grafikern, die das Fahrzeugdesign von der Skizze in ein 3D-Modell überführen, haben auch die Designer eine direkte Sichtlinie auf die digitalen und physischen Modelle.
– Die Modellplatten der Claymodelle werden somit zum Treffpunkt von Modelleuren, CAD-Grafikern und Designern.
– Mit seinem weiten, offenen Zuschnitt fördert das neue Center die Vernetzung und die Kommunikation. Glaswände schaffen Blickbeziehungen zwischen den Büro- und Modellbereichen.
– Auf diesen sogenannten Projektflächen laden Besprechungsinseln zur Diskussion ein und schaffen ideale Voraussetzungen für den C3-Prozess zwischen Designern, CAD-Experten und Modelleuren.
– Der große Bürobereich ist frei von Trennwänden, die Arbeitsplätze gruppieren sich in vier Zonen entlang der verglasten Aussenfassade.
– Außergewöhnliche Räume im neuen Audi-Design-Center sind die sogenannten Cubes. Diese 24 großen, offenen Kisten aus Holz, Aluminium und Streckmetall erinnern an Industriecontainer und bilden Inseln im Arbeitsalltag. Die Cubes sind modular aufgebaut, in zwei Größen ausgeführt und stehen über alle Etagen verteilt frei im Raum. Im Designprozess spielen sie eine wichtige Rolle: Sie geben dem Designteam den nötigen Frei- und Rückzugsraum für kreative Entwürfe.

Die digitale Design-Manufaktur

Für die Designsprache der Zukunft etabliert Audi im Design-Center in Ingolstadt einen neuen, innovativen Designprozess: die digitale Design-Manufaktur. Sie verbindet die Vorteile modernster 3D-Visualisierung mit den Stärken klassischer Modelleurs- Handwerkskunst. Dank leistungsstarker Rechencluster kann das Audi-Designteam eine Design-Bewertung verstärkt digital treffen. Der Einsatz von 3D-Visualisierung schafft deutlich höhere Entscheidungssicherheit bei der Designbeurteilung.
Der permanente Abgleich zwischen digitalem CAD-Modell und Clay-Modell ermöglicht somit eine deutlich höhere Prozess-Sicherheit. Designmodifikationen können in Echtzeit visualisiert und zeitnah in ein physisches 1:1-Modell übertragen werden. Bei der 3DVisualisierung handelt es sich um Echtzeit-Darstellungen, bei denen alle physikalischen Eigenschaften (Reflexion, Refraktion, Licht-und Schatteneffekte) wirklichkeitsgetreu dargestellt werden. Das Ergebnis sind schlüssige Design-Konzepte, die durch stimmige Proportionen und Details überzeugen.

Die einzelnen Schritte im Detail:
– Die Gestaltung eines neuen Modells beginnt mit der Portfolio-Bestimmung, die eine mögliche Modellfamilie und Variantenvielfalt einer Baureihe als Maßtabsmodell darstellt.
– Darauf folgt die initiale Designphase, in der sich die Designer früh und intensiv mit den Kollegen aus der technischen Fahrzeugentwicklung abstimmen. Gemeinsam gleichen sie die technischen Anforderungen, etwa die Position von Radarsensoren, mit den Design-Wünschen ab und prüfen ihre Realisierbarkeit. Diese Entwicklungsstufe stellt alle folgenden auf eine gesicherte Grundlage.
– Der nächste Arbeitsschritt, die digitale Designphase, bildet das Herzstück des neuen Design-Prozesses. Hier nutzen die Designer neueste High-End-Visualisierungs-Werkzeuge und Fräsmaschinen für den modernen Clay-Modellbau.
– Schlieslich gestalten in der Manufaktur-Designphase die Audi-Modelleure gemeinsam in analoger und digitaler Feinarbeit die finalen Flächen und Details des zukünftigen Serien-Designs.

Neben vielfältigen Visualisierungsmethoden bis hin zu Head Mounted Displays (HMDs) halten perspektivisch weitere digitale Entwicklungstools Einzug in das Audi-Design und intensivieren somit den Austausch zwischen Designern, Modelleuren und technischen Entwicklern weiter. Gleichzeitig bleibt die manuelle Arbeit am Modell eine unverzichtbare Kompetenz, die dem Audi-Design den finalen Reifegrad und stimmigen Gesamteindruck verleiht. (BSZ)

(Blick ins Innere des neuen Audi-Design-Centers - Fotos: Audi AG)

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