Bauen

58 Betreuungsplätze bietet das neue Ortner-Kinderhaus der Technischen Universität München. (Foto: TUM)

12.08.2011

Mit Holzbaupreis ausgezeichnet

Neues Kinderhaus für den Campus Garching

Seit 1. September 2010 bietet das Ingeborg Ortner-Kinderhaus auf dem Garchinger Campus der Technischen Universität München (TUM) 58 neue Betreuungsplätze. Für die Mitarbeiter der TU München ist das zusätzliche Angebot an Kinderbetreuungsplätzen eine wertvolle Hilfe. Für die Technische Universität München markiert die Eröffnung einen weiteren Schritt auf dem Weg, die familienfreundlichste technische Universität Deutschlands zu sein.
Das am neuesten Stand der Holzbautechnik orientierte, energieeffiziente Gebäude beherbergt eine Kindergartengruppe für 22 Kinder und drei Krippengruppen für jeweils 12 Kinder. Betrieben wird das Kinderhaus vom Studentenwerk München. Ursprünglich war das Gebäude für zwei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen geplant. Als eine erneute Bedarfsanalyse aber einen höheren Bedarf an Krippenplätzen ergab, wurde das Gebäude entsprechend angepasst. Auch die Möglichkeit einer späteren Erweiterung berücksichtigten die Planer. Möglich machte den Bau das Ehepaar Ingeborg und Johannes B. Ortner mit einer Spende in Höhe von 1,6 Millionen Euro.
Die nahe Isar als naturnaher Flusslauf war Vorbild bei der Gestaltung der großzügigen Außenanlage. Materialien wie Steine in unterschiedlichen Korngrößen, Sand, Rasen, Kiesmulden und Aufhügelungen geben den Kindern die Möglichkeit, die heimische Natur spielerisch kennen zu lernen.
Der Entwurf für das Kinderhaus stammt von Hermann Kaufmann, Professor am Fachgebiet Holzbau der TU München. Von Stefan Winter, Lehrstuhl für Holzbau und Holzkonstruktion, stammen Tragwerksplanung und Brandschutzkonzept. Regine Keller, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Öffentlicher Raum, übernahm die Landschaftsplanung der Außenanlagen und Tina Haase vom Lehrstuhl für Bildnerisches Gestalten baute mit ihren Studenten die bunte Lego-Mauer, die den Eingangsbereich verziert.
Das Ingeborg Ortner-Kinderhaus auf dem Campus Garching ist außerdem mit dem Holzbaupreis Bayern 2010 ausgezeichnet worden. Neben der Technischen Universität München als Bauherrin würdigte die Jury die Architekten Kaufmann, Martin Aichner (TUM-Alumnus) und Hans Kazzer (wissenschaftlicher Assistent am Fachgebiet Holzbau) für den Entwurf, den Stefan Winter für die Tragwerksplanung sowie die OA.Sys baut GmbH für die Ausführung.
Der Neubau sei ein „herausragendes Beispiel für den konsequenten und materialgerechten Umgang mit Holz in der Architektur“. Das Ministerium Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Landesbeirat Holz Bayern loben den Preis alle vier Jahre für vorbildlich in Holz konstruierte, umweltfreundliche und kostengünstige Bauten aus.
Das in einen Grünzug eingebettete, eingeschossige Kinderhaus kombiniert massive Brettsperrholzwände sowie Balkendecken mit Elementen aus Sichtbeton. Die Gebäudehülle bilden raumhohe Glasflächen und Wände aus Weißtannenholz.
Dem Entwurf liegt die Idee zugrunde, dass die Kinder die überwiegend unbehandelten Materialien auch durch Anfassen kennen lernen können. Darüber hinaus legten die Planer größten Wert auf eine energetisch sparsame Konstruktion.
„Die sympathische Klarheit sowohl der architektonischen Gestaltung als auch der räumlichen Struktur setzt sich im baulichen Detail fort“, urteilt die Jury. „Das Ergebnis ist von hoher und ganzheitlicher architektonischer Qualität, deren Ursprung im Verständnis für Material und Fügung liegt.“ (BSZ)

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