Bauen

Die veraltete Technik war mit ein Grund für die Modernisierung der Fellhornbahn I. (Foto: Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen)

11.09.2025

Mit neuer Technik auf den Berg

Die Modernisierung der Fellhornbahn I ist abgeschlossen

Im Sommer bringt normalerweise die Großkabinenbahn „Fellhornbahn I“ ihre Gäste bis zur Station Schlappoldsee. Während des Skibetriebs im Winter steht parallel dazu die Fellhornbahn II, eine 8er-Kabinenbahn, zur Verfügung. Immer am Puls der Zeit macht das Fellhorn seinem Namen alle Ehre, denn in dieser Sommersaison ging es, zumindest anfangs, ausnahmsweise mit der Kleinkabinenbahn bis zur Mittelstation auf 1779 Meter. Grund dafür waren die Modernisierungsarbeiten an der Fellhornbahn I, die seit dem 31. März 2025 vorgenommen wurden.

Vor Kurzem ging die ertüchtigte Pendelbahn samt neuer Kabinen mit bodentiefem Plexiglas, die einen beeindruckenden Rundum-Panoramablick ermöglichen, nun auch in die Sommersaison.

Schon vor über 50 Jahren war das Fellhorn als der Blumenberg in Oberstdorf bekannt. Im Jahr 1972 hatten nicht nur Hobbybotaniker, sondern auch Wintersportbegeisterte allen Grund zur Freude: Denn die Großkabinenbahn ging in Betrieb und machte fortan sommers wie winters all ihren Besuchern einen Ausflug auf das Fellhorn möglich.

Zunächst beförderte damals Deutschlands größte Kabinenbahn stündlich bis zu 720 Personen bis zur Station Schlappoldsee, die für den Skibetrieb zusätzlich mit vier Schleppliften aufwarten konnte. Der nächste Abschnitt zum Gipfel wurde ein Jahr später fertig. Heute werden in Spitzenzeiten im Winter, wenn beide Bahnen parallel in Betrieb sind, bis zu 3000 Passagiere pro Stunde in die verschneite Bergwelt gebracht.

Neben der Kleinkabinenbahn Fellhornbahn II kamen über die Jahre eine leistungsstarke Beschneiungsanlage sowie moderne Sessellifte dazu, denen die Schlepplifte nach und nach wichen.

In einem halben Jahrhundert hat sich auf dem Gebiet der Seilbahntechnik so einiges getan. So ist es also kein Wunder, dass die Technik der Seilbahnsteuerung an der alten Fellhornbahn auch in die Jahre gekommen ist. Die veraltete Technik war auch mitunter der Hauptgrund für die Modernisierung. Darüber hinaus haben die Seilbahnkabinen nach über 50 Jahren allmählich ihr Lebensende erreicht.

Letztendlich waren es aber auch seilbahnrechtliche Vorgaben, die eine Erneuerung der „alten Dame“ notwendig machten.

Hier die technischen Maßnahmen auf einen Blick:
• Austausch beider Großkabinen.
• Austausch des elektrischen Hauptantriebs sowie des diesel-hydraulischen Notantriebs.
• Neue hydraulische und geregelte Betriebs- und Sicherheitsbremsen.
• Revisionen der Getriebe für Haupt- und Notantrieb.
• Neue Seilbahnsteuerung.
• Erneuerung der Seilführungen auf den Stützen.
• Installation automatischer Schiebegitter auf den Perrons für den Kabinenausstieg.
• Sonderinspektion bei Seilarbeiten: Tragseilverziehen der vier Tragseile.
• Sonderinspektionen des Laufwerks und der Gehängearme sowie
• Sonderinspektionen an den Antriebsrädern.

Im Zuge der technischen Überholung der Fellhornbahn bekamen gleichzeitig aber auch sämtliche Perrons (Bahnsteige) an der Tal- und Bergstation einen neuen Look. Nicht nur optisch wurden die Bahnsteige modernisiert, sie versprechen jetzt nicht nur eine Qualitätsverbesserung für den Gast, sondern auch einen besseren Arbeitsschutz für die Mitarbeiter.

Dies sind die wesentlichen Veränderungen:
• Bausanierung der Perrons an der Tal- und Bergstation.
• Neugestaltung der Geländer- und Laufflächen der Perrons.
• Optische Neugestaltung der Perrons.
• Arbeitsschutzmaßnahmen entsprechend den aktuellen Vorschriften: Laufstege, Geländer, Podeste, Treppen.
• Infrastrukturmaßnahmen: Neugestaltung von Büro- und Aufsichtsräumen, teilweise Erneuerung der Gebäude-elektrotechnik, Heizung und Wärmedämmung sowie
• Brandschutzmaßnahmen im Rahmen der Modernisierung. (BSZ)

 

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