Bauen

Ansicht Richtung Haupteingang. (Foto: SSP Architekten, München)

12.12.2018

Umfassende Revitalisierung

Energetische Sanierung des Dienstgebäudes des bayerischen Bauministeriums

Die ehrwürdige Oberste Baubehörde (OBB) im Bayerischen Staatsministerium des Innern erhielt 1969 nach vielen Jahren provisorischer Nachkriegsunterbringung endlich in prominentester Lage am Altstadtring ein für die damalige Zeit hochmodernes Dienstgebäude. Im Stil der späten 1960er Jahre gestaltet, hat sich die „Oberste“ von hier aus schnell zum Zentrum für das gesamte Bauwesen im Freistaat entwickelt. Spätestens seitdem die Staatskanzlei schräg gegenüber am Hofgarten auf dem Gelände des ehemaligen Armeemuseums errichtet wurde, hat sich hier ein markantes architektonisches Ensemble herausgebildet. Die vormalige Oberste Baubehörde gilt dabei schon als „Klassiker“ für das Bauen der späten 1960er Jahre.

Nach Jahrzehnten der intensiven Nutzung und geänderten, insbesondere energetischen Anforderungen wurde es erforderlich, das Dienstgebäude einer umfassenden Revitalisierung zu unterziehen. 2014 begann deshalb unter Projektleitung durch das Staatliche Bauamt München 1 die Umsetzung der Großen Baumaßnahme zur energetischen Sanierung des Dienstgebäudes. In den Zeitraum der Sanierung fielen dann zwei wichtige Änderungen im Ressortzuschnitt, zuletzt die Kabinettsumbildung im März 2018, nach der aus der „Obersten“ ein eigenes Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr wurde. Der mit der Neugründung dieses Ministeriums einhergehende zusätzliche Raumbedarf war nun ebenfalls im Rahmen der Baumaßnahme mit umzusetzen.

Der ursprüngliche Gebäudekomplex aus den 1960er Jahren besteht aus einem fünfgeschossigen nahezu kubischen Hauptgebäude und einem vorgelagerten niedrigen Nebengebäude als Riegel mit drei Geschossen im Norden zur Prinzregentenstraße hin. Unter der Federführung des Staatlichen Bauamts München 1 kam in den Jahren 2012 bis 2014 mit dem zweigeschossigen Prüfungssaalgebäude an der Seitzstraße eine erste wesentliche Erweiterung hinzu. Die Nettogrundfläche des gesamten Dienstgebäudes beträgt inklusive dem neuen Prüfungssaal inzwischen rund 22 500 Quadratmeter bei einem Bruttorauminhalt von rund 101 000 Kubikmetern. Nord- und Hauptgebäude sind über eine Brücke im 1. Obergeschoss mitein-ander verbunden, der Prüfungssaal ist ebenfalls im 1. Obergeschoss über Brücken und eine Foyerzone an beiden Gebäuden angeschlossen. Unter der gesamten bebauten und unbebauten Grundstücksfläche erstreckt sich eine eingeschossige Tiefgarage mit rund 8000 Quadratmetern.

Horizontale
Fensterbänder

Der Schwerpunkt der Planung für die aktuelle Baumaßnahme lag ursprünglich auf der energetischen Optimierung der Gebäudehülle aus dem Jahr 1969. Zusammen mit dem Architekturbüro Schmidt-Schicketanz und Partner aus München hat sich der Bauherr bewusst zwar für eine in Aufbau und Qualität hochmoderne Fassade entschieden, die aber zugleich das ursprüngliche Gestaltungkonzept des Dienstgebäudes aufnimmt. Horizontale Fensterbänder und Naturstein verkleidete Brüstungen prägen nach wie vor den städtebaulich prominent gelegenen Bau an der Kreuzung Prinzregentenstraße und Franz-Josef-Strauß-Ring. Ziel war es, auch nach der Sanierung mit der gleichen Gesamtoptik in dem sensiblen städtebaulichen Umfeld bestehen zu können.

Bereits durch den Neuzuschnitt der Geschäftsbereiche der Ministerien nach der Landtagswahl im Jahr 2013 war zusätzlicher Raumbedarf für die neu aus dem Wirtschaftsministerium hinzugekommene Verkehrsabteilung notwendig. Dieser konnte durch Umgestaltung der bestehenden Ladenzeile im Erdgeschoss des Nordgebäudes zur Büronutzung gedeckt werden. Gleichzeitig wurde der bis dahin auf die Gebäudehülle begrenzte Umfang der Sanierungsarbeiten auch auf den Innenbereich ausgeweitet. Der neue Anbau für den Prüfungssaal ist funktionsfähig fertiggestellt seit Sommer 2014, das sanierte Nordgebäude wurde im Juli 2015 bezogen. Seither laufen die Sanierungsarbeiten im Hauptgebäude.

Aufgrund der erneuten Umressortierung und dem damit verbundenen Neuzuschnitt der Geschäftsbereiche des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr im März 2018 ergab sich wiederum zusätzlicher Raumbedarf für rund 100 neue Mitarbeiter. Hinzu kamen die Änderung von Raumfunktionen, -qualitäten und -größen sowie insbesondere erhöhte Sicherheitsanforderungen an das ursprünglich als normalen Verwaltungsbau konzipierte Dienstgebäude. Auch der 2016 fertiggestellte benachbarte Erweiterungsbau der Allgemeinen Inneren Verwaltung soll mittelfristig in das Nutzungskonzept des neuen Bauministeriums einbezogen werden. Auch hier würde durch eine Brückenanbindung eine Vernetzung der dann vier Gebäudetrakte gewährleistet.

Die sich aus dem geänderten Bedarf des Staatsministeriums ergebenden Umbauten sind im Gange. Das Dienstgebäude wurde in den Hauptbereichen vom Staatlichen Bauamt München 1 zum ursprünglich geplanten Fertigstellungstermin August 2018 übergeben. Nach Abschluss aller Maßnahmen wird das Dienstgebäude des neuen Bauministeriums in neuem Glanz erstrahlen – bereit um die Rolle als Zentrum des Bauens im Freistaat fortzuführen. (Michael Schneider)

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