Bauen

Der Querschnitt der Halle. (Foto: KPlan AG, Abensberg)

26.02.2026

Zwei übereinanderliegende Hallen

Neubau einer Sechsfeldsporthalle am Schulzentrum Deggendorf

Nachdem die Regierung von Niederbayern für das Schulzentrum Deggendorf den Bedarf einer zweiten Dreifeldsporthalle bestätigt hatte, wurde im Dezember 2021 anhand einer Studie zu verschiedenen Standort- und Ausführungsvarianten beschlossen, eine Sechsfeldsporthalle auf dem Gelände des Schulzentrums zu errichten und damit zugleich auch die alte Dreifeldsporthalle zu ersetzen.

Das Schulzentrum Deggendorf, bestehend aus Robert-Koch-Gymnasium, Berufsschule I sowie Wirtschaftsschule und Berufsschule II, wird im Rahmen einer Gesamtmaßnahme in mehreren Bauabschnitten von 2015 bis 2029 neu errichtet. Das Gesamtkonzept zeigt als zentralen städtebaulichen Entwurfsansatz vier eigenständige Schulen, die sich um einen gemeinsamen Campus gruppieren. Diesem städtebaulichen Ensemble wird mit der Sechsfeldsporthalle ein weiterer Baukörper hinzugefügt.

2,5 Jahre Bauzeit

Das Baufeld der neuen Sechsfeldsporthalle befindet sich östlich des 2017 neu errichteten Robert-Koch-Gymnasiums und nördlich des Altbaus der Wirtschaftsschule. Die Berufsschule musste aus dem dort noch genutzten Bestand kurzfristig in eine Containeranlage und in einen ungenutzten Altbaubereich umverlegt werden.

Mit der Baumaßnahme wurde im Oktober 2023 begonnen und nach knapp 2,5 Jahren Bauzeit konnte der Neubau der Sporthallen Ende Februar 2026 fertiggestellt werden.

Der Neubau wird in Form von zwei übereinanderliegenden Dreifeldsporthallen errichtet. Das Gebäude untergliedert sich in zwei Bereiche. Der nördliche Teil ist der Sporthallenkorpus, in dem sich auf zwei Ebenen die sechs Turnhallen befinden. Daran angegliedert ist ein dreigeschossiger Baukörper, in welchem sich die Betriebsräume befinden.

Der Zugang erfolgt von Westen vom zukünftigen zentralen Schulcampus in das Foyer und Treppenhaus. Eine barrierefreie Nutzung des Gebäudes wird durch eine Aufzugsanlage sowie entsprechende Sanitärbereiche gewährleistet. Über den Aufzug können bedarfsweise auch größere Sportgeräte, wie zum Beispiel Tischtennisplatten, transportiert werden.

Den Sporthallen sind jeweils auf gleicher Ebene die entsprechenden Umkleiden und Sanitärbereiche zugeordnet. Die Erschließung erfolgt über getrennte Stiefel- und Turnschuhgänge.

Im ersten Obergeschoss befinden sich die Konditionsräume, barrierefreie Umkleiden mit Dusche, Spinden und Klappliege, Besucher-WCs, Nebenräume und die zentrale Technik. Der Flur für diesen Bereich ist entlang der Sporthalle angeordnet und kann so als breite Zuschauergalerie für die unteren Hallen mit einer abgesenkten Ebene für Sitzplätze ausgebildet werden.

Die Sporthallen werden von den Schulen des Schulzentrums für den Sportunterricht sowie auch von den örtlichen Sportvereinen genutzt. Die Sporthallen im Erdgeschoss haben eine lichte Höhe von 7 Metern und sind somit für offizielle Wettkampfspiele geeignet. Die untere Dreifeldhalle wird für die Nutzung mit großen schulischen Veranstaltungen mit entsprechender Medientechnik ausgestattet.

PV-Anlage auf dem Dach

Bei der Ausstattungsplanung wurden mögliche Synergien genutzt. Die unterschiedlichen Sportgeräte werden nach Bedarf der schulischen Nutzung einzelnen Sporthallen zugeordnet. Die Ausstattung mit speziellen Turngeräten oder für besondere Sportarten wurde auf wenige Hallen reduziert.

Das Tragwerk des Gebäudes wird aufgrund der hohen statischen Anforderungen und den dynamischen Lasten in Stahlbeton-Bauweise errichtet. Der Hallenkorpus besteht aus einer Stahlbeton-Stützenkonstruktion mit massiven Ausfachungen. In der unteren Halle besteht das Deckentragwerk aus Verbundträgern, in der oberen Halle aus Holzbindern.
Das Hallendach ist aus vorgefertigten Brettsperrholz-Elementen mit akustisch wirksamer Untersicht errichtet. Eine abgehängte Decke wird dadurch nicht mehr erforderlich. Auf der Dachfläche wurde eine PV-Anlage montiert. Das Flachdach des Umkleidetrakts ist als retentionsfähiges Gründach ausgeführt.

Für die Fassadengestaltung wurden als Materialien Holz und Beton gewählt. Der Beton bildet die tragende Komponente in der Fassade und schafft mit dem Sockelgeschoss aus Sichtbeton eine Verbindung in der Materialität zu den angrenzenden Schulneubauten. Die darüber befindlichen Geschosse erhalten mit einer vorgehängten Holzfassade eine nachhaltige, zeitgemäße Oberfläche.
Die Oberflächen im Innenraum werden in den Verkehrswegen und in den Hallen oberhalb der akustisch wirksamen Holz-Prallwände in Sichtbeton ausgeführt. Die Wände der Nass- und Sanitärräume sind in den erforderlichen Bereichen gefliest.

Hauptaugenmerk liegt auf einer robusten Gestaltung, die das Tragwerk in der Halle nach außen abbildet. Da aus statischen Gründen eine schwere Konstruktion mit Verbundträgern in der tragenden, unteren Halle benötigt wird, sollen die gedeckten Farben diesen tragenden, massiven Gebäudeteil widerspiegeln. In der oberen Halle liegt das Augenmerk auf einem farblichen Einklang zwischen Holzbinder und -decke, Holzprallwänden und Bodenbelag.

Das Gebäude ist mit Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, welche im Sommer die Nachtauskühlung über die Fenster unterstützen. Eine nachhaltige Energieversorgung des Gebäudes erfolgt durch eine Photovoltaikanlage sowie durch eine Beheizung mit Holzpellets über das Nahwärmenetz der Heizzentrale des Schulzentrums. Nachdem am Schulzentrum der einzige große Warmwasserbedarf im Sommer durch die Duschen der Sporthallen entsteht, wird dieser zukünftig im Sommer über eine Luftwärmepumpe separat abgedeckt, sodass die Heizzentrale des Schulzentrums außerhalb der winterlichen Heizperiode abgeschaltet werden kann. (BSZ)
 

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