Beruf & Karriere

Bei den „Fuck up Nights“ erzählen Gründer*innen von ihrem beruflichen Scheitern. (Foto: dpa/Britta Pedersen)

24.06.2022

Erfolgreich scheitern

Wie aus Misserfolgen die richtigen Schlüsse für die Zukunft gezogen werden

Egal ob privat, im Berufsleben, im Studium oder in der Schule – jede und jeder hat mal Misserfolge. Scheitern ist menschlich und Teil des Lebens. Für manche Menschen stellt ein Misserfolg sogar den Beginn einer späteren Erfolgsgeschichte dar. Andere wiederum erleiden einmal einen Rückschlag und erholen sich nie wieder davon. „Was diese beiden Gruppen voneinander unterscheidet, ist ihr Umgang mit dem jeweiligen Misserfolg. Denn auch, wenn man eine Aufgabe, ein Projekt oder ein selbst gestecktes Ziel nicht schafft beziehungsweise erreicht, lassen sich daraus Rückschlüsse für den zukünftigen (Lebens-)Weg ziehen. Bekanntlich kann man aus Fehlern schließlich lernen“, sagt Mike Warmeling, Speaker und Erfolgstrainer aus Osnabrück sowie Gründer von Warmeling Consulting.

Weg des Scheiterns genau reflektieren 

Auch im Fall des Scheiterns oder des Misserfolgs gilt es, diese Situationen wahrzunehmen wie einen Erfolg. Also den Prozess bis zu diesem Punkt zu reflektieren und sich zu fragen, warum die Aufgabe so schwer war. Ob die gesteckten Ziele zu hoch formuliert waren, sodass ein Scheitern vorprogrammiert war, und warum man letztlich gescheitert ist. „Oft hilft es auch, noch einmal neu anzufangen. Zunächst lassen sich dann kleine Aufgaben oder Teilschritte erledigen, um sich Schritt für Schritt vorzuarbeiten“, berichtet Warmeling und ergänzt: „Ist die Aufgabe immer noch zu groß oder falls die Motivation sehr gering ist beziehungsweise die Lustlosigkeit Oberhand gewinnt, gilt es sich ernsthaft zu überlegen, ob es tatsächlich Sinn ergibt, sich dieser Aufgabe zu stellen – oder man nicht lieber andere Ziele fokussieren sollte.“ Manche Situationen und Projekte sind nämlich definitiv nicht mehr zu retten. 

Aber nicht immer muss die Aufgabe oder ein Misserfolg als Niederlage gewertet werden. Haben Menschen sich schließlich für eine Sache eingesetzt, hinter der sie zu 100 Prozent stehen, haben sie wirklich alles gegeben, um Erfolg zu haben, haben sie auch den letzten Spielraum ausgereizt, um das Ruder herumzureißen, und jeder weitere Versuch gegenzusteuern würde den Schaden nur noch vergrößern, dann können sie zu Recht integer und selbstbewusst scheitern. „Unter den genannten Voraussetzungen hat niemand Anlass, den eigenen Kopf in den Sand zu stecken und sich als Verlierer zu fühlen. Größe zeigt sich eben auch im Scheitern. Leider herrscht in unserer Kultur jedoch immer noch ein Klima, das gerade gegenüber Unternehmern von Missgunst und Zweifeln geprägt ist. Wer mit einer Gründung scheitert, wird oft als Versager betrachtet“, so Warmeling. 

Es gehört jedoch Mut und Durchhaltevermögen dazu, neue Wege zu gehen und dabei hin und wieder auch Rückschläge zu meistern. Bei neuen Projekten und Aufgaben gehen Menschen immer wieder ein Risiko ein, dass nicht alles auf Anhieb funktioniert. In diesen Fällen gilt es sich neu auszurichten und andere Wege auszuprobieren – beziehungsweise erhobenen Hauptes ein neues Projekt zu beginnen. „Schließlich kann man aus Fehlern lernen, den Blick nach vorne richten, die gewonnenen Erkenntnisse in der Zukunft nutzen und so letztlich gestärkt aus einem Misserfolg hervorgehen. Wer hingegen wieder und wieder das Vergangene durchdenkt und beklagt, der kann auch keine positiven Entwicklungen einleiten. Sind Personen in solch einer negativen Abwärtsspirale gefangen und können keine Alternativen erkennen, benötigen sie meist Unterstützung – positive und weiterführende Impulse müssen dann von außen kommen“, sagt der Coach abschließend. (Lena Koithan)
 

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