Freizeit und Reise

Mehr Füssen-Romantik geht nicht - wandern auf den Spuren König Ludwig II. zu Füsen des Märchenschlosses Neuschwanstein und auf Du und Du mit einer Allgäuer Kuh. (Foto: Füssen Tourismus & Marketing/guenterstandl.de)

19.05.2022

Auf den Spuren des Märchenkönigs

Wandern und entdecken auf den Spuren des Märchenkönigs Ludwig II.

 

Schon König Ludwig II. wusste die Landschaft rund um die Allgäuer Stadt Füssen zu schätzen. Nicht umsonst hat der Monarch genau dort „sein“ Neuschwanstein errichten lassen – das Schloss, das ihn weit über seinen verfrühten Tod 1886 und seine Heimat hinaus bekannt gemacht hat. Bereits als kleiner Junge wanderte der künftige Regent von Bayern mit seinen Eltern Maximilian II. und Marie durch die erhabene Landschaft mit ihren Gipfeln, Seen und Almen. Dabei entdeckte Ludwig Orte, die ihn von Märchenschlössern und Raubritterburgen träumen ließen. Auf Wandertouren durch den „Allgäuer Schlosspark“ lassen sich Aktive heutzutage neben alpiner Natur von den prächtigen Bauwerken der Wittelsbacher verzaubern. Zahlreiche Pfade, die den Spuren des Märchenkönigs und seiner Familie folgen, führen Einsteiger wie erfahrene Wanderer aussichtsreich und auf verschiedenen Höhenlagen durch die Region.

Ein besonderes Wander-Highlight in der Gegend rund um Füssen ist der Drei-Schlösser-Weg. Die Tour beginnt am Hohen Schloss von Füssen im Zentrum der Kneippkurstadt mit der Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Über die Lechbrücke geht es zum Aussichtspunkt Kalvarienberg mit weitem Blick übers Allgäuer Voralpenland. Vorbei an Schwan- und Alpsee laufen Wanderer bis in den Ort Hohenschwangau unterhalb der Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Wer noch mehr zu den Lieblingsplätzen des naturverbundenen Märchenkönigs wissen will, unternimmt den Ausflug mit einem Wander-Guide: Die geführte König-Ludwig-Wanderung findet von April bis September an jedem zweiten Freitag statt. Extra-Tipp: Der Ort Hohenschwangau beherbergt auch das sehenswerte Museum der Bayerischen Könige.

Wen es nicht allzu sehr in die Höhe zieht, für den ist der etwa fünf Kilometer lange Alpsee-Rundweg vor allem während der warmen Sommermonate eine Alternative. Bei dieser gemütlichen, zweistündigen Wanderung, die sich auch für Familien mit Kindern eignet, führt der Weg einmal rund um das idyllische Gebirgsgewässer. Schon als Fünfzehnjähriger soll Ludwig II. es übrigens in einer rekordverdächtigen Zeit von 22 Minuten durchschwommen haben. Tatsächlich nutzte die königliche Familie den See während ihrer Sommerfrischen auf Schloss Hohenschwangau zum Baden, Angeln und Rudern. Auch heute noch bietet er an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung – und zählt obendrein zu Deutschlands saubersten Seen. Füssen-Urlauber können es den Wittelsbachern gleichtun und ein Boot mieten. Von dort haben sie immer wieder reizvolle Ausblicke auf Neuschwanstein und Hohenschwangau, wo sich auch eine besondere Adresse für historisch Interessierte findet: Im Museum der Bayerischen Könige ist die Geschichte der Wittelsbacher vom Mittelalter an genau dokumentiert.

Erfahrenen Wanderern bietet die gut 17 Kilometer lange Tegelberg-Runde die sicherlich spannendste Möglichkeit, den Spuren der Wittelsbacher zu folgen. Einst beliebtes Ausflugs- und Wanderziel der bayerischen Königsfamilie, hat sich am Tegelberg vor allem König Maximilian II., der Vater Ludwigs II., mit Bauwerken verewigt: So wurde die Raststation Tegelberghaus auf 1.720 Metern ursprünglich als königliches Jagdhaus erbaut. Der Märchenkönig selbst hielt sich ebenfalls regelmäßig dort auf. Das südlich vom Tegelberg gelegene Berggasthaus Bleckenau ließ Maximilian II. für seine bergbegeisterte Frau Marie als „Schweizerhaus“ entwerfen, ebenso wie die oberhalb von Schloss Neuschwanstein gelegene Marienbrücke. Wegen Sanierungsarbeiten dort sowie am Steig durch die Pöllatschlucht ist die Routenführung der Tegelberg-Runde aktuell geändert: Nach dem Aufstieg von der Bergbahn-Talstation über den Schutzengelweg zum Tegelberghaus führt der Abstieg entweder über dieselbe Strecke zurück oder über den Ahornreitweg in Richtung Bleckenau, an der Pöllat entlang und über Neuschwanstein und die Ortschaft Hohenschwangau zurück zum Startpunkt. Alternativ fährt auch die Tegelbergbahn bergauf oder bergab. (BSZ)
 

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