Freizeit und Reise

Unterwegs auf dem Goldsteig im Lerautal. (Foto: Peter Neunteufel)

25.07.2022

Die schönsten Schattenwanderungen

Unterwegs im Sommer auf den Top Trails of Germany

Licht durchbricht das Blätterdach, Staub tanzt in den schräg einfallenden Sonnenstrahlen: Wandern im Sommer hat seinen ganz eigenen Reiz. Damit eine mehrstündige Tour jedoch auch bei hohen Temperaturen Spaß macht, geht man am besten durch schattige Wälder. Die Top Trails of Germany bieten zahlreiche Etappen durch die schönsten Waldstücke Deutschlands. Hier eine Auswahl.

Der Albsteig: Über luftige Höhen. Die 15. Etappe des Albsteigs führt auf 26 Kilometern von Ratshausen über den Lemberg und das Klippeneck zum Risiberg nach Dürbheim und damit über die höchste Erhebung der Alb – den Lemberg mit 1015 Metern. Weiter geht es über den höchst gelegenen Segelflugplatz Deutschlands Klippeneck. Zum Etappenziel nach Risiberg führen schattige Abschnitte. Der Landgasthof Waldeck eignet sich gut als Zielpunkt, da er direkt am Weg liegt.

Der Eifelsteig: Zum Kloster Himmerod. Die 12. Eifelsteig-Etappe führt von der Burgenstadt Manderscheid zum Kloster Himmerod und ist vor allem im Sommer ein Genuss. Über schmale, steinige Pfade geht es durchs enge Liesertal – bergauf und bergab, vorbei an schroffen Felsen, die teilweise steil zum Tal hin abfallen. Auf dem anspruchsvollen Pfad gibt es verschiedene Schutzhütten für eine gemütliche Wanderpause. Das Tagesziel ist das Kloster Himmerod. Es wurde im 12. Jahrhundert von den Zisterziensern gegründet und beeindruckt mit seiner imposanten Barockkirche.

Der Harzer-Hexen-Stieg: Durchs malerische Bodetal. Auf dieser 5. Etappe des Harzer-Hexen-Stiegs geht es auf 14 Kilometern durch den „Grand Canyon“ des Harzes – das Bodetal zwischen Treseburg und Thale. Hier ragen links und rechts des Weges bis zu 250 Meter hohe Granitwände empor, die für schattige Kühle selbst bei heißen Temperaturen sorgen. Oben sind mit gutem Auge Rosstrappe und Hexentanzplatz erkennbar, einst mystische Kultstätten, heute beliebte Ausflugsziele. Um die grandiose Schlussaussicht des Harzer-Hexen-Stiegs nicht zu verpassen, geht es nach links auf der „Schurre“, die 18 Serpentinen zur Rosstrappe hinauf. Wem dies zu beschwerlich ist, der nimmt den bequemen Sessellift zum Hexentanzplatz.

Der WesterwaldSteig: Wildromantische Touren. Wer auf dem WesterwaldSteig auf der 4. Etappe unterwegs ist, erlebt im Sommer eine Tour durch wildromantische Abschnitte. Von Rennerod geht es nach Westerburg, mitten durch den Hohen Westerwald. Am Secker Weiher, wo man zur Erfrischung baden kann, ist auch eine Einkehr möglich. Das Highlight der Tour ist die Holzbachschlucht: Resige Basaltblöcke und umgestürzte Bäume geben dem engen Tal einen wilden Abenteuer-Look. Beeindruckend ist auch die fast 400 Meter hohe Felsformation Katzenstein mit herrlicher Aussicht über Westerburg bis hin zum Taunus.

Westweg: Durch den Nordschwarzwald. Die 2. Etappe des Westwegs zeigt die typischen Landschaften des Nordschwarzwalds: Schattige Nadelwälder und tief eingeschnittene Flusstäler. Über steile, felsige Pfade, vorbei am plätschernden Wasser, steigt der Weg am Latschigfelsen hinab in das tiefe und wilde Murgtal nach Forbach. Im Kauersbachtal oberhalb von Gausbach stehen die charakteristischen hölzernen Heuhütten, die Einwanderer aus Tirol mitbrachten. Der Panoramaweg über Gausbach zeigt die liebliche Seite des Murgtals, bevor die Etappe an der historischen Holzbrücke in Forbach endet.

Der Altmühltal-Panoramaweg: Durch den Urwald. Im Altmühltal bietet sich die schattige Rundtour „Jägersteig“ perfekt an für eine Sommer-Wanderung. Der Rundweg liegt in unmittelbarer Nähe zum Altmühltal-Panoramaweg und verläuft im Naturwaldreservat Beixenhard, das geradezu ein Urwald und damit sehr schattig ist. Der fast alpine Steig führt mit geringen Höhenunterschieden am Hang entlang, mit schönen moosbewachsenen Bäumen und beeindruckenden Felsformationen, wobei auch einige schwierigere Passagen zu bewältigen sind, die mit Stahlseilen oder Holzgeländern gesichert sind. Zwischendurch gibt es immer wieder einmal einen Ausblick nach Ried und über das Wellheimer Trockental.

Der Heidschnuckenweg: Vorbei an Schafherden. Auf 13 Kilometern führt die 12. Etappe des Heidschnuckenwegs durch sommerliche Wiesen und Wälder von Weesen nach Dehningshof. Die hohen Kiefern am Heideweg spenden in den heißen Sommermonaten wunderbar Schatten. Der Wald ist dicht und lädt zum Entspannen ein – beispielweise auf den Holzliegen, die am Wegesrand stehen. Da es hier kaum Einkehrmöglichkeiten gibt, sollte man Lunchpakete mitnehmen und die Brotzeit in der Ruhe der Natur genießen.

Der Rothaarsteig: Wurzelwege und Berghocheide. Die Etappe zwei des Rothaarsteigs verläuft auf rund 23 Kilometern von Willingen nach Winterberg. Die gesamte Etappe liegt recht hoch, daher ist es dort per se kühler und für eine Wanderung im Sommer perfekt. Der höchste Berg Nordrhein-Westfalens, der Langenberg (843 Meter), ist nur eins der zahlreichen Highlights am Wegesrand. Ebenso die Hochheide im Naturschutzgebiet „Neuer Hagen“, die größte Berghochheide Nordwestdeutschlands. Besonders im Spätsommer ist sie zur Heideblüte ein eindrucksvoller Ort. Vorbei an der Ruhrquelle, Ursprung und Namensgeberin des Ruhrgebiets, führt der Rothaarsteig in Richtung Winterberg. Kurz vor Erreichen des Wintersportorts verläuft der Weg durch das Helletal, eine kühle Mittelgebirgsklamm mit Wasserfällen und schattenspendendem Blätterwald.

Die Hermannshöhen: Rundtour auf dem Luisenturmweg. Direkt an der Etappe fünf der Hermannshöhen startet eine besonders schöne sommerliche Rundtour, der Luisenturmweg, der vom Deutschen Wanderverband als Traumtour zertifiziert worden ist. Er bietet lange schattige Streckenabschnitte im Mischwald des Teutoburger Walds. Start- und Zielpunkt ist der Parkplatz an der Peter-Eggermont-Straße unterhalb des Luisenturmwegs. Am Wochenende ist eine Einkehr in der Gaststätte am Luisenturm möglich. Am Luisenturm befinden sich mehrere Hörstationen sowie die Storytelling-Bank mit der Geschichte von Anna und Hermann. Darüber hinaus gibt es am Luisemturmweg einen wunderschönen Rastplatz mit Aussichtsplattform und Wellenliege. Von dort genießt man herrliche Weitblicke.

Der Goldsteig: Vorbei am „Teufelsbutterfass“. Die 5. Etappe des Goldsteigs bietet auf 14 Kilometern viel Mystisches. Sie beginnt mit einem kleinen Anstieg und zieht sich meist am Waldrand entlang zum Dreifaltigkeitsberg bei Muglhof mit gleichnamiger Kapelle und weiter zum Dörfchen Oedenthal. Vor Roggenstein beeindruckt eine wuchtige Rotbuche mit einem Feldkreuz, danach geht es hinunter ins Luhe-Tal zur Oberschleif, einer ehemaligen Glasschleife. Kurz darauf erreicht man auch schon das sagenumwobene Waldgebiet „Elm“ mit den „Drei Handkreuzen“ – markanten Grenzkreuzen, die bereits im Jahr 1361 als Grenzzeichen der Landgrafschaft Leuchtenberg erwähnt wurden. Der Weg führt durch Waldgebiete mit den Namen wie Mördergrube und Sargmühle. Durch das markante Naturschutzgebiet Wolfslohklamm im Lerautal führt der Goldsteig weiter zum Wolfslohfelsen, über eine kleine Brücke, vorbei an der Felsformation „Teufelsbutterfass“ zum Markt Leuchtenberg mit imposanter Landgrafenburg.

Der Kammweg: Durch tiefe Fichtenwälder. Die Etappe neun des Kammwegs Erzgebirge-Vogtland startet mit einem unvergesslichen Weitblick vom Fichtelberg, dem mit 1215 Metern höchsten Berg Sachsens. Langsam aber stetig abfallend verläuft die gesamte Wanderung im Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Die tiefgrünen Fichtenwälder und die Flüsse Klingerbach und Pöhlwasser sorgen für eine angenehme Kühle. Kurz vor der Ortschaft Ehrenzipfel, an der tschechischen Grenze, lädt der attraktive Wettinplatz mit Denkmal, einem Gedenkstein für den erzgebirgischen Heimatdichter Anton Günther und dem Mundloch eines Stollns zur verdienten Wanderpause ein. Das Ende der Wanderung ist an der Zollstraße kurz vor dem malerischen Dorf Rittersgrün, hier lohnt sich ein Besuch des sächsischen Schmalspurbahn-Museums.

Die Top Trails of Germany (www.top-trails-of-germany.de) sind seit 2005 ein Zusammenschluss der 13 schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Sie bieten Wandern auf höchstem Niveau, da sie alle entweder als Premiumwanderweg nach den Kriterien des Deutschen Wanderinstituts oder als Qualitätsweg nach den Kriterien des Wanderbaren Deutschlands zertifiziert sind.

Zu den Top Trails gehören: der Altmühltal-Panoramaweg, der Eifelsteig, Goldsteig, Harzer-Hexen-Steig und die Hermannshöhen sowie der Rothaarsteig, WesterwaldSteig und der Westweg-Schwarzwald, der Kammweg Erzgebirge-Vogtland, der Schluchtensteig-Schwarzwald, Albsteig, Heidschnuckenweg sowie der Weserbergland-Weg. (Gabi Dräger)
 

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