Reisen

Die nostalgische MS Gamle Salten. (Foto: Norwegian Adventure Company)

14.05.2019

Karibikfeeling in der Arktis

Norwegen: Unterwegs auf der Arctic Haute Route, einem Hike & Sail Trip

Autorin Johanna Stöckl erlebte vergangenen Sommer einen wahren Outdoor-Traum nördlich des Polarkreises. Bei der Premiere der Sommervariante „Arctic Haute Route“, einem Hike & Sail Trip zwischen den Lofoten, der Inselgruppe Vesterålen, Senja Island und Sommarøy standen täglich Bergtouren in unterschiedlicher Länge auf dem Programm. Auf der nostalgischen MS Gamle Salten ging es dabei abseits der Touristenströme durch die einsame Inselwelt.

Als Sunday Times Journalist Duncan Craig im vergangenen Winter die fünftägige Ski & Sail Variante der Arctic Haute Route erlebte, dabei täglich an einem anderen außergewöhnlichen Ort nördlich des Polarkreises zu einer Skitour aufbrach und die Abende an Bord der MS Gamle Salten genoss, resümierte der Weltenbummler später im Reiseteil der renommierten Sonntagszeitung: „The coolest holiday ever!“ Und weil die Skiabenteuer so gut ankommen, die Wintertermine der Arctic Haute Route durchgängig ausgebucht sind, übertrug der Veranstalter, die Norwegian Adventure Comany (http://www.norwegianadventurecompany.com) das Erfolgsmodell erstmals bei einer mehr als gelungenen Premierenfahrt auf den Sommer. Das vier- beziehungsweise fünftägige Hike & Sail Abenteuer kann im Juli und August 2019 an sechs unterschiedlichen Terminen gebucht werden.

Die spektakuläre Reise beginnt – je nach Termin – in Svolvær oder Tromsø. Meine Anreise ging über Oslo und Bodø nach Svolvær, wo ich bei traumhaftem Wetter und außergewöhnlich sommerlichen Temperaturen an Bord der MS Gamle Salten auf die Crew und die weiteren Passagiere traf. Das Schiff, eine stolze Old Lady, lief vor 50 Jahren erstmals vom Stapel und diente lange Zeit als eine Art Ersatzschiff der Hurtigruten-Flotte. Die Kabinen sind klein und mit Stockbetten, Waschbecken und Klimaanlage einfach ausgestattet. Duschen und Toiletten sind am Gang. WLAN ist überall verfügbar.

Der Atmosphäre an Bord tut diese intime Enge allerdings sehr gut. In kurzer Zeit kennt jeder jeden. Zum einen natürlich, weil man tagsüber gemeinsam in die spektakuläre Bergwelt aufbricht, die Touren beziehungsweise Outdoor-Leidenschaft ohnehin verbinden. Aber auch, weil man in den entzückenden Gesellschaftsräumen, einem Restaurant und kleinen Salon beim Frühstück beziehungsweise Abendessen oder beim Sundowner an der Bar auf dem Außendeck zwangsläufig miteinander in Kontakt kommt.

Apropos Sundowner: Nördlich des Polarkreises kommt man während der Sommermonate in den Genuss nicht enden wollender Tage. In den Abend- und Nachtstunden taucht dann die tiefstehende Mitternachtssonne die ohnehin schon atemberaubende Landschaft in tiefes Orange-Rot. Manchmal verwandeln sich Himmel, Erde und Wasser sogar in ein goldschimmerndes Kunstwerk der Natur.

Die Verpflegung an Bord ist eine große Überraschung. Man verspricht mit Arctic Adventure Cuisine eine anspruchsvolle, vor allem aber regionale Küche. Vor Ort staunt man nicht schlecht, was die kleine Küchenbrigade täglich auf die Teller zaubert. Dazu ging man mit Bocus d’Or Norwegen eine Kooperation ein. Das heißt, auf jedem Törn ist ein ausgewiesener Küchenexperte für das leibliche Wohl der Passagiere zuständig.

Die ausgesuchten Bergtouren beziehungsweise Tageswanderungen sind natürlich geführt, das heißt, es sind insgesamt vier überaus kompetente und charmante Guides (alle sprechen Norwegisch und Englisch) an Bord, die täglich mit den Gästen, die in Gruppen eingeteilt werden, zu unterschiedlich langen beziehungsweise unterschiedlich anspruchsvollen Touren an außergewöhnlichen Orten aufbrechen. Das Beste: Man kann je nach Lust und Laune täglich die Gruppe wechseln, also bei Bedarf auch mal kürzer treten und sich bei einer leichten Tour vergnügen. Man muss sich am Abend zuvor beim Guide Meeting einfinden, wo die Touren des Folgetags ausführlich beschrieben und besprochen werden.

Ich lustwandelte in Digermulen auf der Insel Hinnøya (Ostlofoten) auf der Tour zum sogenannten Kaiservarden und dem Snøtinden auf den Spuren Kaiser Wilhelms II, der hier mit seinem Gefolge regelmäßig beim Wandern war. Leider war an diesem Tag das Wetter mäßig, die fantastische Fernsicht blieb daher aus. Ab Alsvåg, Vesterålen, ging’s gleich über drei Gipfel und Grate am Nonskollen. Dieses Mal war das Panorama atemberaubend.

Auf der Insel Senja sollte es noch besser kommen. Ab der Ortschaft Berg galt es strammen Schritts den Husøyfjellet Gipfel zu besteigen, von wo aus man nach einer Art Überschreitung mit leichter Gratkletterei Richtung Bøvær abstieg und in der Arktis plötzlich regelrecht Karibikfeeling aufkam. Die ungewöhnlichen hohen Temperaturen erlaubten sogar ein Bad im Nordmeer. In Sommarøy wählte ich zum Abschluss eine leichte und kurze Tour, schließlich musste ich im Anschluss ja noch die Rückreise nach München antreten.

Wer Norwegen mag und gerne wandert, wird diese außergewöhnliche Reise lieben, so mein Fazit. Die Passion Outdoor, das zauberhafte Schiff, die coole Crew an Bord verbinden auf magische Art und Weise und erzeugen eine tolle Atmosphäre in der Gruppe. Was man allerdings wissen sollte: Die Touren sind stramm beziehungsweise die Norweger marschieren ziemlich flott und wählen gerne eine sehr direkte Wegführung.
Die Schiffsreise selbst ist natürlich ebenfalls ein Erlebnis. Höhepunkte gibt es reichlich: Lofotenwall, Trollfjord, Raftsund – um nur ein paar zu nennen. (Johanna Stöckl)

(Wandern im hohen Norden - Foto: Norwegian Adventure Company)

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