Freizeit und Reise

Gläserne Schnupftabakdosen. (Foto: obx-news/Tourismusverband Ostbayern)

23.11.2022

"Mogst a Bris?"

25 Jahre Glasstraße: Das Schnupftabakmuseum in Grafenau

"Mogst a Bris?", also "Möchtest Du eine Brise?", ist seit Jahrhunderten an den Stammtischen des Bayerischen Walds ein viel gehörter Satz. Gemeint ist der Schnupftabak, der nicht nur in Ostbayern eine große Geschichte hat. Den Tabak zu schnupfen hat eine längere Tradition als ihn zu rauchen. In der Zeit des 30-jährigen Krieges war das Schnupfen besonders auch beim Hochadel en vogue. Die französische Königin Catherina de Medici zum Beispiel schnupfte pulverisierte Tabakblätter, um damit Kopfschmerzen zu linden. Populär wird das Schnupfen im späten 18. Jahrhundert und damit auch die Gefäße, die man zum Aufbewahren des Tabaks braucht.

Im Bayerischen Wald entstanden solche Aufbewahrungsgefäße aus Glas. "Bixl" werden diese Schnupftabakgläser bis heute genannt. Das "Bixl" war immer schon etwas Besonderes, etwas, was sich der Glasmacher in der Freizeit "geschunden" hat, um es entweder selbst zu sammeln oder einzutauschen oder um es zu verkaufen. Das "Bixl" war zu Hause in den Hosen- und Jackentaschen, es stand stolz in den Wirtshäusern in Glasschränken oder direkt auf den Stammtischen. Sie erinnerten mit ihren Gravuren und Bemalungen an Festlichkeiten, Personen oder Berufsgruppen. Seit den 1960er-Jahren entwickelte sich das Schnupftabakglas immer mehr zum Sammlerobjekt.

Das Schnupftabakmuseum in Grafenau - weltweit das erste seiner Art - nimmt Besucher mit auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der "gläsernen Bixl": Neben Kostbarem und Kuriosem steht dort heute auch das größte Schnupftabakglas der Welt. Rund 70 mal 45 Zentimeter ist es groß und über 30 Kilogramm schwer. Grafenau und den Schnupftabak verbindet eine besondere Geschichte: Mehr als sieben Jahrzehnte - bis zum Ende der Produktion 1974 - genoss der "echte Brasil" aus der Bayerwaldgemeinde weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. (obx)

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