Schneeweiße Häuser, die sich an einen Hügel schmiegen, gekrönt von einer trutzigen Burg, darüber strahlend blauer Himmel und die heiße Sonne Andalusiens: Willkommen in Salobreña an der Costa Tropical.
In Salobreña ist die Welt noch in Ordnung. Der beschauliche Ort wirkt auf den ersten Blick verschlafen, in den kleinen Läden kaufen die Einheimischen ein, am Fischmarkt wird um frische Meeresfrüchte gefeilscht und in den kleinen schmalen Gassen, die zur Burganlage führen, ist es still und ruhig. An den Wegen, die steil nach oben gehen, findet man immer wieder kleine Kneipen, in denen es leckere landestypische Gerichte gibt und auf einem schattigen Platz unter einem Granatapfelbaum zusammen mit einem Aperol kann man sich erst mal vom Aufstieg zur Burg auf halbem Weg erholen und neue Kräfte sammeln.
Am ersten Wochenende im Oktober ist es mit der Ruhe jedoch vorbei. Zu Ehren der „Virgen del Rosario“ wird eine Wallfahrt veranstaltet, ein Fest für die Schutzpatronin von Salobreña. Die Feierlichkeiten umfassen Flamenco, gemeinsame Mahlzeiten und eine religiöse Prozession, bei der der ganze Ort auf den Beinen ist. Die Damen des Ortes sind dann ein absoluter Hingucker. Perfekt gestylt sehen sie aus wie Flamencotänzerinnen, mit langen, engen, abgestuften Röcken oder Kleidern mit Volants und Blüten in kräftig leuchtenden Farben im pechschwarzen Haar. Jeder im Ort macht sich schick und alle wollen mit dabei sein. Ein authentisches Spektakel für alle Touristen, die das Glück haben, dieser Attraktion beizuwohnen.
Salobreña ist auch ein strategisch günstiger Startpunkt für Ausflüge in die Region. Von dem Ort aus führt durch die Sierra Nevada eine gut ausgebaute Straße direkt nach Granada.
Granada – schon der Name dieser wunderbaren Stadt, in der sich maurische Pracht und andalusische Lebensfreude vereinen, verheißt die Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart. Paläste und Gärten wie aus 1001 Nacht, mit duftenden Orangenblüten gesäumte Wege und im Hintergrund die majestätische Kulisse der Sierra Nevada erwarten die Besucher. Die Stadt ist vor allem für ihre mittelalterliche Architektur aus der Zeit der Mauren bekannt. Hier ist die Alhambra von Granada der absolute Star. Ein Besuch der weitläufigen, auf einem Hügel gelegenen Festungsanlage ist das Highlight jedes Andalusien-Besuches. Die Eintrittskarten hierfür sollte man frühzeitig buchen, denn die Anlage mit Palästen und märchenhaften Innenhöfen ist ein begehrtes Touristenziel und oft wochenlang ausgebucht.
Das älteste Stadtviertel von Granada, Albaicín, liegt gegenüber der Alhambra auf einem Hügel. Durch verwinkelte Gassen, vorbei an weiß getünchten Häusern, deren Fassaden mit Azulejos verziert sind, kommt man zum Mirador de San Nicolás, einem Aussichtpunkt, der einen grandiosen Blick auf die Alhambra bietet. Der Anblick des prächtigen Bauwerks ist zu jeder Tageszeit einfach atemberaubend. Der Mirador ist auch der beste Ort in Granada, um die weitläufige Alhambra komplett auf ein Foto zu bekommen.
Der Abstieg vom Aussichtspunkt führt steil nach unten, der Weg ist gesäumt von basarähnlichen Läden. Im Herzen von Granada kann man die prächtige Kathedrale nicht übersehen. Santa María de la Encarnación de Granada wurde auf den Ruinen einer Moschee errichtet. Der weitläufige, lichte Innenraum mit einer spektakulären Höhe von 45 Metern ist eine architektonische Meisterleistung. Die Hauptkapelle ist ein richtiges Kunstwerk und mit flämischen Bleiglasfenstern versehen. Wunderschön ist auch der Sternenhimmel in einer Kuppel der Kirche. Die kolossale Größe der Kathedrale sollte damals den Triumph des christlichen Glaubens in Granada symbolisieren.
Danach findet man immer irgendwo ein Plätzchen zum Rasten und bei Tapas und einem andalusischen Sherry kommt man schnell wieder zu Kräften und ist gewappnet für eine weitere Erkundung dieser herrlichen Stadt.
Ein weiterer Ausflug von Salobreña aus führt nach Málaga. Die Großstadt an der Costa del Sol empfängt die Besucher mit ihrem hinreißenden andalusischen Flair. Vom Aussichtspunkt Mirador de Gibralfaro hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt. Besonders die Burg Alcazabar, die Kathedrale, die Stierkampfarena und die Hafenbucht kann man von oben sehr gut erkennen.
In der Stadt angekommen, beginnt man den Rundgang am besten im Zentrum bei der maurischen Festungs- und Palastanlage Alcazaba. Die Hauptattraktion des Mitte des 11. Jahrhunderts errichteten Bauwerks sind rekonstruierte Bauteile im maurischen Stil sowie paradiesische Innenhöfe mit geometrisch angelegten Gärten. Das römische Theater zu Füßen der Burg ist ebenfalls gut erhalten.
Ein absolutes Prunkstück ist die Kathedrale von Málaga, in prächtiger Renaissance-Architektur. Im Inneren verzaubern kunstvolle Altäre, helle korinthische Säulen und drei Kirchenschiffe die Besucher.
Der Parque de Málaga, eine grüne Oase voller Palmen und anderen exotischen Pflanzen mit schattigen Wegen ist ein guter Platz, um eine Pause einzulegen. Dabei kann man die vielen grünen Mönchsittiche beobachten, eine Papageienart, die ursprünglich aus Südamerika stammt und sich nicht nur in Málaga pudelwohl fühlt und rasant vermehrt. Die grasgrünen Vögel sind die Fotostars im Park und lassen sich sehr gerne von den begeisterten Besuchern ablichten.
Auf der anderen Seite des Parks befindet sich die Hafenpromenade der Stadt. Von hier aus hat man einen schönen Ausblick auf den Leuchtturm und die Kreuzfahrtschiffe und Fähren.
Wieder zurück in der Altstadt vermitteln lebhafte Plätze, eingerahmt von den historischen Fassaden der Gebäude, mit Cafés, Restaurants und kleinen Bars, das typisch andalusische Lebensgefühl und bei einem Aperol kann man die vielen Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen und das bunte Treiben entspannt beobachten. (Ursula Angelika Küffner)
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