Reisen

Ein T. Rex im Dinosaurier Museum Altmühltal. (Foto: Dinosaurier Museum Altmühltal, Harry Meister)

13.05.2019

Von den Sauriern rauf ins Baumzelt

Zwei bayerische Ferienregionen entdecken: das Altmühltal und das Fränkische Seenland

Wenn das Gute doch so nah liegt: Dieses Sprichwort hat auch in punkto Urlaub oft seine Gültigkeit. Zwei Ferien- regionen, die das eindrucksvoll zeigen, sind das Altmühltal und das Fränkische Seenland, sie punkten mit einem Natur- park, Erlebniswelten, einem breiten sportlichen Angebot und ausgezeichneter Küche.
Beilngries heißt die erste Station unseres dreitägigen Aufenthalts – die knapp 10 000 Einwohner zählende Kleinstadt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Zur Begrüßung kredenzen uns unsere Gastgeber eine Stärkung. Was sich Fingerfood Imbiss nennt, erweist sich als kleines Gourmet-Menü: Gebeiztes Biberacher Saiblingsfilet, Lachstatar von der Biberacher Lachsforelle, Rindfleischsalat vom Juradistl Weiderind oder Nudelsalat von Altmühltaler Nudeln im Glas nennen sich einige der Snacks. Die Produkte dafür liefern Bauern aus der Umgebung, erzählt Tourismuschef Christoph Würflein.

Unser erstes Ausflugsziel ist der Dinosaurier-Park Altmühltal in Denkendorf. Auf dem eineinhalb Kilometer langen Erlebnispfad begibt man sich auf eine Zeitreise durch die verschiedenen Epochen von 400 Millionen Jahren Erdgeschichte. 70 lebensgroße Nachbildungen verdeutlichen die imposante Größe dieser einstigen Erdbewohner. „Besonders Kinder sind von den Riesensauriern fasziniert“, sagt Frederik Spindler, wissenschaftlicher Leiter des Dinoparks. Im angeschlossenen Museum sind Dinosaurier-Skelette zu bestaunen. Größte Attraktion sind aber Skelette des Flugsauriers Dracula aus Transsilvanien und des berühmten Urvogels Archaeopteryx.

Zu den Freizeitaktivitäten in der Region zählen Bootstouren – eine beliebte Paddeltour führt auf der Altmühl von Kipfenberg nach Unteremmendorf. In Kipfenberg liegt nicht nur der geografische Mittelpunkt Bayerns – dort führt auch der römische Limes entlang. Beim Bau eines Notausgangs wurde der bisher älteste Bayer gefunden. Unsere Bootstour von Kipfenberg nach Unteremmendorf verhindert leider starker Regen. Zum Abendessen in einem beliebten Landgasthof in Unteremmendorf serviert man uns neben gediegener Hausmannskost zu vernünftigen Preisen auch ausgezeichneten Fisch.

Am nächsten Morgen schnüren wir Rucksack und Wanderschuhe. Unsere Tour auf dem Altmühltal-Panoramaweg von Gungolding nach Arnsberg dauert gut zwei Stunden. Der Weg führt durch Wiesen über sanfte Höhen. Im Frühsommer erfreuen eine bunte Blumenwelt und verschiedene Schmetterlingsarten hier den Wanderer. Von einem Höhenrücken sehen wir Gungolding und erblicken ein altes Römerkastell mit Turm. Immer wieder genießt man malerische Ausblicke auf das Altmühltal, das vor 200 000 Jahren von der Donau geschaffen wurde, die hier damals floss.

In Blumenberg gibt es
einen Fossiliensteinbruch

Auf der Weiterfahrt nach Pappenheim noch ein Abstecher zum Fossiliensteinbruch Blumenberg. Gegen eine Gebühr von drei Euro pro Tag kann man dort aus riesigen Blöcken Steine herausklopfen und als Erinnerungsstücke behalten. In der riesigen Grube sieht und hört man einige Dutzend Enthusiasten klopfen. Der köstliche Fitnesssalat in einem Gasthof in Pappenheim erinnert mich daran, dass der heute abschätzig verwendete Begriff Pappenheimer dereinst besondere Wertschätzung ausdrückte.

Wir nehmen Abschied vom Naturpark Altmühltal und reisen weiter ins Fränkische Seenland. Die noch recht junge Tourismusregion empfängt uns mit Prachtwetter – ideal für einen Besuch der im Altmühlsee gelegenen Vogelinsel. In dem künstlich angelegten Naturschutzgebiet rasten und brüten mehr als 300 verschiedene Vogelarten, darunter viele seltene Wasser- und Watvögel. Beim Blick vom Aussichtsturm durch mein Fernrohr erspähe ich einen Silberreiher. Wie alle Seen in der Region wurde auch der Altmühlsee künstlich angelegt.

Die Region präsentiert sich heute als vielseitige Freizeitlandschaft mit den Schwerpunkten Wandern, Radfahren und Wassersport. Weil der Altmühlsee nur maximal 2,5 Meter tief ist, erwärmt er sich im Frühsommer rasch. Auf Segways brausen wir entlang des Sees nach Gunzenhausen. Das Abendessen in unserem Hotel dort ist ein kulinarisches Gedicht: Fränkischer Winzerbraten – ein saftiges Schweinerückensteak in Sauce mit Bratkartoffel, Nüssen und Weintrauben – , dazu ein naturtrübes Bier.

Schließlich besuchen wir die Badeinsel Absberg am Kleinen Brombachsee. Zur Freizeitanlage auf der Badeinsel gehört eine Wakeboard-Anlage, wo auch Kurse angeboten werden. Eine große Zeltwiese sorgt für preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten. Ebenso ein Angebot, das es dort seit Kurzem ebenfalls gibt: Naturbegeisterte können in Hängezelten übernachten, die zwischen Bäumen aufgespannt sind. Wie alle Seen in der Region ist auch der Kleine Brombachsee kostenlos zugänglich. So wundert es nicht, dass das Fränkische Seenland mittlerweile gut eine Million Gästeübernachtungen pro Jahr verzeichnet.

Letzte Station unserer Reise ist der Abenteuerwald Enderndorf. Ein mutiger Privatunternehmer hat dort schon vor mehr als zehn Jahren viel Geld in den Erlebnis-Kletterpark investiert. Mittlerweile hat er sein Angebot erweitert. Mit der Zip-Line sausen wir über den Igelsbachsee. In einem bequemen Sitzgurt auf dem 560 Meter langen, über den See gespannten Seil hängend, erreichen wir dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h. Ein Hauch von Ikarus-Feeling, wenngleich recht kurz …

Die Tour stellte eine Mischung aus Seele baumeln lassen und sportlicher Betätigung von sanft bis aktiv mit einem Touch zum kalkulierbaren Abenteuer inklusive dar. Dazu hatten wir nette Gastgeber und erstklassiges Essen. Das Altmühltal und das Fränkische Seenland sind auf jeden Fall eine Reise wert.
(Gerhard Deutschmann)

(Die Felsengruppe Arnsberger Leite. Im Abenteuerwald Enderndorf und die Aussichtsplattform auf der Vogelinsel im Altmühlsee - Fotos: Tourismusverband Franken)

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