Freizeit und Reise

Der Flow Country Trail in Bad Kleinkirchheim ist 15 Kilometer lang und beginnt an der Bergstation der Kaiserburgbahn. (Foto: Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen, Gert Perauer)

08.06.2026

Wandern, biken, golfen, erholen

Die Region Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge bietet eine tolle Erlebniswelt

Die Region Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge steht für eine einzigartige Kombination aus Natur, Erholung und Aktivität.
Zentral im Norden Kärntens reihen sich sanfte grüne Bergkuppen dicht an dicht an die Südhänge der Alpen. An ihren Ausläufern liegen tiefblaue Seen, die im Sommer zum Baden einladen und an deren Ufern historische Orte interessante Geschichten erzählen. Das milde Klima, gut ausgebaute Wanderwege und abwechslungsreiche Bikestrecken, die weit in den Unesco Biosphärenpark Kärntner Nockberge reichen, bieten gute Voraussetzungen für abwechslungs- und ereignisreiche Zeit.

Der Nockberge-Trail, der beliebteste Weitwanderweg Österreichs, macht Lust auf Idylle pur in der Natur. Im Sommer – von Juni bis September – schlagen hier Wanderherzen höher. Seit 2021 ist der Nockberge-Trail um drei Etappen reicher. In acht Tagen erwandert man 128 Kilometer – vom Katschberg quer durch den Unesco Biosphärenpark Kärntner Nockberge: auf die Turracher Höhe, auf den Falkert und nach Bad Kleinkirchheim sowie weiter bis zum Millstätter See. Unterwegs begeistert die vielseitige Natur mit Almen, Zirbenwäldern und sanften Gipfeln. Wer bis zu 22 Kilometer und 1200 Höhenmeter pro Tag zurücklegt, braucht zwar Kondition, aber bei Bedarf erleichtern die Bergbahnen die Tour. Abends laden Hotels oder gemütliche Hütten zu Kulinarik und Erholung ein, beziehungsweise auch mal eine Therme zum Entspannen.

Vom Berg zum See

Natürlich lässt sich der Nockberge-Trail auch in Teiletappen erwandern. Übrigens: Landschaftsschutz hat im Biosphärenpark Kärntner Nockberge hohe Priorität. Wer mehr erfahren möchte, kann auf Anfrage eine geführte Tour mit einem Biosphärenpark-Ranger unternehmen. Täglich wartet in diesem Naturschutzgebiet ein anderes Abenteuer auf neugierige Entdecker.

Der Nockberge-Trail macht aber nicht nur im Sommer Lust, Tage im Einklang mit der Natur zu erleben. Südlich der Alpen wird auch der Winterurlaub zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Genießer mit einzigartigem Panoramablick und Schneesicherheit. Der Trail zählt nämlich zu den beliebtesten Skitouren-Trails. In vier Etappen und über 60 Kilometern lernen sportliche Naturfreunde die eindrucksvolle Winterlandschaft des Biosphärenparks kennen – die Annehmlichkeiten der Skigebiete wie beispielsweise Turracher Höhe, Falkert und Bad Kleinkirchheim inklusive. Diese besondere Skidurchquerung richtet sich an jene, die Sport mit Genuss und Erholung kombinieren wollen. Auf jedem Etappenort wartet eine Auswahl an erstklassigen Hotels und ein umfassendes Wellnessangebot.

Eine weitere Weitwandertour ist die Via Paradiso. Vier Tage, 55 Kilometer und der Millstätter See immer im Blick – der Via Paradiso macht Weitwandern zum Genuss. Stets mit Blick auf das Wasser und die umliegenden Kärntner Nockberge. Ein Weitwanderweg, der Natur und Genuss verbindet und auch für Einsteiger bestens geeignet ist.

Der Trail zeigt die schönsten Seiten des Millstätter Sees. Los geht es in Döbriach. Die Wanderroute führt auf das Millstätter Höhenplateau durch die Ortschaften Matzelsdorf und Lammersdorf, vorbei am idyllisch eingebetteten Zwergsee und endet im Zentrum von Millstatt. Ein Tipp für Kultur- und Geschichtsinteressierte: Ein Besuch in der über 950 Jahre alten Stiftskirche Millstatt lohnt sich immer. Die nächste Etappe führt nach Seeboden und geht durch den Schluchtweg entlang des Riegerbachs. Gut verbinden lässt sich diese Wanderung mit einem Besuch der Burg Sommeregg.

Die unbekannte Seite des Millstätter Sees entdeckt man am naturbelassenen Südufer – bei der dritten und kürzesten Etappe – dort, wo der Egelsee, ein geschützter Moorsee und verwunschenes Naturjuwel, in den Mittelpunkt rückt – hier barfuß gehen, den Waldboden spüren oder in Hängematten verweilen, den Alltag einfach vergessen. Am Ende der Wanderung wartet ein Logenplatz der Extraklasse: der „Sternenbalkon“ am Mirnock – besonders eindrucksvoll, wenn die Sonne hinter den Gipfeln versinkt und das Abendrot den See in warmes Licht taucht. Wer möchte, kann diesen besonderen Ort für ein exklusives Picknick reservieren.

Keine der vier Etappen dauert länger als fünf Stunden Gehzeit – genug Zeit also, um anschließend ins bis zu 27 Grad warme Wasser des Millstätter Sees einzutauchen.
Inmitten der bezaubernden Seenlandschaft und der sanften Alpinwelt des Biosphärenparks lässt es sich am Südbalkon der Alpen auch herrlich biken. Hier kommen alle Pedalritter gleichermaßen auf ihre Kosten.

45 Kilometer Trails, 300 Kilometer Mountainbikestrecken und über 550 Kilometer ausgewiesene Routen für Genussradler schlängeln sich durch die Nockbikeregion Millstätter See – Bad Kleinkirchheim Nockberge. Einige Touren führen bis ganz nach oben und manche lassen sich mit der Bergbahn oder dem Schiff bequem abkürzen.

Abenteuerlich ist das Bikeerlebnis auf dem Flow Country Trail in Bad Kleinkirchheim. Er ist 15 Kilometer lang und damit der längste seiner Art in Europa. Steilkurven, Drops, Pumps und Roller auf der mit Schotter fixierten Strecke sorgen für rasanten Spaßfaktor und Adrenalinkick. Im Tal angekommen sind knapp 1000 Höhenmeter mit angenehmen acht Prozent Gefälle zurückgelegt. Plätze zum Entspannen entlang des Trails laden zur gemütlichen Rast mit Blick auf die Alpenwelt.

Bevor es auf den Trail geht, kann man auf dem Übungsparcours bei der Kaiserburgbahn in Bad Kleinkirchheim an der perfekten Technik feilen. Geplant sind in Bad Kleinkirchheim weitere Mountainbike-Trails, die im Sommer 2026 eröffnet werden sollen.

Speik, der Alpenbaldrian

Die Nock-Lake-Trails, die von der Kaiserburg-Bergstation bis nach Feld am See führen, sind ein weiteres Highlight für alle Trailfans. Nach der Abfahrt locken Wassersport und Entspannung in der Biker-Lounge direkt am Ufer des Brennsees.

Der sechs Kilometer lange Flow Trail auf der Turracher Höhe begeistert besonders Einsteiger und Familien. Auf 350 Höhenmetern geht es zuerst über die Kornockpiste abwärts bis zur Schafalmbahn Bergstation, wo eine Achterbahnfahrt über roll- oder springbare Wellen startet. Spaßige Anliegerkurven, Stege, Brücken und ein kleines Kurven-Karussell bilden den Abschluss des Trails.

Wer es lieber gemütlicher angeht, greift entweder zum E-Bike oder erkundet den See am Millstätter See Radweg, wo die unberührte Natur entlang des Südufers und feine Kulinarik am Nordufer erkundet werden können. Ein Sprung in das warme Wasser sorgt für wohltuende Abkühlung und Erfrischung.

Auch die Golfer kommen in der Region nicht zu kurz. Wer in der Golfarena Bad Kleinkirchheim seinen Abschlag übt, trifft mit etwas Glück Skilegende Franz Klammer auf dem grünen Rasen. Nur wenige Kilometer weiter lädt die Golfanlage Millstätter See zum „Abschlag mit Seeblick“.

Die Golfarena Bad Kleinkirchheim befindet sich auf rund 1000 Metern Seehöhe und ist damit der höchstgelegene 18-Loch-Golfplatz Kärntens. Hier verbinden sich sportliche Herausforderung und alpiner Naturgenuss zu einem einzigartigen Erlebnis. Neu gedacht wird der Golfurlaub in Bad Kleinkirchheim mit dem Hotel Partner Programm: Unter dem Motto „Stay here – free golf!“ ist die Greenfee in aktuell 20 Partnerbetrieben bereits inkludiert und die Startzeit wird ganz unkompliziert über die Rezeption organisiert.

Noch eine Besonderheit hat die Region zu bieten: Speik, eine kleine Pflanze mit großer Wirkung, die auch Alpenbaldrian genannt wird. Speik ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt und geschätzt. Zwar gibt es Speickvorkommen in vielen Alpenregionen. Aber: Nur in den Nockbergen zwischen 1800 und 2300 Metern Seehöhe wächst die Speickpflanze mit dem klingenden Namen „Valeriana Celtica Subspezies Norica”. Nirgendwo anders gedeiht diese besondere Gattung.

Um Raubbau zu verhindern und den Artenerhalt zu garantieren, wurde das intensiv duftende Gewächs 1936 unter Naturschutz gestellt. Einzig und allein zwei Bauernfamilien in den Nockbergen besitzen das Recht, Speick von Hand auf dafür ausgewiesenen Flächen zu ernten. Vom 15. August bis zum 8. September widmen sie sich ihrer arbeitsintensiven Aufgabe, mit speziellen Krallen die unscheinbaren Pflanzen aus dem Almboden zu lösen. Die Erntemenge ist auf maximal 25 Kilogramm pro Saison limitiert und wird von der Biosphärenpark-Verwaltung kontrolliert.

Nach dem Trocknen wird die gesamte Ernte ins Speickwerk in Deutschland zur Weiterverarbeitung gebracht. Dem Speick-Bestand schadet die jährliche Ernte nicht. Ganz im Gegenteil. Die maßvolle Ernte hat eine positive Wirkung auf den Fortbestand des Speicks, wie wissenschaftliche Untersuchungen der Universität für Bodenkultur in Wien zeigen.

Die Region Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge ist ein Paradies in beeindruckender Landschaft für Sportbegeisterte, Naturliebhaber, aber auch Ruhesuchende. Hier kann jeder seine Auszeit so gestalten wie er will. (Friedrich H. Hettler)
 

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