Kommunales

In Oberfranken gibt es diese Minibusse schon seit 2021. (Foto: SMO Shuttle Modellregion Oberfranken)

15.08.2024

Autonom fahrender Kleinbus in der Oberpfalz

In mehreren Regionen Bayerns sind inzwischen autonom und elektrisch fahrende Minibusse unterwegs

Autonom und elektrisch hat ein Kleinbus in Neubäu am See, einen Stadtteil von Roding (Landkreis Cham), Passagiere gefahren. Das Projekt "AVL AutBus" ist gut vier Wochen lang im Probebetrieb getestet worden. Anders als in anderen Regionen handelt es sich bei dem Fahrzeug nicht um einen speziell entwickelten Minibus, sondern um einen serienmäßigen Kleinbus, der mit der notwendigen Technik ausgestattet wurde.

Der Wagen pendelte den Angaben nach zwischen dem Bahnhof, dem Campingplatz und dem See und war auf den regulären ÖPNV abgestimmt. Etwa 300 Menschen hätten das kostenlose Angebot genutzt, bilanzierte eine Sprecherin. Der Weg vom Bahnhof zum See sei etwa 1,4 Kilometer lang. Normalerweise würden sich Fahrgäste mit dem Auto bringen oder abholen lassen, nun hätten sie mit dem Bus fahren können.

Offen sei, inwieweit das Projekt wiederholt oder in anderen Gemeinden getestet werde, sagte Armin Engstle, Leiter des AVL-Standortes Roding. Im September soll der Kleinbus zwei Tage lang im Rahmen einer Präsentation in Cham eingesetzt werden. Zudem liefen Gespräche mit Kommunen. Das Projekt sei mit öffentlichen Fördermitteln sowie organisatorisch vom Landkreis Cham unterstützt worden.

Aus Sicherheitsgründen mit Fahrer

Der Kleinbus dürfte bis zu 80 km/h fahren, hieß es. In dem Testbetrieb sei er lediglich maximal mit Tempo 60 gefahren. Zudem müsse ein Fahrer an Bord sein, um eingreifen zu können. Das sei etwa bei Hindernissen wie einem parkenden Lieferwagen nötig. Dann müsse der Fahrer den Bus vorbei lenken. Getestet sei der Betrieb auch bei Nebel und bei Regen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter - bei Schnee noch nicht.

Größere Probleme im Alltag habe es nicht gegeben, sagte Engstle. Das Fahrzeug sei eben ungewöhnlich gewesen. Gerne mal seien Fußgänger vor den Bus getreten, um die Reaktion zu testen und sehen, ob er stoppt. Auch deswegen sei die Anwesenheit eines Fahrers aus Sicherheitsgründen wichtig.

Vom Pilotprojekt bis in den Alltag

Landtagsabgeordneter Julian Preidl (Freie Wähler) sieht in kleinen, autonom fahrenden Elektrobussen eine Möglichkeit für die Zukunft, den öffentlichen Nahverkehr insbesondere in ländlichen Regionen auszubauen und zugleich auf den Fachkräftemangel zu reagieren. Es gebe eben auch zu wenige Busfahrer, sagte er bei der Projektpräsentation in Roding.

Im Alltag etabliert sind elektrisch betriebene und autonom fahrende Minibusse im niederbayerischen Kurort Bad Birnbach (Landkreis Rottal-Inn). Dort begann 2017 ein Pilotprojekt, das inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden ist. Pendelbusse verkehren zwischen Therme, Bahnhof und Marktplatz. Seit 2022 sind zusätzlich Busse auf Abruf zwischen 20 Bedarfshaltestellen unterwegs.

Seit 2021 gibt es das Projekt Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO). Minibusse bringen in Hof, Kronach und Bad Steben Passagiere kostenlos von A nach B. Auch in München und Kelheim laufen einem Sprecher des Verkehrsministeriums zufolge Projekte zur autonomen Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr.
(Ute Wessels, dpa)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll das Ehegattensplitting abgeschafft werden?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

Ralf Wintergerst, CEO von Giesecke+Devrient, weist auf einen sehr wesentlichen Umstand der deutschen Politik hin: „Es gibt hierzulande sehr viele Veto-Punkte, wo der eine aus Eigeninteresse den Vorschlag des anderen blockieren kann."

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.