Kommunales

Demonstranten protestieren gegen das Verbot der linksextremen Internet-Plattform Linksunten.Indymedia. (Foto: dpa/Patrick Seeger)

16.09.2020

Bayern will Kommunen Projekte gegen Extremismus im Netz anbieten

Immer häufiger wird an Schulen im Klassenchat oder in sozialen Netzwerken im Internet gegen Andersdenkende gehetzt. Eine neue bayerische Bildungsstelle soll dagegen Konzepte entwickeln.

Eine Außenstelle der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit soll neue Konzepte gegen Hasskommentare im Internet erarbeiten. Um gezielt Extremismus in den sozialen Netzwerken zu bekämpfen, wurde am Mittwoch in Augsburg der zweite Standort der Landeszentrale offiziell eröffnet. "Wir wollen die Landeszentrale im Bereich der digitalen Bildung stärken", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Die Bildungsarbeit solle nicht mehr nur zentriert in München erfolgen, sondern in das Land hinausgetragen werden, begründete Piazolo die Einrichtung in Außenstelle. Die schwäbische Stadt soll dabei als Ideen-Laboratorium und als Test-Ort fungieren. Die neu entwickelten Bildungskonzepte sollen zunächst in Augsburg erprobt werden, anschließend werden die Projekte allen Kommunen im Freistaat zur Übernahme angeboten. Für die Außenstelle wurden fünfeinhalb neue Stellen bei der Landeszentrale geschaffen.

Zusammenarbeit mit Volkshochschulen

Der Direktor der Landeszentrale, Rupert Grübl, erklärte, dass seine Einrichtung bereits seit vielen Jahren Klassen nach München, Berlin oder Brüssel begleite, um den Schülern die politischen Abläufe von den Ländern bis zur EU zu erklären. Nun werde durch die neue Außenstelle ein Schritt nach unten getan und die Verwaltungsarbeit der Kommunen erläutert. Das in Augsburg bereits praktizierte Projekt "Lernort Rathaus", mit dem Grundschülern die Arbeit von Gemeindeverwaltungen erklärt wird, soll deswegen auf andere Regionen ausgeweitet werden.

Bei einem anderen Projekt der neuen Außenstelle geht es darum, wie Schüler auf "Hetze im Klassenchat" reagieren sollen. Ferner werden Argumentationstrainings für junge Menschen angeboten, damit diese lernen, was sie auf extremistische Parolen am Stammtisch oder im Internet entgegnen können. Um auch ältere Bürger zu erreichen, arbeitet die Außenstelle auch mit den Volkshochschulen zusammen.

Die Politik-Bildungszentralen von Bund und Ländern geben beispielsweise Informationsbroschüren, Bücher oder Filme über innen- und außenpolitische Themen wie Globalisierung oder Menschenrechte heraus. Lehrer, Schüler, Studenten und alle anderen Interessierten können solche Materialien erhalten. (dpa)

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