Kommunales

Bezirkstagspräsident Henry Schramm (rechts) und der stellvertretende Bezirkstagspräsident Andreas Starke (links) gratulieren Rüdiger Feulner. (Foto: Zeuss)

17.07.2020

Bezirksmedaille für den Monsignore

Auszeichnung des Bezirks Oberfranken für den katholischen Geistlichen Rüdiger Feulner

Die Herkunft hat Rüdiger Feulner ohne Frage geprägt: Er ist Franke durch und durch, weit in der Welt herumgekommen, er war lange vatikanischer Diplomat, hat zahlreiche hohe Ehrungen empfangen und doch ist er der kernige Frankenwäldler geblieben.“ Diese Feststellung traf Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU) bei der Verleihung der Ehrenmedaille in Silber des Bezirks Oberfranken an Monsignore Rüdiger Feulner im Rahmen seines 25-jährigen Priesterjubiläums in seiner Heimatkirche St. Jakobus der Ältere. Mit seinem Wirken habe er „nicht nur den Heiligen Stuhl, sondern auch seine oberfränkische Heimat immer auch in der ganzen Welt vertreten.“

Schramm verwies darauf, dass Enchenreuth jahrhundertelang an der Grenze des Fürstbistums Bamberg zum Markgrafentum Kulmbach-Bayreuth lag, denn hier grenzte die katholische Region an die evangelische. In diesem Frankenwalddorf ist Feulner daheim und diese Lage hat, wie Schramm betonte, den katholischen Theologen und Geschichtskundigen ohne Frage geprägt.

Feulner studierte katholische Theologie, dazu Philosophie, Geschichte und Klassische Philologie – zunächst in Bamberg, dann in Innsbruck, wo er den philosophischen und den theologischen Magistergrad erlangte und bereits im Alter von 27 Jahren im gleichen Jahr in beiden Fächern die Doktorwürde zugesprochen bekam.

In Rom studiert

Bald wurde der Heilige Stuhl auf Feulner aufmerksam. Er besuchte ab 1999 die päpstliche Diplomatenakademie und daneben studierte er in Rom Kirchenrecht und erlangt darin einen Abschluss und ist Lizenziat des Kanonischen Rechts. Ein Lizenziat ist im katholischen Hochschulrecht der Inhaber der akademischen Voraussetzung, um an kirchlichen Hochschulen lehren zu dürfen.

Praktische Erfahrung sammelte Rüdiger Feulner an der ständigen diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls in Bolivien. Nach Abschluss der Akademie war Feulner dann als Nuntiatursekretär eingesetzt, zunächst in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, anschließend in Wien und Berlin. Aufgestiegen zum Legationsrat wirkte er von 2013 bis 2014 in Venezuela, danach bis 2019 in Brüssel. Er erlebte Papstbesuche in seinen Wirkungsstätten und organisierte sie maßgeblich mit, auch den Deutschlandbesuch Benedikts XVI. im Jahr 2011.

Seit 2002 ist Rüdiger Feulner auch mit dem Titel eines Päpstlichen Ehrenkaplans (Monsignore) ausgezeichnet und lehrt die Fächer Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität der Benediktinerabtei Heiligenkreuz im Wienerwald, der größten deutschsprachigen theologischen Fakultät. Seit 2014 ist er Professor an der Katholischen Universität Caracas.

Doppelter Doktor

Schramm: „Doppelter Doktor und noch dazu Lizenziat, Professor, Legationsrat, Monsignore. Doch über all dem hat Rüdiger Feulner nie vergessen, wo er herkommt, wo seine Wurzeln sind. Immer wieder, bei jeder Gelegenheit, hat es ihn nach Oberfranken gezogen. Oft war er in Enchenreuth, noch öfter in Marktzeuln, wo ihn eine enge Freundschaft mit dem langjährigen Ortspfarrer Wolfgang Scherbel verbindet.“

Sähe man nur die äußeren Lebensdaten, könnte man Monsignore Feulner für einen trockenen Stubengelehrten halten, aber weit gefehlt. Am wohlsten fühle er sich unter Menschen. Er pflege die Gemeinschaft und die Geselligkeit und wisse das gute, unbeschwerte Miteinander zu genießen. Seit etwas über einem Jahr wirkt Rüdiger Feulner wieder in seinem Oberfranken, wo er zum Pfarrvikar für Wartenfels ernannt wurde und auch die Gemeinden von Reichenbach, Presseck und seiner Heimatgemeinde Enchenreuth betreut.

Als Botschafter der fränkischen Region kann er sich jetzt auch einem seiner Lieblingsanliegen widmen: der Wallfahrtsbasilika in Marienweiher. Seit 2010 ist Rüdiger Feulner Vorsitzender des Freundeskreises, seit 2014 auch der neu errichteten Stiftung Wallfahrtsbasilika Marienweiher. Schramm: „Er setzt sich dafür ein, die geistliche und geistige Strahlkraft des Gnadenorts im Frankenwald und darüber hinaus zu erhöhen.“

Für sein außergewöhnliches Engagement hat der Bezirkstag Oberfranken beschlossen, Rüdiger Feulner mit der Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken auszuzeichnen. Henry Schramm dazu: „Mit der Medaille verbunden ist unser Dank für Deinen Einsatz und Dein Engagement für unsere Region, für unser Oberfranken, unsere Heimat. Man spürt, dass Du das, was Du tust, gerne und mit voller Überzeugung tust und getan hast. Du trägst Oberfranken im Herzen und hast Deine Heimat als eine Art Markenbotschafter in der Welt bekannt gemacht.“
(Sophie Zeuss)


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