Kommunales

Die S-Bahnen verkehren in München planmäßig. weil sie zur DB gehören. Beim sonstigen ÖPNV gab es erhebliche Einschränkungen. Ähnlich sieht es in anderen bayerischen Städten aus. (Foto: dpa, Wolfgang Maria Weber)

19.03.2026

Busse und Bahnen stehen still – massive Ausfälle im ÖPNV

Wegen Warnstreiks kommt es in vielen bayerischen Städten wieder zu massiven Ausfällen im Nahverkehr. Welche Städte besonders betroffen sind und wer den Streik bis Sonntagnachmittag verlängert

In mehreren bayerischen Städten stehen Busse, Trams und U-Bahnen heute ganz oder teilweise still. "Wir sind bisher extrem zufrieden mit der Streikbeteiligung", hieß es gegen Mittag von der Gewerkschaft Verdi, die mit dem Warnstreik Druck in den laufenden Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr machen will. Auch in den kommenden Tagen sind Streiks geplant - teilweise bis Sonntagnachmittag.

Bereits seit Mittwoch wird in München und Dachau gestreikt. Nun wurde der Arbeitskampf auf eine Reihe weiterer Kommunen ausgedehnt, auch auf Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Fürth, Schwabach, Schweinfurt, Passau und Landshut.

In München waren U- und Trambahnen am stärksten betroffen. Die U-Bahn fuhr nur auf zwei Abschnitten, die Tram auf zwei Linien, bei den Bussen war laut Verkehrsgesellschaft MVG mehr als die Hälfte der Fahrzeuge unterwegs. 

Die Stadtwerke Augsburg berichteten am Morgen, Busse und Straßenbahnen des Kommunalunternehmens blieben in den Depots. Der Nahverkehr sei zum Erliegen gekommen. Es gebe nur einzelne Linien im Stadtbereich, die von privaten Busunternehmen bedient würden und daher von den Streiks nicht betroffen seien.
 

In Nürnberg ist der Streik am Donnerstag noch nicht zu spüren

Wie üblich fahren S- und Regionalbahnen, weil sie andere Betreiber haben. Auch Regionalbusse rund um die Ballungszentren sind nicht betroffen. In Nürnberg wird am Donnerstag laut der dortigen Verkehrsgesellschaft zwar gestreikt, nicht aber beim Fahrpersonal, weswegen dort erst am Freitag und Samstag Auswirkungen auf den Nahverkehr erwartet werden.

Die Stadtwerke planen einen Ersatzfahrplan auf Basis der Nachtlinien. Für das Fußballspiel am Samstag raten sie zur Nutzung der S-Bahn. Die Nachbarstädte Schwabach und Fürth werden Donnerstag und Freitag bestreikt, dort sind Notfahrpläne beziehungsweise Notbetrieb geplant.

In Augsburg reagieren die Stadtwerke auf den Streik, indem sie die Leihfahrräder des Unternehmens den Kunden kostenlos anbieten. Am Freitag sind in Bayerns drittgrößter Stadt nur die Werkstätten von den Gewerkschaftsmaßnahmen betroffen, weswegen es nur noch zu einzelnen Ausfällen kommen soll.

In Regensburg ist der Streik auf den Donnerstag beschränkt - hier ist ein Notangebot auf Basis der Nachtlinien geplant. Ähnlich in Bamberg, dort soll es von 6 bis 20 Uhr einen Notfahrplan auf Basis der Linien 935, 936, 937 und 938 geben. 

In Landshut, wo ebenfalls nur am Donnerstag gestreikt wird, erwarten die Stadtwerke, dass nur wenige Busse im Netz im Einsatz sein werden. In Schweinfurt werden nach Einschätzung der Stadtwerke zahlreiche Fahrten entfallen.

Drei Tage in Passau und Dachau - vier in Bayreuth

Besonders lange wird in Passau, Dachau und Bayreuth gestreikt. In Passau soll der Nahverkehr von Donnerstagfrüh bis zum Betriebsschluss am Samstagabend ruhen. Sonntagfrüh werde alles wieder normal fahren, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Auch in Dachau gibt es den dortigen Stadtwerken zufolge drei Streiktage, der erste war hier allerdings bereits am Mittwoch.

Am längsten sollen sich die Warnstreiks in Bayreuth ziehen - allerdings mit einer Unterbrechung. Nach einem ganztägigen Warnstreik am Donnerstag soll es dort am Freitag erst ab 14 Uhr weitergehen, um Schüler und Pendler nicht so stark zu treffen. Dafür endet der Warnstreik dort erst am Sonntag um 14 Uhr. 

Hintergrund des Warnstreiks ist der laufende Tarifkonflikt. Am kommenden Montag (23. März) steht der nächste Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) an. Bei den bisherigen drei Gesprächen gab es keine Einigung.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 9000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen eine Lohnerhöhung um fast 670 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kommunen weisen das als unbezahlbar zurück. Ihren Berechnungen zufolge würde eine Erfüllung der Verdi-Forderungen die Personalkosten im kommunalen Nahverkehr um 25 Prozent in die Höhe treiben. (dpa)

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