Kommunales

Die Opposition kritisierte im Ausschuss, dass Bayern die entstandenen Schäden nicht zu 100 Prozent gegenfinanziere, wie es während des Lockdowns im Frühjahr angekündigt wurde. (Foto: dpa)

07.10.2020

Corona-Krise kostet Bayerns Verkehrsbetriebe rund 700 Millionen Euro

Bund und Freistaat wollen Verluste zu rund 90 Prozent kompensieren

In der Corona-Krise haben die Verkehrsbetriebe der Kommunen und private Unternehmen in Bayern rund 700 Millionen Euro Verluste gemacht. Zur Abfederung wollten Bund und Freistaat in Summe rund 630 Millionen Euro, davon 381 Millionen von Bundesseite, zur Verfügung stellen, teilte ein Mitarbeiter des Bau- und Verkehrsministeriums am Mittwoch, 7. Oktober 2020, im Finanzausschuss des bayerischen Landtags in München mit.

Die Opposition kritisierte im Ausschuss, dass Bayern die entstandenen Schäden nicht zu 100 Prozent gegenfinanziere, wie es während des Lockdowns im Frühjahr angekündigt wurde, sondern nur zu 90 Prozent. Die Verluste resultierten unter anderem durch gesunkene Fahrgastzahlen bei gleichzeitiger Bereitstellung von vielen Fahrzeugen, um die ÖPNV-Versorgung aufrecht zu erhalten.

"Niedriger, als anfangs befürchtet"


Aus dem Ministerium hieß es, dass die Verluste der Unternehmen am Ende niedriger ausgefallen seien, als anfangs befürchtet. Mit dem Bund sei zudem keine hundertprozentige, sondern eine "angemessene" Erstattung beschlossen worden. Auch in anderen Bundesländern lägen die Zuschüsse unter 100 Prozent, in Baden-Württemberg etwa bei 95 Prozent, in Sachsen bei 70 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 90 Prozent. Seitens der Regierungsfraktionen gab es keine Kritik an der geplanten 90 Prozent-Förderung. Zugleich warnten sie davor, den Freistaat finanziell zu überlasten, sollte dieser überall und für jeden alle finanziellen Schäden der Krise auffangen, sagte Bernhard Pohl (Freie Wähler). (dpa)

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