Kommunales

Janett Fack, Projektleiterin bei der Deutschen Bahn, zeigt, wie der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Landshut-Plattling aussehen soll. (Foto: Bäumel-Schachtner)

01.12.2023

DB-Mammutprojekt zwischen Landshut und Plattling

Die wichtigste Zugverbindung Niederbayerns wird modernisiert und ertüchtigt – mit umfangreicher Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung

Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Plattling und Landshut ist ein lang gehegter Wunsch der niederbayerischen Politik; gerade auch von den Kommunalpolitiker*innen vor Ort – und rückt nun ein gutes Stück näher: Die Deutsche Bahn hat bei einer Infoveranstaltung in Essenbach im Landkreis Landshut die ersten Planungsergebnisse präsentiert. Man wollen die Öffentlichkeit frühzeitig und intensiv einbinden, teilte das Unternehmen mit.

Doch bis die ersten Züge fahren, wird es noch dauern. Erst Mitte 2024 soll die Vorplanung komplett abgeschlossen sein. Danach erfolgt eine sogenannte parlamentarische Befassung: Der Bundestag berät über das Projekt – ehe sich anschließend die detaillierte technische Planung anschließt. „Wir rechnen mit einem Baubeginn im Jahr 2029 oder 2030“, meint Projektleiterin Janett Fack. Drei Jahre soll die eigentliche Maßnahme dann ungefähr dauern, inklusive teilweisem Schienenersatzverkehr.

Durch den Ausbau soll das Schienennetz zwischen Landshut und Plattling moderner und leistungsfähiger werden. „Wir beseitigen Engstellen und erhöhen durch die neue Linienführung den Platz auf der Schiene erheblich. Das bedeutet mehr Zugverbindungen im Nahverkehr und eine stabile und schnelle Schienenanbindung für die regionale Wirtschaft“, erklärt Janett Fack. Ein Ergebnis solle also „mehr Pünktlichkeit für die Fahrgäste“ sein.


Höchstgeschwindigkeit: von 140 auf 160 km/h
 

Die mögliche Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke kann von bislang 140 auf 160 Kilometer pro Stunde erhöht werden. Dazu sollen sechs Kreuzungsstellen entstehen – an denen zum Beispiel ein langsamerer Zug wartet, damit ihn ein schnellerer überholen kann. Auch sich entgegenkommende Züge können dadurch ausweichen. Neue Kreuzungsstellen sollen in Ergolding, Altheim, Ahrain, Niederaichbach, Otzing und Plattling-West entstehen. Die Kreuzungsstelle in Schwaigen soll umgebaut werden. Und auch an den Bahnhöfen in Landau und in Wallersdorf wird es den Planungen gemäß Verbesserungen geben: Es wird entweder eine Unter- oder eine Überführung für die Passagiere gebaut werden. Zudem wird in Landau die sehr niedrigen Bahnsteige erhöht.

Im Zuge der Vorplanung werden für jede Kreuzungsstelle mindestens zwei Varianten einer möglichen Trasse überprüft. Am Ende dieser Planungsphase ermittelt die Deutsche Bahn die Vorzugsvariante - die Variante, die am verträglichsten für Mensch und Umwelt ist.

Die Bahn will nach eigenem Bekunden schon jetzt den Bürger*innen die Möglichkeit bieten, ihre Bedenken und Einwände zu äußern – aber auch, sich einfach über die Planungen zu informieren. Bei der Infoveranstaltung in Essenbach gab es daher mehrere Stationen – teils interaktiv –, in denen vor allem die Planungen für den westlichen Streckenabschnitt vorgestellt werden. Zwei weitere Infoveranstaltungen folgten in Mamming und Plattling.

„Die Wünsche und Vorstellungen der Menschen sind uns wichtig, um sie gegebenenfalls auch in die Planungen aufnehmen zu können“, gibt Janett Fack Einblick. Das soll auch dazu beitragen, dass dann wirklich möglichst zügig gebaut werden kann, wenn der Bundestag zugestimmt hat und die technische Planung steht. Dabei soll auch untersucht werden, wo Lärmschutz nötig ist. Das Projekt steht im Bundesverkehrswegeplan, ist also mit Bundesmitteln unterfüttert. Auch der Freistaat zahlt dazu, der im vergangenen Jahr ein weiteres Stück zweigleisige Strecke bestellt hatte. Eine Kostenschätzung könne erst am Ende der Vorplanung abgeben werden, so die Projektleiterin - Betonung auf „Schätzung“.
(Melanie Bäumel-Schachtner)

 

Kommentare (1)

  1. michael_bahnfreund am 18.12.2023
    Für den Ausbau von sämtlichen Bahnhöfen an der Strecke ist genug Geld da, aber für ein zweites Gleis auf der freien Strecke dazwischen etwa nicht??? Lass den Zug wegen verspäteten vorfahrenden Zügen im Knoten Passau und Plattling, und schon überträgt er auf der eingleisigen Strecke diese Verspätung auf den entgegenkommenden Zug, oder er baut seine eigene Verspätung durch längeres Stehen an einem Bahnhof weiter auf.
    Gutes Beispiel dafür ist die Murrbahn zwischen Backnang und Schwäbisch Hall. Eine eingleisige Strecke und obwohl alle Bahnhöfe an der Strecke Kreuzungsstellen sind, gehört sie zu den verspätungsanfälligsten Strecken in Baden-Württemberg.
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