Kommunales

Funkenmariechen ziehen im Faschingszug im Februar 2020 durch Würzburg: Das wird nächstes Jahr vermutlich nicht gehen. Aber ganz soll die 5. Jahreszeit auch nicht ausfallen, so die Vereine. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

09.11.2020

Die Narren wollen es nicht lassen

"A bissle was geht immer" - unter diesem Motto trotzen fränkische Faschingsvereine der Corona-Krise.

Die fünfte Jahreszeit beginnt am Mittwoch, am 11.11., um 11.11 Uhr wegen des Lockdown lights mit einem Fasching light. Rathaus-Stürme fänden in diesem Jahr nicht statt, sagte Marco Anderlik, Präsident des Fastnacht-Verbands Franken (FVF). Traditionell würden am Mittwoch um Punkt 11.11 Uhr Narren die örtlichen Rathäuser symbolisch besetzen. Aufgrund der Beschränkungen fallen auch Saal-Veranstaltungen aus.

"Für alle, die ehrenamtlich in Vereinen tätig sind, ob das Trainer, Betreuer, Tänzer, Kinder sind - es ist extrem belastend, weil man ausgebremst worden ist", sagte Anderlik. Garden und Büttenredner hätten das ganze Jahr über trainiert. Für Kinder seien die Auftritte bei Prunksitzungen ein Highlight.

Die ganze Narretei absagen - das wollen fränkische Vereine fei net und telefonieren daher Kommunen und Bürgermeister ab, um Alternativen auf die Beine zu stellen. "Gerade während dieser "Herbst-Winter-Depression" ist es wichtig, dass Freude unter die Menschen kommt", sagte Anderlik.

30 mainfränkische Faschingsvereine haben sich daher zur Aktion "A bissle was geht immer" zusammengeschlossen. Geplant ist unter anderem, Video-Aufzeichnungen von Prunksitzungen online zu zeigen. Für 1,11 Euro kann ein Zugang zur Aktion erworben werden. Der Erlös kommt dem Malteser Wünschewagen zugute.

Optimismus zeigen

Auch Vereine in Ober- und Mittelfranken nutzen Ideenkraft und -reichtum, um individuelle Lösungen zu finden. "Der positive Wille, etwas umzusetzen und sich zu zeigen, ist da", sagte Anderlik. Und das sei wichtig: Ansonsten bestünde die Gefahr, dass Vereinsmitglieder auch künftig daheim blieben.

"Uns ist zum einen wichtig, dass sich jeder an die Vorgaben hält, damit wir diese Entwicklung stoppen und die Pandemie zu einem Ende kommt", sagte Anderlik. "Und zum anderen, dass die aktiven Vereinsvorsitzenden weiterhin Optimismus und positives Herangehen zeigen, nach Lösungen suchen und nicht aufgeben."

Genauso bleibt Anderlik positiv: "Wollen wir hoffen, dass der November dazu führt, dass wir einen vernünftigen Jahresabschluss haben, dass wir die Advents- und Weihnachtszeit genießen können und in kleinerer Montur Anfang des Jahres Brauchtum feiern können." (dpa)

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