Kommunales

Produkte von verschiedenen Erzeugenden sollen gebündelt bei den Empfänger*innen angeliefert werden – sodass möglichst wenige, zusätzliche Anlieferungen in den Betriebsablauf integriert werden müssen. (Foto: dpa/Frank Leonhardt)

03.12.2023

Für mehr regionale Lebensmittel in Kantinen

Universität Bayreuth untersucht, wie Kitas und Kliniken konkret versorgt werden können

Kantinen sind – oft allein schon wegen der großen Mengen, die täglich dort verkocht werden – Teil ausgeklügelter Lieferketten. Doch auch in Krankenhäusern oder Kitas wird immer mehr nach regionalen Lebensmitteln verlangt. Aktuell passt das aber oft nicht in die übliche Lebensmittellogistik. Die Universität Bayreuth möchte Abhilfe schaffen.

„Essen aus der Region – regional heißt, es wurde im Landkreis oder in direkt angrenzenden Landkreisen angepflanzt, aufgezogen oder erzeugt – muss daher einfacher und effizienter werden“, erläutert Christine Mendoza Pardo, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Food Supply Chain Management der Uni Bayreuth.

Einfach bedeutet nach Aussage von Mendoza Pardo in diesem Fall, dass Produkte von verschiedenen Erzeugenden gebündelt bei den Empfänger*innen angeliefert werden – sodass möglichst wenige, zusätzliche Anlieferungen in den Betriebsablauf integriert werden müssen. Effizient wiederum heißt, die Fahrzeugauslastung muss so gestaltet sein, dass keine höheren ökonomischen oder ökologischen Kosten entstehen.

 

Welches Konzept eignet sich für welche Region?


Das können spezielle Kleintransporter sein, Fahrradkuriere, eine Genossenschaft von Erzeuger*innen, die sich gemeinsam einen Lkw und Fahrer*in leistet, bis hin zum klassischen Lagerhaus, Transportdienstleistenden oder Großhandelsbetrieb.
Es ist Aufgabe des Projekts, herauszufinden, welches Konzept sich je nach Region am besten eignet. Wichtig ist hierbei, Kooperationen zwischen mehreren Unternehmen zu forcieren.

Darüber hinaus geht es um Art und Menge der Produkte, Bestellhäufigkeit, Zeitfenster für Abholung und Anlieferung, sonstige Anforderungen an das Produkt wie beispielsweise bio, halal oder koscher. Am Campus der Uni Bayreuth in Kulmbach werden dann mehrere mögliche Logistikkonzepte mittels Modellsystemen zur Entscheidungsunterstützung auf ihre Vor- und Nachteile untersucht. Daraus sollen dann mögliche Logistikkonzepte entwickelt werden – beispielsweise Direktanlieferungen oder ein kombinierter Transport mit zwischengeschaltetem Lager. Ab April 2024 soll das Modell dann im Landkreis Cham erprobt werden. (André Paul)

 

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