Kommunales

Diskriminierungsfreie Kommunikation oder verkrampftes PC-Deutsch: Beim Gendern gehen die Meinungen auseinander - nicht nur in den Kommunalen Spitzenverbänden. (Foto: dpa/Marijan Murat)

07.09.2022

Kommunalverbände bewerten Gendersprache unterschiedlich

Zustimmung, Ambivalenz und Ablehnung

Der gesellschaftliche Druck zum Gendern wächst ständig und da bleiben auch die Kommunen und ihre Verbände nicht außen vor. Doch nicht alle finden die neue Schriftsprache beziehungsweise den damit einher gehenden gesprochenen Gap gut. Reinhard Sager (CDU), dem Präsidenten des Deutschen Landkreistags, platze neulich der Kragen. Gleichberechtigung der Geschlechter sei eine Selbstverständlichkeit, befand Sager im Gespräch mit der Zeitung Die Welt. Und gerade deshalb könne er „nicht nachvollziehen, warum die Verwendung des generischen Maskulinums für manche problematisch ist“.
 

Dass die Bevölkerung diese neue Sprache in den Rathäusern und Landratsämtern honoriere, bezweifle er, so der Landkreistagspräsident: „Der Großteil der Bevölkerung will leicht verständliche Behördenkommunikation, auf den Punkt und zugewandt und gerade keine Gender-Debatten.“ Er empfehle da „etwas mehr Gelassenheit“ formulierte Reinhard Sager in Richtung der Gender-Bewegung. Doch wie handhaben die Kommunalen Spitzenverbände im Freistaat das Gender-Deutsch? Die Staatszeitung hat sich umgehört.

 

„Leichte und verständliche Behördenkommunikation“


D’accord mit Reinhard Sager geht der Bayerische Gemeindetag. Man „lehnt eine Verpflichtung, Gendersternchen, Binnen-Strich oder Binnen-Doppelpunkt oder ähnliches in der täglichen Kommunikation (e-mail, SMS, Twitter, Verbandszeitschrift etc.) zu benutzen, ab“, antwortet auf Nachfrage Wilfried Schober, der Sprecher des Verbands. „Im Interesse einer in der Bevölkerung gewohnten und üblichen Sprache sollte jeder so sprechen und schreiben, wie er oder sie es seit jeher gewohnt ist. Politische Vorgaben in diesem „sensiblen Bereich“ lehne der Verband ab, so Schober weiter. Man befürworte beim Gemeindetag eine Gleichbehandlung der Geschlechter, sieht aber in einer“ erzwungenen Kunstsprache eher einen Weg der Spaltung als der Erzielung eines gesellschaftlichen Konsenses“.

Der Bayerische Städtetag verrät, es gäbe „keine Hinweise oder Empfehlungen an seine Mitglieder zur Verwendung geschlechtergerechter Sprache. In der Kommunikation des Bayerischen Städtetags wird pragmatisch und ohne Zwang versucht, wo möglich geschlechtergerecht oder geschlechterneutral zu formulieren“, so Johann Kronauer, der Finanzreferent des Verbands.
Ambivalent sieht das Ganze der Bayerische Landkreistag: „Natürlich unterstützen wir Ansätze, die sich gegen Diskriminierung im Sprachgebrauch wenden. Als Verwaltung müssen wir aber auch auf möglichst einfache Verfahren und vor allem eine verständliche Sprache achten. Deswegen geht es am Ende des Tages um ein ausgewogenes Verhältnis dieser Punkte“, teilt Sprecherin Sarah Honold mit.

Beim Bayerischen Bezirketag hat man kein Problem mit der Ausrichtung: „Für uns ist gendersensible Sprache eine rein redaktionelle Frage, deren Umsetzung für uns selbstverständlich ist. Wir sind darum bemüht, Formulierungen zu finden, die einerseits sprachlich gut verständlich sind und andererseits möglichst alle Geschlechter miteinbeziehen. Das eine muss das andere nicht ausschließen“, erläutert Celia Wenk-Wolff, die stellvertretende Geschäftsführerin des Bayerischen Bezirketags. (André Paul)

 

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