Kommunales

In der Mitte von Partenstein sollte ein namenloser Platz nach Matin Luther benannt werden. (Foto: Wikipedia)

13.09.2016

Konfessionelle Gräben aufgerissen

Kein Martin-Luther-Platz in Partenstein

Es ist das vorläufige Ende eines Dorfstreits zwischen Katholiken und Protestanten: Partenstein im Landkreis Main-Spessart bekommt keinen Martin-Luther-Platz. Wie Bürgermeister Stephan Amend (Freie Wähler) heute sagte, entschied das der Gemeinderat am Vorabend. Die evangelische Kirchengemeinde des fränkischen Spessartorts wollte den namenlosen Platz in der Mitte des Ortes zum 500. Jahrestag der Reformation nächstes Jahr nach Luther benennen lassen.

In dem knapp 3000 Einwohner zählenden Ort hatte dieser Antrag konfessionelle Gräben aufgerissen. "Martin Luther steht für die Trennung der Kirche", hieß es von einem katholischen Gemeinderat. "Wir wollen zusammenwachsen - und jetzt macht man etwas, was trennt." Als Bürgermeister sah Amend die Diskussion mit Kopfschütteln: "Mittlerweile schreiben wir 2016, da sollten wir solche Diskussionen wie im Mittelalter eigentlich nicht mehr führen."

Historisch ist Partenstein eine evangelische Hochburg im katholisch dominierten Unterfranken. Früher waren zwei Drittel des Ortes Protestanten, heute sind es noch 46 Prozent zu 42 Prozent Katholiken, sagt Amend. Nachdem das Verhältnis der Konfessionen früher belastet gewesen sei, sei es heute entspannter. Auch wenn er anderer Meinung sei, akzeptiere er die Entscheidung deshalb: "Jetzt ist es abgelehnt und fertig."
(Bastian Benrath, dpa)

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