Kommunales

Auch Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst leiden unter dem Amtsschimmel. (Foto: dpa/SZ Photo, Wolfgang Filser)

09.10.2026

Motiviert, aber ausgebremst: So denken die Mitarbeiter des öffentliche Diensts über sich selbst

Kaum ein Beschäftigungssektor hat mit so vielen Ressentiments zu kämpfen wie der öffentliche Dienst. Doch was denken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Amtsstuben selbst über ihre Arbeit? Eine Studie gibt überraschende Einblicke. So sagt nur jeder fünfzigste befragte Beschäftige im öffentlichen Dienst, Projektei in seiner Arbeit liefen nach Plan

Kaum ein Beschäftigungssektor hat mit so vielen Ressentiments zu kämpfen wie der öffentliche Dienst. Doch was denken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Amtsstuben selbst über ihre Arbeit? Und wie sieht deren Arbeitsalltag aus? Genau dieser Frage hat sich das Münchner Unternehmen Stackfield gestellt. Stackfield ist Anbieter einer Projektmanagementsoftware, die auch in Betrieben im öffentlichen Sektor eingesetzt wird. Gemeinsam mit dem Fachmagazin Behörden Spiegel befragte das Unternehmen bundesweit rund 1900 Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen – laut Stackfield aus den verschiedensten Behördentypen.

Die Ergebnisse sind durchaus spannend. Demnach gaben 84 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, sie hätten in der Arbeit eine „hohe“ oder sogar eine „sehr hohe“ Motivation. Doch warum wird dann landauf, landab oft ein angeblich mangelnder Einsatz der Behördenmitarbeiter angeprangert? Auch hier kommt die Erhebung zu einem klaren Ergebnis: Auf die Frage „Welche Faktoren bremsen Ihre Projektarbeit am stärksten aus?“, antworteten 62 Prozent der Befragten, dies seien die Faktoren „Bürokratie und Genehmigungswege“. 42 Prozent nannten den „Personalmangel“ und 40 Prozent „fehlende Finanzmittel“.

Nur jeder Fünfzigste sagt, Projekte liefen nach Plan

Eine alarmierende Erkenntnis: Nur jeder fünfzigste Befragte gab bei der Umfrage an, dass Projekte in der Regel wie geplant verlaufen würden.

„Diese und weitere Rückschlüsse aus der Studie lassen die Initiatoren zu dem Schluss kommen, dass im öffentlichen Dienst wirklich hochmotivierte Menschen mit strukturellen Rahmenbedingungen konfrontiert werden, die von einer großen Mehrheit der Beschäftigten als veränderungsbedürftig wahrgenommen werden“, fasst Stackfield in einer Mitteilung eine wesentliche Erkenntnis der Studie zusammen. Martin Opercan, der die Studie bei Stackfield leitete, konstatiert: „Wirklich viele Personen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, sind Überzeugungstäter im besten Sinne.“ Dort arbeiteten Menschen, „die ihre Projekte auch gegen Widerstände erfolgreich abschließen wollen“.

Gut 5,5 Millionen Menschen arbeiten laut Bundesamt für Statistik deutschlandweit im öffentlichen Dienst – etwa in Rathäusern, Landes- und Bundesministerien, Polizeibehörden, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie vielen anderen Behörden. Ihre Zahl wuchs im vergangenen Jahr um etwa 95.100 Beschäftigte, also rund 2 Prozent. Rund 12 Prozent aller Beschäftigten arbeiten im öffentlichen Dienst.(till)

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