Kommunales

Mürsbach setzte sich gegen 2600 Mitbewerber durch.

05.07.2013

Nirgends ist es schöner als in Mürsbach

Ein 500-Einwohner-Ort aus dem Landkreis Bamberg gewinnt den Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Und hier soll es also schöner sein als überall sonst in Deutschland. Nun ja, auf den ersten Blick wirkt Mürsbach ja ganz reizend, mit seinen gelb-braunen Fachwerhäusern und den üppig bestückten Blumenkästen vor den Fenstern. Der kleine Ort im Landkreis Bamberg zählt nur knapp 500 Einwohner, seit 1978 ist er auch nicht mehr selbstständig sondern Teil der Marktgemeinde Rattelsdorf. Doch gegen fast 2600 Mitbewerber aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich die Mürsbacher durchgesetzt beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Er habe, so Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), deren Haus den Wettbewerb organisiert, die Jury mit einem „herausragenden, zukunftsfähigen Konzept überzeugt“.
Zu bieten habe der Ort Besuchern und Einheimischen unter anderem die Galerie Kunstmühle, „eine herausragende Gastronomie und eine selbstbewusste, junge und lebendige Dorfgemeinschaft“. Den Mürsbachern sei es in vorbildlicher Weise gelungen, „ihr einzigartiges historisches Ortsbild zu erhalten und das Dorf gleichzeitig in seiner Funktionalität für heutige und zukünftige Anforderungen zu rüsten“. Dafür erhielt der Ort bereits 2003 den Staatspreis für Dorferneuerung. Im Sommer 2012 wurde Mürsbach dann im bayerischen Landeswettbewerb mit Gold ausgezeichnet. Als einziger Ort mit weniger als 600 Einwohnern trat Mürsbach dann im bundesweiten Vergleich an. Dort dürfen sich nach den rechtlichen Vorgaben Orte mit maximal 3000 Einwohnern beteiligen – was Bayern gegenüber anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, einen strategischen Vorteil verschafft, weil es im Freistaat noch viele kleine Kommunen gibt.
Und so funktioniert der Ablauf: Kommissionen mit Vertretern verschiedener Institutionen bereisen das Land und begutachten die angemeldeten Dörfer. Der Ort bereitet eine Führung und eine Präsentation vor. Ein sehr wichtiger Punkt ist das Engagement der Bevölkerung, etwa durch Vorführungen ortsansässiger Vereine. Nach bestimmten Kriterien werden Punkte vergeben und Ranglisten ermittelt. Entscheidend für die Auszeichnung mit Bronze-, Silber- und Goldmedaillen ist die erreichte Punktzahl. Bewertungen erfolgen zunächst auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene durch unterschiedliche Kommissionen. Nach einem bestimmten Teilnehmerschlüssel werden aufgrund des erreichten Ranglistenplatzes Golddörfer für die nächste Ebene des Wettbewerbs gemeldet. Abschließend werden nur noch sehr wenige Dörfer von einer Bundeskommission besucht und bewertet. Die bundesweite Siegerehrung findet auf der Internationalen Grünen Woche 2014 in Berlin mit einem großen Dorffest statt.
Der erste Wettbewerb auf Bundesebene fand im Jahr 1961 noch unter dem Namen „Unser Dorf soll schöner werden“ statt. Dabei sollten die Dörfer vor allem durch Grüngestaltung und Blumenschmuck verschönert werden, um so eine Abwanderung in den urbanen Raum zu verhindern. (André Paul)

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