Kommunales

Schüler*innen und Azubis können dank des staatlich geförderten 365-Euro-Tickets zwölf Monate lang so weit und so oft im VGN-Gebiet herumreisen, wie es ihnen beliebt. Studierende nicht. „Die haben ja Semestertickets“, heißt es von den Verantwortlichen. (Foto: dpa/Daniel Karmann)

20.11.2020

ÖPNV-Sparangebote häufig am Nutzer vorbei konzipiert

Pendler und Studenten müssen draufzahlen

Wenn man in Langenzenn im Landkreis Fürth wohnt und studiert an der Fachhochschule in Würzburg in Bahnhofsnähe – dann ließe sich täglich optimal pendeln mit der gut funktionierenden Regionalbahn zwischen Wohn- und Studienort. Doch das kostet 171,10 Euro – wohlgemerkt: nicht im Jahr, sondern im Monat. Da wäre eine Studentenwohnung in Würzburg vielleicht billiger.

Dabei ist im Studierendenbeitrag des Studentenwerks Würzburg bereits ein Studi-Ticket für den ÖPNV enthalten. Sogar für Fahrten rund um die Uhr. Warum also diese Kosten, die sich bei zehn Monaten im Jahr auf 1711 Euro summieren? Die Zerrissenheit der Verkehrsverbünde macht es möglich. Denn Würzburg ist mitten im VVM, dem Verkehrsverbund Mainfranken. Die Stadt Langenzenn dagegen liegt im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).

Irre: Studenten-Ticket gilt nicht zu Vorlesungszeiten

Im VGN-Gebiet haben sich Studierende vor ein paar Jahren für ein ÖPNV-Angebot entschieden, das sich Semesterticket nennt. „Die Basiskarte wird über den Studentenwerksbeitrag solidarisch finanziert“, heißt es vom VGN. Die gilt – unlogischerweise – von Montag bis Freitag jeweils von 19 bis 6 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen dagegen rund um die Uhr. Also genau dann nicht, wenn studiert und in Vorlesungen, Seminaren und Bibliotheken gesessen wird.

Doch durch Basis- und Zusatzkarte zusammen können Studis für umgerechnet circa 35 Euro im Monat im ganzen VGN-Verbundgebiet öffentlich fahren. Doch das gilt nur für jene von vier Hochschulen: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Technische Hochschule Nürnberg, Evangelische Hochschule Nürnberg, Hochschule für Musik Nürnberg.

Wer aber zum Beispiel an der Hochschule Triesdorf-Weihenstephan, der FH Ansbach, der OTH Amberg-Weiden, der Löhe-Hochschule Fürth oder der Kunstakademie Nürnberg oder einer anderen regionalen Hochschule eingeschrieben ist, schaut in den Wind. Oder besser: Muss für die fast identische VGN-Leistung pro Monat 215,20 Euro löhnen. Also mehr als das Sechsfache als jene 35 Euro Kosten pro Monat für Nürnberg-Erlanger Hochschüler*innen.

Fast 65 Euro extra moantlich für acht Minuten Fahrtzeit

Schüler*innen, ja selbst Auszubildende mit eigenem Verdienst haben es da seit dem 1. August dieses Jahres deutlich besser: Sie können dank des staatlich geförderten 365-Euro-Tickets zwölf Monate lang so weit und so oft im VGN-Gebiet herumreisen, wie es ihnen beliebt. Studierende sind davon aber ausdrücklich ausgeschlossen. „Die haben ja Semestertickets“, heißt es von den Verantwortlichen.

Die Verkehrsverbünde VVM und VGN treffen in Markt Bibart im Landkreis Neustadt an der Aisch aufeinander – die Tickets gelten deshalb nicht von Langenzenn nach Würzburg. Selbst Studierende, die im nur acht Bahnminuten von Markt Bibart entfernten Emskirchen in den Regionalexpress in die Domstadt steigen, müssen monatlich 64,70 Euro zusätzlich löhnen. (Heinz Wraneschitz)

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