Kommunales

Die sonntägliche Kollekte nach dem Gottesdienst ist nur eine von vielen Einnahmequellen der Kirchen. (Foto: dpa)

20.06.2016

Reiche Seelsorger

Die Kirchen in Bayern ihre Vermögenbestände offen

Das Erzbistum München hat sein Vermögen bewertet und ist auf fünfeinhalb Milliarden Euro gekommen - ein Spitzenwert in Deutschland. Einen großen Teil der Summe hat die Kirche Stiftungen zugewiesen, die dem direkten Zugriff des Erzbistums entzogen sind und von unabhängigen Experten kontrolliert werden. Die Erträge dürfen nur zweckgebunden für Seelsorge, Wohlfahrtspflege und Bildung verwendet werden, wie Generalvikar Peter Beer am Montag in München betonte.

Hintergrund: Nach dem Finanzskandal um den damaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hatten sich etliche der 27 katholischen Diözesen in Deutschland entschieden, mit den Finanzen transparenter umzugehen. Bisher galten Paderborn (rund 4 Milliarden Euro Vermögen) und Köln (3,4 Milliarden Euro) als die reichsten Bistümer. Doch nicht alle Bistümer in Bayern haben wie München ihr Vermögen offengelegt. Eine Übersicht:

- Das Bistum Augsburg veröffentlichte erstmals zum 31. Dezember 2014 die vollständigen Jahresabschlüsse für die Diözese, den Bischöflichen Stuhl sowie das Domkapitel. Das Bistum kam auf eine Bilanzsumme von 603 Millionen Euro, der Bischöfliche Stuhl auf 628 Millionen Euro, das Domkapitel auf 3,3 Millionen Euro.
- Das Erzbistum Bamberg will bis nächstes Jahr eine "vollständig HGB-konforme Rechnungslegung" vollziehen und kündigte für den Jahresabschluss 2018 "eine Veröffentlichung inkl. Geschäftsbericht" an. Bereits 2013 wurden Vermögenswerte des Erzbistums in Höhe von 370 Millionen Euro und des Erzbischöflichen Stuhls von 1,5 Millionen Euro offengelegt.

- Im Bistum Eichstätt wird nach Angaben eines Sprechers derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, die erste "vollständige Eröffnungsbilanz" nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) zu erstellen. Diese soll am 1. Januar 2017 veröffentlicht werden.

- Das Bistum Passau veröffentlichte im Dezember 2014 die Finanzmittelbestände des Bischöflichen Stuhls (190 Millionen Euro) und der Diözese (280 Mio. Euro). Das Gesamtvermögen wurde damit noch nicht abgebildet, wie das Bistum einräumte: "Bei der Bewertung konnten die Immobilien und Grundstücke (...) noch nicht aussagekräftig berücksichtigt werden." Im April 2016 folgte die Ankündigung: "Eine genaue Veröffentlichung der HGB-konformen Jahresrechnung 2015 wird im Sommer dieses Jahres erfolgen."
- Das Bistum Regensburg will die Bilanzen seiner Vermögensträger schrittweise ab November 2016 veröffentlichen.

- Das Bistum Würzburg wies zum 31. Dezember 2014 ein Eigenkapital von 65 Millionen Euro aus, ein Anlagevermögen von 74 Millionen Euro und ein Umlaufvermögen von 43 Millionen Euro. Der Bischöfliche Stuhl hat ein Vermögen von rund 368 Millionen Euro. Das gesamte kirchliche Vermögen könne nicht beziffert werden, heißt es auf der Homepage des Bistums: "Im Bistum Würzburg gibt es an die 2000 eigenständige Rechtsträger (...). Darunter befinden sich knapp 900 Kirchenstiftungen. (...) Die meisten kirchlichen Immobilien entziehen sich schlicht einer ökonomischen Bewertung, auch weil sie vielfach nicht zu veräußern wären."

- Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat ein Anlagevermögen von 2,83 Milliarden Euro und ein Umlaufvermögen von 232 Millionen Euro. Insgesamt betragen die Vermögenswerte somit 3,1 Milliarden Euro. Davon seien 1,8 Milliarden Euro gebunden im Versorgungsfonds, der der Altersversorgung der öffentlich-rechtlich Beschäftigen der Landeskirche diene, heißt es auf der Homepage der Kirche. (dpa)

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