Kommunales

Von Wochenendreinigungen können kleine Gemeinden nur träumen. Hier greifen die Bürgerselbst zu Besen und Schaufel. (Foto: dpa)

15.01.2016

Straßenreinigung wird teurer

Komplexere Technik und anspruchsvollere Bürger sind verantwortlich für die Kostensteigerung, sagen die Kommunen

Sauber sollen sie sein, die Straßen, Wege und Plätze im Ort. Auch soll die Reinigung leise, umweltschonend und mit modernem Equipment erfolgen. So fordern es Kommunalpolitiker, Händler und Bürger. Doch die Gebühren sollen trotzdem nicht steigen. Innerhalb dieses Spannungsfelds gerät die Straßenreinigung unter Druck.
Dass die Reinigung von Straßen und Wegen immer teurer wird, bestätigt Joachim Gronau vom oberfränkischen Kommunalunternehmen Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb CEB: „Unsere Straßenreinigungsgebühren wurden seit 2005 mehrmals angepasst.“ 2010 kam es zu einer Steigerung von acht, 2013 zu einer weiteren Steigerung von 16 Prozent. Auch heuer sei voraussichtlich wieder mit einer Gebührenerhöhung zu rechnen. Die Ursachen liegen laut Gronau an permanent steigenden Kosten, während Erlöse aus Nebengeschäftsaufträgen, also Leistungen für städtische Grundstücke außerhalb der Gebührensatzung, zurückgehen: „Der relativ hohe Reinigungsstandard soll jedoch gehalten werden.“ Auch wird in Coburg darauf geachtet, Lärm- und Staubemissionen durch moderne Maschinen zu minimieren. Gronau: „Hierfür werden bereits in den Ausschreibungen entsprechende Vorgaben gemacht.“ Aktuell sucht der Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb zum Beispiel eine Maschine, die Abluft in den Aufnahmeschacht, wohin der Kehricht gelangt und transportiert wird, zurückführen soll. Gronau: „So wird eine mehrfache Zirkulation und somit ein besseres Absetzverhalten der Staubfracht erreicht.“ Die genaue Ausgestaltung des Systems muss nun von Herstellern, die mit der CEB ins Geschäft kommen wollen, durch technische Angaben, Zeichnungen und Zertifikate dargestellt werden. „Es ist jedoch klar, dass die zertifizierten Werte unter Laborbedingungen gemessen werden. Sie können von den tatsächlichen Werten durch unsere örtlichen Gegebenheiten abweichen“, erläutert der Experte.
Im oberpfälzischen Weiden konnten die Straßenreinigungsgebühren wegen einer aufgelaufenen Überdeckung zuletzt um durchschnittlich zehn Prozent gesenkt werden. Im Moment ist man dabei, die Gebühren für 2016 bis 2018 neu zu kalkulieren. „Auch wir werden nun nicht mehr um eine Gebührensteigerung umhinkommen“, sagt Johannes Zierock, Chef der Weidener Straßenreinigung. Steigende Personal- und Sachkostensteigerungen machten voraussichtlich eine Erhöhung nötig. Die 41 500-Einwohner-Stadt hat für übrigens ihre Größe einen ansehnlichen Fuhrpark. Neben drei Groß- gibt es zwei Kleinkehrmaschinen für Innenstadt und Radwege sowie zwei Kleinfahrzeuge, durch die rund 670 Abfallkörben und 53 Hundekotbeutel-Automaten entleert werden.

Einwohner zur mehr Sauberkeit anhalten


In Regensburg war in den Sommermonaten vermehrt Müll von Altstadtplätzen oder aus Grünanlagen zu entsorgen. Darum wird versucht, Bürger zu sensibilisieren und in die Reinhaltung von Wegen und Plätzen einzubinden. Innerhalb der Kampagne „Fair feiern“ wird unter dem Slogan „Sauber bleiben!“ die an Partygänger appelliert, nach der Fete keinen Dreck zu hinterlassen. Die Regensburger Altstadtmitte wird sogar am Wochenende gereinigt. „Während der Sommermonate wünschen sich aber auchBewohner der anderen Altstadtbereiche eine Reinigung“, sagt von Stadtsprecherin Roenne-Styra. Dieser Wunsch kann jedoch nicht erfüllt werden, da die Wochenendreinigung nicht gebührenfinanziert ist.
Von Wochenendreinigungen können kleine Gemeinden nur träumen. Hier greifen die Bürgerselbst zu Besen und Schaufel. Im niederbayerischen Freyung, wo knapp 7000 Menschen leben, werden die Straßen einmal jährlich im Frühling gereinigt, um den vom Winterdienst verteilten Split zu entsorgen. „Vor dem Jahr 2008 wurde die Reinigung zwei Mal im Jahr durchgeführt, was jedoch aus Kostengründen auf einen Durchgang pro Kalenderjahr reduziert wurde“, so Bürgermeister Olaf Heinrich (CSU). Gereinigt wird durch Fremdfirmen: „Eine Anschaffung von eigenen Maschinen wäre aufgrund der geringen Auslastung nicht wirtschaftlich.“ (Pat Christ)

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