Kommunales

Dominik Krause, der neue Münchner OB. (Foto: dpa)

22.03.2026

Stühlerücken nach Stichwahlen - München geht an die Grünen

Die Stichwahlen in Bayern haben Schockwellen in einige Rathäuser und Landratsämter geschickt: Viele Amtsinhaber müssen ihre Sessel räumen. In der Landeshauptstadt kommt es zum spektakulären Wechsel, in Nürnberg bleibt ein Christsozialer am Drücker, in Augsburg verliert die CSU-Rathauschefin dagegen gegen einen Sozialdemokraten

Großes Stühlerücken in Bayerns Kommunen: Die Stichwahlen um die Chefposten in Rathäusern und Landratsämtern Bayerns haben zu gleich mehreren kommunalpolitischen Erdbeben geführt. So wird die Landeshauptstadt München nach 42 Jahren SPD-Vorherrschaft künftig von einem grünen Oberbürgermeister regiert. Der erst 35 Jahre alte Dominik Krause errang einen fulminanten Wahlsieg gegen Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD (67). Krause kam laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 56.4 Prozenmt der Stimmen.

Reiter stand zuletzt wegen seines Umgangs mit Vereinsmandaten beim FC Bayern München samt Vergütungen in der Kritik. Schon im ersten Wahlgang hatte der als haushoher Favorit ins Rennen gegangene SPD-Politiker massiv Federn lassen müssen.

Reiter: "Habe es verbockt"

Reiter nahm die Schuld für die Wahlniederlage mit klaren Worten auf seine Kappe: "Ich hab's verbockt." Das Wahlergebnis sei seine Schuld, betonte er. "Es war mir eine Ehre, hier in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen." Er kündigte das Ende seiner politischen Laufbahn an: "Das war's von mir."

In Bayerns drittgrößter Stadt Augsburg setzte es für die Amtsinhaberin Eva Weber von der CSU ebenfalls eine herbe Niederlage. Weber, seit 2020 an der Spitze der Fuggerstadt, musste sich dem SPD-Herausforderer Florian Freund klar geschlagen geben. Ein ähnliches Bild in Bayreuth. SPD-Herausforderer Andreas Zippel ist dort der neue Oberbürgermeister. In der Stichwahl setzte er sich deutlich mit 62,8 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Thomas Ebersberger von der CSU durch, der nach Auszählung aller Gebiete auf 37,2 Prozent kam. 

CSU hält Nürnberg

In Nürnberg konnte sich der seit 2020 regierende Oberbürgermeister Marcus König von der CSU gegen den SPD-Herausforderer Nasser Ahmed durchsetzen - mit 55,5 Prozent der Stimmen jedoch längst nicht so klar, wie das der Ausgang des ersten Wahlganges am 8. März hätte vermuten lassen können. Damals hatte König mit rund 20 Prozentpunkten geführt.

In Schweinfurt eroberte die SPD nach über 30 Jahren das Rathaus von der CSU zurück - Ralf Hofmann heißt das neue Oberhaupt der unterfränkischen Industriestadt. In Neustadt bei Coburg, einer Großen Kreisstadt in Oberfranken, wurde der bislang dienstälteste Oberbürgermeister Deutschlands abgewählt. Frank Rebhan muss seinen Schreibtisch nach 30 Jahren im Amt räumen, gewählt wurde Dominik W. Heike von der CSU. 

Aschaffenburg künftig schwarz, Bamberg bleibt rot

In Aschaffenburg löste der für die CSU angetretene Kripochef Markus Schlemmer den Amtsinhaber Jürgen Herzing (SPD) ab - erstmals seit Jahrzehnten wird damit ein CSU-Mann die Geschicke der Stadt am Untermain leiten. Auch in Hof muss SPD-Oberbürgermeisterin Eva Döhla ihren Posten räumen und an den CSU-Bewerber Stefan Schmalfuß übergeben. Das gleiche in Erlangen: Jörg Volleth (CSU) löst Florian Janik (SPD) ab. 

In Bamberg bleibt der Chefsessel im Rathaus in SPD-Hand: Sebastian Niedermaier setzte sich in der Stichwahl gegen den Grünen-Bewerber Jonas Glüsenkamp und folgt damit auf seinen Parteifreund Andreas Starke, der nicht mehr angetreten war. 

Dafür können die Grünen bei der Landratswahl in Landsberg am Lech punkten: Laut vorläufigem Endergebnis setzte sich die Grünen-Politikerin Daniela Groß mit 61,5 Prozent der Stimmen gegen den Amtsinhaber Thomas Eichinger (CSU) durch. Es ist damit der einzige Landrats-Posten für die Partei im Freistaat.

Geringere Wahlbeteiligung 

Bei gutem Wetter hatten die Bayern offensichtlich weniger Lust zu wählen als vor zwei Wochen. In den drei größten bayerischen Städten hatte sich am Nachmittag für die Stichwahl eine deutlich niedrigere Beteiligung abgezeichnet als bei der ersten Runde zwei Wochen zuvor. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte die Wahlbeteiligung bayernweit bei 63,4 Prozent gelegen - 4,7 Prozent höher als bei der Kommunalwahl davor, die damals aber auch in die Frühphase der Corona-Pandemie fiel. (dpa, till)

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