Kommunales

Neue Streiks in Bayern. (Foto: dpa)

07.04.2026

Verdi legt nach - Neue Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr

Fahrgäste in Augsburg, Nürnberg und Landshut stehen vor neuen ÖPNV-Warnstreiks: Wer betroffen ist, welche Städte noch folgen könnten - und warum Verdi jetzt besonders Druck macht

Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr müssen diese Woche in einigen Städten erneut umplanen. Die Gewerkschaft Verdi setzt die Warnstreiks fort. Bereits am frühen Morgen kam in Augsburg der Nahverkehr nach Angaben der Stadtwerke zum Erliegen. Es führen lediglich Busse auf einigen wenigen Linien, die an private Busunternehmen vergeben seien, hieß es. Die Stadtwerke Augsburg baten ihre Fahrgäste, vorsorglich auf andere Anbieter wie die Buslinien des AVV oder Regionalbahnen umzusteigen.

ÖPNV in Nürnberg und Landshut steht still

Am Mittwoch sind in Nürnberg und in Landshut ganztägige Arbeitsniederlegungen angekündigt. Betroffen sind laut Verdi in Nürnberg vor allem U-Bahn, Straßenbahn und Busverkehr, nicht aber die S-Bahn. Der Warnstreik dürfte sich auch auf Besucher des Nürnberger Volksfestes auswirken.

Auch in München sind Beschäftigte beim Verkehrsbetrieb der Stadtwerke (SWM) zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Allerdings soll der Fahrdienst mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahn nicht betroffen sein. Die Gewerkschaft begründete das mit Einschränkungen an der S-Bahn-Stammstrecke, so dass die Fahrgäste nicht doppelt belastet würden.

Verdi macht Druck vor neuer Verhandlungsrunde

Gegen Ende der Woche sind weitere Streikaufrufe in kleineren Städten möglich. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 15. April solle es zu Aktionen kommen, hieß es. Diese würden aber rechtzeitig angekündigt, so dass sich Fahrgäste darauf einstellen könnten, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk. 

Bewegung - aber kein Durchbruch 

Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen. 

Die Arbeitgeber hatten nach der jüngsten Verhandlungsrunde mitgeteilt, sie hätten ein verbessertes Angebot vorgelegt. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten habe man mehr als 6 Prozent Entgeltsteigerung geboten, bei 48 Monaten Laufzeit rund 9 Prozent und die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde. 

Die Gewerkschaft betonte, sie sei den Arbeitgebern deutlich entgegengekommen. Man fordere nun eine Entgelterhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit. Die ursprüngliche Forderung hatte bei rund 670 Euro bei einem Jahr Laufzeit gelegen. Zudem will Verdi eine Reduzierung der Arbeitszeit. In anderen Bundesländern seien Tarifabschlüsse erzielt worden, die maximale Schichtlängen und bessere Mindestruhezeiten beinhalten. (dpa)
 

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