Kommunales

Ställe, abgedeckte Volieren und strengere Hygiene sollen die Tiere schützen. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde)

05.11.2025

Vogelgrippe breitet sich in Bayern aus - so reagieren Behörden und Zoos

Im Freistaat häufen sich die bestätigten Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln. Mittlerweile sind verendete Tiere in zahlreichen Landkreisen und Städten gefunden worden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen noch verschärfen könnte. Die Zoos in Nürnberg und München haben bereits Schutzmaßnahmen ergriffen

Im Freistaat häufen sich die bestätigten Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln. Mittlerweile sind verendete Tiere in zahlreichen Landkreisen und Städten gefunden worden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen noch verschärfen könnte.

In dieser Woche sind unter anderem Fälle in den Landkreisen Pfaffenhofen an der Ilm, Donau-Ries und Fürstenfeldbruck bekannt geworden. In den zu Oberbayern und Schwaben gehörenden Kreisen haben die Behörden wie sie mittelten erstmals Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen. 

Im Landkreis Pfaffenhofen wurden laut Mitteilung des Landratsamts eine tot geborgene Graugans am Egelsee sowie eine nördlich des Feilenmoos gefundende Wildente positiv auf mit den H5N1-Virus getestet. Auch der Landkreis Donau-Ries ist von der Vogelgrippe betroffen: Das Landratsamt registrierte nach eigenen Angaben bis Mittwoch einige Verdachtsfälle bei Wildvögeln. Konkret handele sich dabei um drei Schwäne, die bereits Ende Oktober am Lech bei Feldheim gefunden wurden.

Erste Funde im Oktober

Dem Landratsamt Fürstenfeldbruck zufolge hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mehrere Analysen durchgeführt: Bei einer tot aufgefundenen Graugans am Germeringer See und einer Stockente am Olchinger See sei das H5N1-Geflügelpestvirus gefunden worden.

In den vergangenen beiden Wochen waren bereits in weiteren Landkreisen und Städten verendete Tiere mit teils hoher Viruskonzentration gefunden worden – so etwa in Wasserburg im Landkreis Rosenheim, den Landkreisen Schwandorf und Cham sowie Regensburg und München.
Zoos schotten Vögel ab 

Am 9. Oktober wurde die Vogelgrippe vom Subtyp H5N1 laut LGL erstmals im Freistaat nachgewiesen – in einem Nutzgeflügelbetrieb im Landkreis Dingolfing-Landau. Bislang trifft es beinahe ausschließlich Wildgänse, Schwäne Wildenten sowie Wasservögel.

Zoos schotten ihre Vögel ab

Die Zoos in Nürnberg und München haben der Nachrichtenagentur dpa zufolge mittlerweile Schutzmaßnahmen ergriffen, um ihre Vögel vor einer Ansteckung mit der Vogelgrippe zu bewahren. Sämtliche Vogelarten im Tiergarten würden in Ställen oder abgedeckten Volieren untergebracht, teilte ein Sprecher der Stadt Nürnberg mit. Aktuell gebe es keinen Fall der Vogelgrippe im Tiergarten.

Besonders anfällige Vögel wie Kraniche seien bereits in der vergangenen Woche in Ställe gebracht worden. In den kommenden Tagen soll dies auch mit allen anderen Vögeln im Tiergarten geschehen. Die Ställe und Volieren sollen den Angaben zufolge zudem mit Planen abgedeckt werden. So soll verhindert werden, dass die Tiere etwa mit Vogelkot aus der Luft in Kontakt kommen. Die Maßnahmen betreffen demnach rund 50 Vogelarten im Tiergarten - auch Greifvögel, Pinguine und Emus sind vorerst nicht mehr zu sehen.

Nürnberger Auffangstation macht Pause

Zusätzlich gelten erhöhte Hygienestandards für die Beschäftigten in den entsprechenden Bereichen, hieß es. Als eine weitere Maßnahme setzt der Tiergarten seine Funktion als Auffangstation für Greifvögel, Eulen und Störche vorerst aus. Verletzte Wildvögel könnten bis auf weiteres nicht im Tiergarten abgegeben werden.

Der Münchner Tierpark Hellabrunn hatte bereits vergangene Woche bekanntgegeben, dass die Großvoliere zum Schutz der Tiere vor der Vogelgrippe vorsorglich geschlossen werde. 

Vogelgrippe-Fälle steigen seit Wochen deutlich

Die Zahl der Vogelgrippe-Fälle in Deutschland steigt seit mehreren Wochen deutlich an, neben mehreren hundert infizierten Wildtieren verzeichnen die Behörden bundesweit bereits mehr als 60 Ausbrüche in Geflügelbetrieben. Die Vogelgrippe - auch Geflügelpest genannt - ist eine oft tödlich verlaufende Viruskrankheit bei Vögeln. Wildvögel tragen bedeutend zur Verbreitung bei. 

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen noch verschärfen könnte. Eine landesweite Stallpflicht kommt für das LGL bislang aber nicht in Betracht. (till)

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