Kommunales

Die Getränke auf dem Oktoberfest werden wieder teurer. (Foto: dpa/Geisler-Fotopress, Brigitte Saar)

02.06.2026

Wiesn: Maß kostet bis zu 15,90 Euro

Drei Maß Bier können auf der Wiesn fast 50 Euro kosten. Auch Limo und Wasser werden teurer. Wo sich sparen lässt, wo Durst kostenlos gelöscht – und welche Gefahr unterschätzt wird

Wer in diesem Jahr aufs Oktoberfest geht, muss für die Maß Bier erneut mehr bezahlen. Das Festbier kostet auf der Wiesn zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro. Damit bleibt der Preis zwar noch unter der viel beachteten Marke von 16 Euro pro Maß, teurer wird der Wiesn-Besuch aber dennoch.

Nach Angaben der Stadt München steigen die Bierpreise im Durchschnitt um 2,38 Prozent im Vergleich dem Vorjahr. 2025 hatte die Maß noch zwischen 14,50 Euro und 15,80 Euro gekostet.

Für Besucher bedeutet das: Drei Maß Bier können je nach Zelt knapp 50 Euro kosten (44,40 bis 47,70 Euro). 

Auch Wasser, Spezi und Limo teurer - Null Euro am Brunnen 

Nicht nur Bier kostet mehr. Für einen Liter Tafelwasser werden im Durchschnitt 11,13 Euro fällig, nach 10,95 Euro im Vorjahr. Der Liter Spezi kostet durchschnittlich 12,84 Euro statt 12,48 Euro, Limonade 12,47 Euro statt 12,11 Euro.

Wer zu zweit einen Wiesn-Tag mit mehreren Getränken verbringt, kann allein mit den Getränken schon bei einem - wenngleich niedrigen - dreistelligen Betrag landen. Hinzu kommen Ausgaben für Essen, Fahrgeschäfte oder die Anreise.

Wer sparen möchte, holt sich kostenloses Trinkwasser: Seit einigen Jahren stehen auf dem Festgelände Trinkwasserbrunnen zur Verfügung, zehn waren es im Vorjahr.

Wo die Maß am günstigsten ist - und wo am teuersten 

Am günstigsten trinken Wiesn-Gäste in diesem Jahr in der Augustiner-Festhalle. Dort kostet die Maß 14,90 Euro. Das sind 40 Cent mehr als im Vorjahr.
Mit jeweils 15,90 Euro verlangen das Armbrustschützen-Festzelt, die Bräurosl und das Löwenbräu-Festzelt die höchsten Bierpreise auf der Wiesn. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise dort um 40 bis 50 Cent gestiegen.

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten der großen Zelte liegt also dieses Jahr 1,00 Euro pro Maß. Zehn Cent billiger ist es noch am Familienplatzl und im Museumszelt auf der Oidn Wiesn, da geht die Maß für 14,80 Euro (2025: 14,60 Euro) her. 

Wie begründen die Wirte die Preissteigerungen?  

Die Vereinigung der Wiesn Wirte nannte die Preiserhöhung "moderat und im Rahmen der Inflation". Der Preisdruck durch Corona-Krise und Ukraine-Krieg habe nicht nachgelassen. Auch der Iran-Krieg und stark gestiegene Transportkosten zeigten Auswirkungen. Wirtesprecher Peter Inselkammer: "Wir geben die Mehrkosten nicht komplett weiter an unsere Gäste." Der Einkauf sei um 6,5 Prozent teurer. Bei den Preisen fürs Essen müssten sie nicht tiefer in die Tasche greifen. "Hier bewegen wir uns auf dem Niveau des Vorjahres, und das, obwohl die Kosten für Security, Auf- und Abbau und das eigene Personal gestiegen sind", sagte Wirtesprecher Christian Schottenhamel. 

Die Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne) nannte es "bedauerlich", dass auch bei alkoholfreien Getränken die Preise so stiegen. Sie habe auch beim Bier auf moderatere Erhöhungen gehofft. "Geträumt habe ich sogar von einer Nullrunde."

Nullrunde - und Preissenkung 

Die gibt es tatsächlich: Im Volkssängerzelt und im Wirtshaus im Schichtl gibt es die Maß weiter für 14,90 Euro. Beide Betriebe legen eine Nullrunde ein, ein eher seltener Vorgang. 

Noch ungewöhnlicher: Den Preis sogar gesenkt hat als Einziger Alexander Egger mit seinen Münchner Stubn, einem mittelgroßen Zelt. Dort kostet die Maß nun 15,50 statt im Vorjahr 15,80 Euro.

Egger hatte sich vergeblich um eines der großen Festzelte beworben und kämpft nun vor Gericht weiter darum. Mit seinem Vorstoß, eine europaweite Ausschreibung der Wiesn-Zelte prüfen zu lassen, hatte er für erheblichen Wirbel gesorgt. Im ersten Anlauf war er damit gescheitert, doch er will die Frage notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg bringen.

Darüber hinaus wandte er sich in einem Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn an das Verwaltungsgericht München.

Vorsicht, süffig! 

Das auf dem Oktoberfest ausgeschenkte Bier wird eigens für die Wiesn nach streng gehüteten Geheimrezepten der jeweiligen Brauereien gebraut. Es hat mehr Stammwürze und einen höheren Alkoholgehalt als gewöhnliches Helles, nämlich um die 6 Prozent, normales Schankbier hat einen Alkoholgehalt von rund 4,8 Prozent. Vorsicht ist also geboten: In der Schwüle der Zelte läuft das Gebräu leicht die Kehle hinunter. 

Die Kehrseite

Jede Maß Wiesn-Bier enthält so viel Alkohol wie acht Schnäpse, warnte das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt vor Jahren. Fünf Maß Wiesn-Bier entsprächen damit einer Flasche Schnaps. q

Manchner merkt erst spät, welche Folgen das hat. Alljährlich sorgt das für zahlreiche Einsätze auf der Wiesn-Sanitätsstation, teils müssen die Helfer mit der fahrbaren Trage ausrücken, weil Alkoholopfer nicht mehr laufen können. Bei einem Drittel aller Patienten im Jahr 2024 lautete die Diagnose Alkohol-Intoxikation. Rund 190 alkoholgeschädigte Gäste mussten die Nacht über bleiben.

Wie kommen die Bierpreise zustande?

Die Getränkepreise werden nicht von der Stadt München vorgegeben. Die Wiesn-Wirte kalkulieren ihre Preise selbst. Die Stadt prüft lediglich, ob die Forderungen aus ihrer Sicht angemessen sind. Dabei werden unter anderem die Preise in Münchner Gaststätten zum Vergleich herangezogen. Dort kostet ein Liter Bier derzeit zwischen 7,70 und 13,40 Euro.

Der Bierpreis gehört seit Jahren zu den meistdiskutierten Themen rund um das Oktoberfest. Kaum eine andere Zahl wird vor Beginn der Wiesn so aufmerksam verfolgt wie der Preis für die Maß.

Das Oktoberfest beginnt am 19. September mit dem traditionellen Anstich im Schottenhamel-Zelt. Bis zum 4. Oktober werden auf der Theresienwiese rund sechs Millionen Besucher erwartet. (dpa)
 

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